{"id":21701,"date":"2013-09-23T11:14:00","date_gmt":"2013-09-23T09:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/die-wahl-zum-18-deutschen-bundestag\/"},"modified":"2023-09-27T16:07:38","modified_gmt":"2023-09-27T14:07:38","slug":"die-wahl-zum-18-deutschen-bundestag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/die-wahl-zum-18-deutschen-bundestag\/","title":{"rendered":"Die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag"},"content":{"rendered":"<p>Die FDP hat ein desastr\u00f6ses Wahlergebnis erhalten. Das Ergebnis der vorherigen Wahl hat sich als blo\u00dfe Spekulationsblase erwiesen und war der Anfang vom vorl\u00e4ufigen Ende der parlamentarischen Existenz der FDP im Bundestag.<br \/>\nDie SPD erzielte zwar ein leicht verbessertes, aber immer noch eines ihrer schlechtesten Ergebnisse bei Bundestagswahlen. Nur gut ein Viertel der Stimmen, ein Zuwachs von 2,5% gegen\u00fcber der Talsohle von 2009, holen die SPD, trotz Haust\u00fcrwahlkampf und hohem Wahlkampfeinsatz, auf den Boden ihrer politischen M\u00f6glichkeiten zur\u00fcck. Sie kann die tektonischen Verschiebungen in ihrer Anh\u00e4nger_innenschaft infolge der rot-gr\u00fcnen Reformpolitik 2000 bis 2005 nicht r\u00fcckg\u00e4ngig machen. Sie hat einen nicht geringen Teil ihrer Anh\u00e4nger_innen dauerhaft verloren, an die Linke, an \u201edie Nichtw\u00e4hler_innen\u201c und auch an die CDU. Die SPD konnte in der sozialen Mitte nichts gegen die Union gewinnen, und links gelingt es ihr nicht, die Linke aus dem Parlament zu vertreiben.<br \/>\nDer Ausflug der Gr\u00fcnen in neue, neu-b\u00fcrgerliche soziale Schichten wurde gestoppt. Sie erreichten ein Ergebnis auf Niveau ihrer Stammw\u00e4hler_innenschaft, auf welche sie die letzte Phase ihres Wahlkampfes konzentrierten. Die Gr\u00fcnen sahen sich im Wahlkampf heftigem Gegenwind aus dem Lager der Union und nahestehender Organisationen ausgesetzt, der sich insbesondere auf die Steuerpl\u00e4ne der Partei richtete.<br \/>\nDie Linke hat ein achtbares Wahlergebnis erzielt und wurde drittst\u00e4rkste Partei vor Gr\u00fcnen und CSU. Sie konnte ihr Wahlergebnis von 2005 best\u00e4tigen. Auch im Westen erreichte sie wieder \u00fcber f\u00fcnf Prozent, was ihre Rolle als bundespolitische Partei unterstreicht.<br \/>\nDie Alternative f\u00fcr Deutschland (AfD) hat&nbsp;den Einzug in den Bundestag knapp verpasst. In der bundesdeutschen Parteienlandschaft gibt es nun eine Protestpartei im rechten, b\u00fcrgerlichen Spektrum. Die AfD vereinigt einerseits die marktliberalen Ordnungspolitiker aus Union und FDP, die mit dem Euro-Kurs der Regierung und der ihrer Meinung nach heraufziehenden Haftungsunion nicht einverstanden waren. Andererseits sammelte sie auch von der Linken Proteststimmen ein. Ihr Wahlkampf in den L\u00e4ndern spiegelt die Vielfalt der Kr\u00e4fte, die sich unter dem Dach der \u201eAlternative\u201c versammeln und ahnen lassen, welche Probleme der neuen Partei die Konsolidierung bereiten wird.<br \/>\nDie Wahlbeteiligung lag nur geringf\u00fcgig h\u00f6her als beim Tiefstand 2009.<br \/>\nNoch niemals waren bei einer Bundestagswahl in den vergangenen 50 Jahren so viele Stimmen nicht im Bundestag vertreten. Bleibt es bei dem gegenw\u00e4rtigen Stand, wird fast ein Sechstel der abgegebenen Stimmen nicht parlamentarisch repr\u00e4sentiert sein.<br \/>\nDas \u201eb\u00fcrgerliche\u201c Lager wird kl\u00e4ren m\u00fcssen, ob es auf Dauer mit drei Parteien erfolgreich sein kann und will, oder ob es eine Reunion von FDP und AfD unter nationalliberalen Vorzeichen f\u00fcr geeigneter h\u00e4lt, die politische Macht zu sichern.<br \/>\nDie Stimmenanteile von Union, FDP und AfD erreichen 52% und liegen damit \u00fcber dem Wert von 2009 f\u00fcr Union und FDP (49%). Das \u201eb\u00fcrgerliche\u201c Lager lag damit zum zweiten Mal hintereinander wieder deutlich vor dem \u201elinken\u201c Lager.<br \/>\nIm \u201elinken\u201c Lager geht es darum, ob SPD und Gr\u00fcne den Alleinvertretungsanspruch aufrecht erhalten oder ob die Etablierung der Linkspartei zu einer Erweiterung der strategischen Optionen f\u00fchrt. F\u00fcr die Gr\u00fcnen speziell stellt sich nach dem Scheitern der Strategie, alles auf die SPD zu setzen, die Frage, ob sie sich weiterhin prim\u00e4r als Partei eines politischen Lagers sehen oder als Grenzg\u00e4ngerin zwischen den Lagern, die sowohl mit der Union als auch mit SPD und Linkspartei Mehrheiten bilden kann.<br \/>\n<span style=\"font-style: italic; \"><br \/><\/span><span style=\"font-style: italic; \">Ungek\u00fcrzte Version und weitere Analysen auf der <\/span><span style=\"font-style: italic; \"><link http:\/\/www.rosalux.de\/news\/39791\/bundestagswahl-2013.html - external-link-new-window \"Opens external link in new window\">Website der Rosa Luxemburg Stiftung<\/link><\/span>.<br \/>\nEine erg\u00e4nzende Analyse wird demn\u00e4chst auf&nbsp;dieser Website sowie im&nbsp;<span style=\"font-style: italic;\">transform!<\/span> Newsletter Nr.&nbsp;9\/2013 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Union ist die Gewinnerin des Wahlabends. Sie hat ihren Stimmenanteil wieder auf \u00fcber 40% steigern k\u00f6nnen. Es ist ihr gelungen, erstmals wieder deutliche Stimmengewinne zu erzielen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":21702,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[],"class_list":["post-21701","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel","person-horst-kahrs-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21701","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21701"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21701\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27360,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21701\/revisions\/27360"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21702"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21701"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21701"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21701"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}