{"id":21585,"date":"2013-06-06T09:34:00","date_gmt":"2013-06-06T07:34:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/sie-wollen-kapitalismus-ohne-demokratie-wir-wollen-demokratie-ohne-kapitalismus\/"},"modified":"2023-09-27T16:07:30","modified_gmt":"2023-09-27T14:07:30","slug":"sie-wollen-kapitalismus-ohne-demokratie-wir-wollen-demokratie-ohne-kapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/sie-wollen-kapitalismus-ohne-demokratie-wir-wollen-demokratie-ohne-kapitalismus\/","title":{"rendered":"\u201eSie wollen Kapitalismus ohne Demokratie, wir wollen Demokratie ohne Kapitalismus\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Wir haben danach in vielf\u00e4ltigen ungehorsamen Aktionen deutlich gemacht, wie die Krisen- und Verarmungspolitik in unser Leben und in das Leben von Millionen Menschen auf der Welt eingreift:<br \/> durch die Ausbeutung und die t\u00f6dlichen Arbeitsbedingungen in der globalen Textilindustrie, durch prek\u00e4re Arbeitsverh\u00e4ltnisse und Armutsl\u00f6hne in Europa, durch die schmutzigen Gesch\u00e4fte der Deutschen Bank mit R\u00fcstung, Land-Grabbing oder Nahrungsmittelspekulation, durch die Abw\u00e4lzung von Sorge-, Pflege- und Reproduktionsarbeit ins Private und die damit verbundene Versch\u00e4rfung der Geschlechterungleichheit, durch die Vertreibung von Menschen aus ihren Wohnungen (mit Zwangsr\u00e4umungen, Luxussanierung und Privatisierung \u00f6ffentlicher Wohnungen) oder durch die gnadenlose und t\u00f6dliche Migrations- und Abschiebepolitik der EU.<br \/>\nWir kamen in einem gro\u00dfartigen Camp zusammen, das nicht nur Unterkunft bot, sondern zum Ort der Begegnung, des Austauschs und der Planung von Aktionen von Aktivist_innen nicht nur aus Deutschland, sondern aus Italien, aus Belgien, D\u00e4nemark, den Niederlanden, aus Spanien, aus Griechenland, aus \u00d6sterreich und aus vielen weiteren L\u00e4ndern geworden ist.<br \/>\nDer Angriff der Polizei auf die gro\u00dfe internationale Demonstration \u2013 mit \u00fcber 20.000 Aktivist_innen \u2013 am Samstag hatte die Absicht, diese Erfolge wieder zunichte zu machen und das B\u00fcndnis zu spalten. Die Verantwortlichen f\u00fcr diesen Angriff \u2013 allen voran der hessische Innenminister und der Frankfurter Ordnungsdezernent, beide aus der Partei Angela Merkels \u2013 konnten nicht ertragen und zulassen, dass eine gro\u00dfe und internationale Demonstration direkt an der EZB vorbeizieht. Sie wollten dies schon im Vorfeld durch Verbote verhindern, sind aber vor Gericht gescheitert. Daraufhin haben sie diese Urteile einfach unterlaufen und damit deutlich gezeigt, was ihr Gerede von Demokratie und Rechtsstaat wert ist. Die Gefahr, dass ein paar Farbspritzer die Fassade der EZB erreichen k\u00f6nnten, war ihnen Anlass genug, die Versammlungsfreiheit auszuhebeln und mehr als 300 Menschen durch Schl\u00e4ge, Tr\u00e4nengas und vor allem Pfefferspray zum Teil schwer zu verletzten.<br \/> Mit dem Angriff auf unsere Demonstration sollte die Bewegung demoralisiert und gespalten werden. Sie haben wirklich gedacht, sie k\u00f6nnten 1000 Aktivist_innen aus dem antikapitalistischen Block an der Spitze der Demonstration einkesseln und die anderen Bl\u00f6cke w\u00fcrden einfach auf jener Route, die die Polizei schon immer gewollt hatte, weiterlaufen. Damit haben sie die Solidarit\u00e4t und die Einigkeit unter den B\u00fcndnispartner_innen und unter den Aktivist_innen v\u00f6llig untersch\u00e4tzt. Wenn die Polizei einen Teil unserer Demonstration angreift, dann greift sie uns alle an.<br \/>\nNiemand ist auf ihr absurdes Angebot, die Eingekesselten und Angegriffenen im Stich zu lassen, eingegangen. Tausende sind bis sp\u00e4t in den Abend geblieben und haben sich bis zum Schluss mutig der Polizei entgegengestellt. Es ist diese gemeinsame Erfahrung des Mutes und der Solidarit\u00e4t im Angesicht der Polizeigewalt, die unser B\u00fcndnis und unsere Bewegung noch enger zusammengebracht hat.<br \/> Blockupy hat einen wichtigen politischen Erfolg errungen. Der Angriff auf unsere Demonstration ist zur politischen Niederlage f\u00fcr das Innenministerium und die Vertreter_innen der autorit\u00e4ren Krisenpolitik geworden. Wir sind entschlossen, weitere Aktionen an der Europ\u00e4ischen Zentralbank vorzubereiten, diesem frei liegenden Nerv des europ\u00e4ischen Krisenregimes, wo Proteste so offensichtlich wehtun und unerw\u00fcnscht sind.<br \/>\nEs ist \u00fcberfl\u00fcssig, dass wir auf die L\u00fcgen und Rechtfertigung der Polizei und des hessischen Innenministeriums im Einzelnen eingehen. Das geschieht in der \u00d6ffentlichkeit und von vielen Seiten bereits. Alle, die am 1. Juni auf der Stra\u00dfe waren, wissen: Der Angriff der Polizei findet keinerlei Rechtfertigung in dem Verhalten der Demonstrant_innen. Der Stopp der Demonstration und die Einkesselung waren politisch gewollt und angeordnet. Es gab niemals die Absicht, unsere Demonstration auf der gerichtlich best\u00e4tigten Route laufen zu lassen.<br \/>\nRepression und Polizeigewalt sollen St\u00e4rke demonstrieren, aber in Wahrheit decken sie die Nervosit\u00e4t der herrschenden Krisenpolitik auf, die sich immer weniger demokratisch legitimieren l\u00e4sst und immer mehr autorit\u00e4r durchgesetzt werden muss. Der Widerstand gegen die sozialen Folgen der Krisenpolitik, gegen die Verelendung und die Hoffnungslosigkeit, in die dadurch Millionen Menschen gest\u00fcrzt wurden, und der Widerstand gegen die Beschneidung demokratischer Rechte sind nicht voneinander zu trennen, sondern geh\u00f6ren unmittelbar zusammen. Sie wollen Kapitalismus ohne Demokratie, wir wollen Demokratie ohne Kapitalismus.<br \/>\nWir gr\u00fc\u00dfen alle Aktivist_innen in allen L\u00e4ndern, die in diesen Tagen auf den Stra\u00dfen sind und waren. Wir senden insbesondere solidarische Gr\u00fc\u00dfe an unsere mutigen Freund_innen in der T\u00fcrkei. Euer Kampf ist auch unser Kampf.<br \/>\nWir sind bei den Aktionstagen von Blockupy 2013 unserem Ziel, Teil einer gro\u00dfen, gemeinsamen europ\u00e4ischen und globalen Bewegung zu werden, einen weiteren Schritt n\u00e4her gekommen. Auch auf diesem Weg werden wir weitermachen und die Diskussionen und die gemeinsame Aktionen mit unseren internationalen Freund_innen fortsetzen und intensivieren.<br \/>\nBLOCKUPY gibt das Versprechen, dass im Herzen des europ\u00e4ischen Krisenregimes, in Deutschland und speziell in Frankfurt, keine Ruhe einkehren wird, sondern dass unsere Aktionen weitergehen werden. Wir werden in K\u00fcrze zu gemeinsamen Beratungen einladen, um einen gro\u00dfen internationalen und partizipativen Vorbereitungsprozess f\u00fcr die Mobilisierung gegen die geplante Er\u00f6ffnung der neuen EZB 2014 einzuleiten.&quot;<br \/>\nBlockupy Koordinierungskreis, 5.6.2013\n<link http:\/\/www.blockupy-frankfurt.org\/ - external-link-new-window \"Opens external link in new window\">www.blockupy-frankfurt.org<\/link>&nbsp;|&nbsp;<link mailto:kontakt@blockupy-frankfurt.org>kontakt@blockupy-frankfurt.org<\/link>\n<p style=\"margin-right: 4.9pt; \">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p style=\"margin-right: 4.9pt; \"><span lang=\"EN-GB\">Blockupy braucht Geld f\u00fcr Rechtshilfe und k\u00fcnftige&nbsp;Aktionen!<br \/><\/span><span lang=\"DE\">Spenden bitte an: Friedens- und Zukunftswerkstatt | Zweck: \u201cSpende Krise Ffm\u201d<br \/>Konto-Nr.: 200337319 Bank: Frankfurter Sparkasse BLZ: 50050201<br \/>IBAN: DE23 5005 0201 0200 3373 | BIC: HELADEF1822<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eBlockupy 2013 \u2013 das waren intensive und kraftvolle Tage der gemeinsamen Aktion und des gemeinsamen Widerstandes. Wir haben am Freitag mit mehr als 3000 Aktivist_innen die Zug\u00e4nge zur Europ\u00e4ischen Zentralbank blockiert und damit \u2013 wie angek\u00fcndigt \u2013 den Widerstand in das Herz des europ\u00e4ischen Krisenregimes getragen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":21586,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[],"class_list":["post-21585","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21585","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21585"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21585\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27340,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21585\/revisions\/27340"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21586"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21585"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21585"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21585"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}