{"id":21281,"date":"2012-06-05T14:28:00","date_gmt":"2012-06-05T12:28:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/keine-debatte-ueber-den-euro\/"},"modified":"2023-09-27T16:06:45","modified_gmt":"2023-09-27T14:06:45","slug":"keine-debatte-ueber-den-euro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/keine-debatte-ueber-den-euro\/","title":{"rendered":"Keine Debatte \u00fcber den Euro"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr alle, die sich mit der R\u00fcckw\u00e4rtsinduktion in der Spieltheorie besch\u00e4ftigt haben, k\u00f6nnte der \u201eFall Europa\u201d keine bessere Gelegenheit bieten, sie anzuwenden. Spieler_innen sind vorhanden, Ungewissheit ist vorhanden, Wahrscheinlichkeiten sind vorhanden und vielerlei m\u00f6gliche Spielausg\u00e4nge sind ebenfalls vorhanden. Nur dass das Spiel real ist und dass die Art seines Ausgangs nicht nur bestimmen wird, ob Europa in der vor uns liegenden Periode mehr in Richtung Integration oder Zerfall geht, ob es eine gemeinsame W\u00e4hrung haben wird oder nicht und ob seine Linie in der Wirtschaftspolitik sich weiterhin am Neoliberalismus ausrichten wird. Der Ausgang des Spiels wird auch \u00fcber das Alltagsleben der Europ\u00e4er_innen entscheiden und die Art, wie sich neue politische, ideologische und kulturelle Identit\u00e4ten herauszubilden beginnen werden.&nbsp;<br \/>\nTrotz der Komplexit\u00e4t des Problems beinhaltet die Situation bestimmte wichtige Katalysatoren. Die Frage des Euro ist einer von ihnen. W\u00e4hrend der letzten paar Jahre ist diese Debatte \u2013 die so alt ist wie die Eurozone selbst \u2013 in Griechenland (und nicht weniger in Europa) auf zahlreichen Ebenen immer wieder entflammt und ist jetzt, in der Woche vor der Neuwahl am 17. Juni, zu einem zentralen Streitpunkt dieser Vorwahlperiode geworden.<br \/>\nDer Koalition der Radikalen Linken (SYRIZA) wird vorgeworfen, den unilateralen Ausstieg des Landes aus der gemeinsamen W\u00e4hrung zu wollen, entweder mit voller Absicht oder als unvermeidbare Folge der Ablehnung der Austerit\u00e4tspolitik (wie sie im Memorandum zum Ausdruck kommt). Die Antwort auf den ersten Vorwurf ist einfach: die offizielle Haltung von&nbsp; SYRIZA \u2013 eine Position, die sich im Laufe einer sehr ausf\u00fchrlichen Debatte innerhalb der griechischen Linken im letzten Jahr&nbsp; herausgebildet hat \u2013 ist, dass die Partei gegen einen unilateralen Ausstieg ist. Allerdings ist in linken Zusammenh\u00e4ngen die \u201eFrage des Euro\u201c sicherlich nicht blo\u00df eine Debatte \u00fcber den Euro. Sie steht nicht nur in Zusammenhang mit wirtschaftlichen \u00dcberlegungen (sogar der Hinweis darauf \u00fcbersteigt den Umfang dieses Textes), sondern mit der Einsch\u00e4tzung der Partei im Hinblick auf die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein anderes Europa zu k\u00e4mpfen, mit der Wichtigkeit, das europ\u00e4ische Feld des sozialen Kampfes nicht zu r\u00e4umen und sich auf nationale Wachstumsdebatten zu beschr\u00e4nken, aber auch mit der Notwendigkeit, gegen nationalistische Stimmungen zu k\u00e4mpfen, die in solchen Situationen immer hinter jeder Debatte lauern.<br \/>\nEs ist jedoch die Antwort auf den zweiten Punkt, die sogar noch wichtiger ist; nicht nur f\u00fcr Griechenland und Europa, sondern \u2013 so wie es aussieht \u2013 auch f\u00fcr die Weltwirtschaft (wobei die amerikanische Haltung w\u00e4hrend des j\u00fcngsten G8-Treffens charakteristisch ist). Ist die Ablehnung der Sparpolitik in Griechenland gleichbedeutend mit der Ablehnung des Euro? Gef\u00e4hrdet Griechenland die Eurozone? Das Gegenteil ist vielmehr der Fall. Sogar vor dem Wahlergebnis des 6. Mai wurde die Tatsache immer offensichtlicher, dass die Sparpolitik die europ\u00e4ische Wirtschaft immer weiter in die Sackgasse und die europ\u00e4ischen Gesellschaften immer weiter in die Verzweiflung treibt. Und sogar wenn frau nie wissen kann, was am Ende einer Stra\u00dfe liegt, in die sie gar nicht eingebogen ist, war es auch offensichtlich, dass die Beibehaltung von Neoliberalismus und der Strategie der inneren Abwertung als Mittel des oberfl\u00e4chlichen Managements einer tiefen Systemkrise in eine Katastrophe m\u00fcnden w\u00fcrden.&nbsp;<br \/>\nWiderstand gegen die Sparpolitik und eine Bek\u00e4mpfung der wirklichen Ursachen der Schuldenkrise in Europa, die untrennbar zusammenh\u00e4ngen mit den Gr\u00fcnden f\u00fcr die Weltwirtschaftskrise, sind die einzig realistische M\u00f6glichkeit, den Zusammenhalt Europas auf g\u00e4nzlich anderer Grundlage zu wahren. Nach den j\u00fcngsten Entwicklungen in Spanien (und demn\u00e4chst auch in Portugal, Zypern und anderswo) ist Handeln in diese Richtung, in die Richtung von Arbeit, Entwicklung und Wiederherstellung von Demokratie in allen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, dringlicher als je zuvor. Das kann nicht ohne ernsthafte Auseinandersetzungen abgehen, aber es muss Entscheidungen in diese Richtung geben. Denn das ist keine Debatte \u00fcber den Euro. Es ist ein Kampf f\u00fcr die Durchsetzung von Gleichheit, Solidarit\u00e4t, \u00f6kologische Nachhaltigkeit und menschliche Emanzipation in Griechenland, in Europa, in der Welt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr alle, die sich mit der R\u00fcckw\u00e4rtsinduktion in der Spieltheorie besch\u00e4ftigt haben, k\u00f6nnte der \u201eFall Europa\u201d keine bessere Gelegenheit bieten, sie anzuwenden. 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