{"id":21794,"date":"2014-01-16T13:21:00","date_gmt":"2014-01-16T12:21:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/das-europa-das-wir-wollen\/"},"modified":"2023-09-27T16:07:47","modified_gmt":"2023-09-27T14:07:47","slug":"das-europa-das-wir-wollen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/das-europa-das-wir-wollen\/","title":{"rendered":"Das Europa, das wir wollen"},"content":{"rendered":"<p>Die anhaltende Wirtschaftskrise hat sowohl die Unzul\u00e4nglichkeiten als auch die Grenzen des Prozesses der neoliberalen europ\u00e4ischen Integration aufgezeigt. Es ist eine Integration, die auf finanzieller Liberalisierung und einer W\u00e4hrungsunion basiert, die wiederum selbst eingebunden ist in einer blo\u00dfen Kopie der Deutschen Bundesbank unter dem Namen \u201eEurop\u00e4ische Zentralbank\u201c. Es handelt sich um einen Prozess, der nicht nur rezessionsanf\u00e4llig ist, sondern auch die Ungleichheiten und Asymmetrien innerhalb und zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten versch\u00e4rft, die Arbeitslosigkeit erh\u00f6ht und daf\u00fcr sorgt, dass sich die Armut auf immer gr\u00f6\u00dfere Teile der unteren sozialen Schichten ausweitet. Es handelt sich um einen Generalangriff des Kapitals gegen die ArbeiterInnenklasse, und nicht um einen ernsthaften und ehrlich gemeinten Versuch, die Krise entschlossen zu bek\u00e4mpfen.<br \/>\nWas tats\u00e4chlich passierte,&nbsp;ist, dass das europ\u00e4ische politische Establishment in der Krise die Chance sah, die Geschichte der gesamten politischen \u00d6konomie Europas seit 1945&nbsp;neu zu schreiben. Die politisch Verantwortlichen der Eurozonen-Schuldenkrise sind nunmehr selbst in den&nbsp;Prozess der institutionellen Transformation des S\u00fcdens der Eurozone analog zum neoliberalen angels\u00e4chsischen Kapitalismus involviert. Diversit\u00e4t nationaler Institutionen wird nicht toleriert.<br \/>\nDie Durchsetzung von EU- Richtlinien und Vorschriften ist der Eckpfeiler der jetzigen Legislaturperiode der Europ\u00e4ischen Kommission, um die wirtschaftspolitische Kontrolle in der Eurozone auszuweiten. Gemeinsam mit der neoliberalen b\u00fcrokratischen Elite in Br\u00fcssel behandelt die deutsche Bundeskanzlerin Merkel soziale Solidarit\u00e4t und Menschenw\u00fcrde wie wirtschaftliche Entgleisungen und nationale Souver\u00e4nit\u00e4t als \u00c4rgernis. Europa wird in eine Zwangsjacke aus Austerit\u00e4t, Disziplinierung und Deregulierung gesteckt. Und noch schlimmer:&nbsp;Eine ganze Generation junger Menschen geht davon aus, dass es ihr schlechter gehen wird als ihren Eltern.<br \/>\nDas ist nicht unser Europa. Aber es ist das Europa, das wir ver\u00e4ndern wollen. Statt eines Europas der Angst vor Arbeitslosigkeit, Benachteiligung, Alter und Armut, statt eines Europas im Dienste von Bankern wollen wir ein Europa, das sich den Bed\u00fcrfnissen der Menschen verschreibt.<br \/>\nWir wollen eine demokratische und fortschrittliche Neuorientierung der Europ\u00e4ischen Union. Wir wollen Neoliberalismus, Austerit\u00e4t und die sogenannten Zweidrittel-Gesellschaften in Europa, in denen ein Drittel der Menschen tut, als g\u00e4be es keine Krise, w\u00e4hrend die anderen zwei Drittel von Tag zu Tag&nbsp;mehr leiden, beseitigen. Die europ\u00e4ische Linke hat die politische Vision und den Mut, einen breiteren sozialen Konsens zu schaffen&nbsp;\u2013&nbsp;mit dem programmatischen Ziel, Europa auf demokratischer, sozialer und \u00f6kologischer Basis neu zu ordnen.<br \/>\nDas ist der politische Kontext, in dem meine Kandidatur f\u00fcr die Pr\u00e4sidentschaft der EU-Kommission f\u00fcr die Partei der europ\u00e4ischen Linken zu verstehen ist. Er&nbsp;erkl\u00e4rt, warum es nicht einfach eine weitere Kandidatur ist. Denn sie ist ein Mandat der Hoffnung auf Ver\u00e4nderung in Europa. Sie ist ein Aufruf, die Austerit\u00e4t zu beenden, die&nbsp;Demokratie zu sch\u00fctzen und f\u00fcr Wachstum zu arbeiten. Sie ist ein Appell an die demokratisch denkenden B\u00fcrger_innen Europas, ungeachtet ihrer Weltanschauungen und Parteizugeh\u00f6rigkeit. Denn genauso,&nbsp;wie Rezession, wirtschaftlicher Stillstand und Wachstum ohne Nachhaltigkeit und ausreichende Arbeitspl\u00e4tze&nbsp;die gesamte Eurozone betreffen, betrifft auch die Austerit\u00e4t die Menschen im Norden wie im S\u00fcden gleicherma\u00dfen. Daher muss die Antwort auf die Austerit\u00e4t grenz\u00fcberschreitend sein und die sozialen Kr\u00e4fte auf EU-Ebene auf den Plan&nbsp;rufen. Austerit\u00e4t schadet den Arbeitenden&nbsp;unabh\u00e4ngig von ihren Wohnorten. Aus diesem Grund m\u00fcssen wir die unverzichtbare Anti-Memoranda-Allianz des S\u00fcdens in eine breite gesamteurop\u00e4ische Anti-Austerit\u00e4ts-Bewegung integrieren.&nbsp;Eine Bewegung f\u00fcr den demokratischen Umbau der W\u00e4hrungsunion.<br \/>\nDie Europ\u00e4ische Linke ist die wichtigste politische Kraft f\u00fcr Ver\u00e4nderung in Europa.<\/p>\n<ul>\n<li>Wir unterst\u00fctzen die sofortige Aufhebung der Memoranda und die koordinierte Konjunkturbelebung aller europ\u00e4ischer Wirtschaften.\n<\/li>\n<li>Wir wollen eine echte, authentische Europ\u00e4ische Zentralbank, die nicht nur f\u00fcr Banken, sondern auch L\u00e4ndern gegen\u00fcber&nbsp;als Kreditgeberin letzter Instanz fungiert.\n<\/li>\n<li>Wir glauben, dass Europa einen eigenen <span style=\"font-style: italic; \">Glass-Steagall Act<\/span>&nbsp;braucht, um realwirtschaftliches&nbsp;und Investment-Banking zu trennen und damit die gef\u00e4hrliche Verschmelzung der Risken zu einem&nbsp;unkontrollierbaren Ganzen zu verhindern.\n<\/li>\n<li>Wir wollen eine effektive europ\u00e4ische Gesetzgebung, die wirtschaftliche und unternehmerische offshore-Aktivit\u00e4ten besteuert.\n<\/li>\n<li>Wir befinden uns an der Front im Kampf gegen jegliche Korruption. Unsere Priorit\u00e4t ist es, betriebliche Korruption zu bek\u00e4mpfen und die M\u00f6glichkeiten von Menschen und Organisationen auszuweiten, ihr zu widerstehen. Die Korruption von gro\u00dfen Konzernen mit Firmensitz in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern geht auf die sozialen und wirtschaftlichen Kosten der darin lebenden Menschen.\n<\/li>\n<li>Wir unterst\u00fctzen die gemeinschaftliche, glaubw\u00fcrdige und endg\u00fcltige L\u00f6sung der Eurozonen-Schuldenkrise durch eine europ\u00e4ische Schuldenkonferenz, nach dem Vorbild der Londoner Konferenz \u00fcber Deutschlands Schulden im Jahr 1953.\n<\/li>\n<li>Wir wollen Faschismus und Nazismus in Europa beseitigen&nbsp;und nicht die Demokratie, wie es die Austerit\u00e4t tut.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Anstelle eines Europas, das Einkommen an die Reichen und Angst an die Armen verteilt, stehen wir f\u00fcr ein Europa der Solidarit\u00e4t, der \u00f6konomischen und sozialen Sicherheit, der Besch\u00e4ftigung und des Wohlstands.<\/p>\n<p style=\"font-size: 10px; \">* Englischer Originaltext&nbsp;<span style=\"font-style: italic;\">New Europe<\/span>-Magazin:&nbsp;<link http:\/\/www.neurope.eu\/article\/europe-we-want - external-link-new-window \"Opens external link in new window\">http:\/\/www.neurope.eu\/article\/europe-we-want<\/link>&nbsp;(Alexis Tsipras 13.01.2014 &#8211; 01:26)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Artikel* des Kandidaten f\u00fcr die EU-Kommissions-Pr\u00e4sidentschaft und Vorsitzenden von SYRIZA, der gr\u00f6\u00dften griechischen Oppositionspartei.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":21795,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[],"class_list":["post-21794","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel","person-alexis-tsipras-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21794","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21794"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21794\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27383,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21794\/revisions\/27383"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21795"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21794"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21794"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21794"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}