{"id":21800,"date":"2014-01-15T15:45:00","date_gmt":"2014-01-15T14:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/was-fuer-ein-journalismus-fuer-ein-anderes-europa\/"},"modified":"2023-09-27T16:07:47","modified_gmt":"2023-09-27T14:07:47","slug":"was-fuer-ein-journalismus-fuer-ein-anderes-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/was-fuer-ein-journalismus-fuer-ein-anderes-europa\/","title":{"rendered":"Was f\u00fcr ein Journalismus f\u00fcr ein anderes Europa?"},"content":{"rendered":"<p>Die Konferenz, die von der ACJJ (Association Culturelle Joseph Jacquemotte) organisiert und von transform! unterst\u00fctzt wurde, fand am 7. Dezember an der Br\u00fcsseler Hochschule f\u00fcr Kommunikation und Journalismus (IHECS) statt.<br \/>\nJournalistInnen aus Frankreich, Griechenland, Italien, Spanien, Finnland, Belgien und Irland nutzten die Chance, sich \u00fcber Perspektiven europ\u00e4ischer Informationskultur auszutauschen und Wege zu finden, wie Medien beitragen k\u00f6nnten<\/p>\n<ul>\n<li>europ\u00e4ische Entscheidungen mit lokalen und nationalen Problemstellungen in Beziehung zu setzen,<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>den B\u00fcrgerInnen Schl\u00fcssellekt\u00fcre zum Verstehen europ\u00e4ischer Politikfelder zur Verf\u00fcgung zu stellen und<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>B\u00fcrgerInnen bewusst in eine \u00f6ffentliche europ\u00e4ische Debatte einzubinden.\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: bold; color: rgb(238, 0, 0);\">Sitzung 1: Einleitung<\/span><br \/>\nModeratorin:&nbsp;<span style=\"font-style: italic; font-weight: bold;\">Laura Lepr\u00eatre<\/span>, Kulturreferentin von&nbsp;ACJJ<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold;\">\u201cEuropa, weitgehend abwesend\u201c: Panorama der europ\u00e4ischen Nachrichtenkultur in den Mainstream-Medien&nbsp;<\/span>\u2013&nbsp;<span style=\"font-weight: bold; font-style: italic;\">Lorenzo Consoli<\/span>, Journalist aus Italien und ehemaliger Pr\u00e4sident der International Press Association (IPA), betonte, dass die seit 2010 stagnierende Zahl akkreditierter JournalistInnen in der EU&nbsp;auf ver\u00e4nderte Arbeitsbedingungen und eine sich \u00e4ndernde soziale Situation hinweist (Interims-Vertr\u00e4ge, JournalistInnen werden j\u00fcnger, prek\u00e4re Arbeitsbedingungen). Dar\u00fcber hinaus verlangten die Redaktionen von den JournalistInnen immer mehr und schnellere Ergebnisse, was sich nicht mit breiter Recherche und tiefgehendem Investigativjournalismus verbinden l\u00e4sst.<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold;\">Pluralismus in der europ\u00e4ischen Medienlandschaft<\/span>&nbsp;\u2013&nbsp;<span style=\"font-style: italic; font-weight: bold;\">Esther Durin<\/span>, Koordinatorin des Europa-Pols der IHECS Kommunikationsschule, beleuchtete&nbsp;das Problem der Medienkonzentrierung durch Finanzmonopole, die sowohl den Medienpluralismus in Europa wie auch den Ideenpluralismus allgemein stark ausgeh\u00f6hlt haben.<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold;\">Europ\u00e4ischer Journalismus im Alltag: Das Fallbeispiel Griechenland im Lichte der durch die Troika eingeschr\u00e4nkten Souver\u00e4nit\u00e4t <\/span>\u2013 Laut <span style=\"font-style: italic; font-weight: bold;\">Maria Aroni<\/span>, griechische Journalistin und EU-Korrespondentin f\u00fcr die Athens News Agency und ANT1 TV, lenkte&nbsp;die Krise in Griechenland das Interesse der Medien auf ein Land, das es nicht gewohnt war, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen. Die Darstellung der Krise habe je nach Medium und dessen&nbsp;Herkunftsland stark variiert. Die eigene Schuld der Griechen an ihrer Situation sei in den Medien Nordeuropas vorherrschendes Topos, w\u00e4hrend s\u00fcdeurop\u00e4ische&nbsp;Zeitungen Griechenland eher Solidarit\u00e4t zuteil werden lie\u00dfen. &nbsp;<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold; color: rgb(238, 0, 0);\">Sitzung 2: Teilen f\u00fcr einen anderen Journalismus<\/span><br \/>\n<span style=\"font-weight: bold;\">Runder Tisch: \u201cWelche Medien braucht es, um die Herausforderungen der Information europ\u00e4ischer B\u00fcrgerInnen zu meistern?\u201c<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>Moderatorin:&nbsp;<span style=\"font-style: italic; font-weight: bold;\">Esther Durin<\/span>, Koordinatorin des Europa-Pols der IHECS Kommunikationsschule<\/li>\n<li>Medien allgemein:&nbsp;<span style=\"font-style: italic; font-weight: bold;\">Griselda Pastor<\/span>, spanische Journalistin, Korrespondentin f\u00fcr Radio Cadena SER in Br\u00fcssel<\/li>\n<li>Kooperative Medien:&nbsp;<span style=\"font-style: italic; font-weight: bold;\">Andres Perez<\/span>, Kooperative Agentur SanchoPanza<\/li>\n<li>Alternative Medien:&nbsp;<span style=\"font-style: italic; font-weight: bold;\">G\u00e9rard de Selys<\/span>, Journalist, Gr\u00fcnder von Indymedia<\/li>\n<li>Internet-Medien:&nbsp;<span style=\"font-style: italic; font-weight: bold;\">Ben Berges<\/span> von der Website Indignez-vous!<\/li>\n<li>Online-Zeitungen:&nbsp;<span style=\"font-weight: bold; font-style: italic;\">Jean-S\u00e9bastien Lefebvre<\/span>, europ\u00e4ischer Journalist<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Zugang zu Information war noch nie so einfach wie heute. Dank Internet und sozialen Medien&nbsp;k\u00f6nnen B\u00fcrgerInnen auf den riesigen Informationsschatz der EU zugreifen und auch direkt mit den Institutionen kommunizieren. Neue Formen der Informationsvermittlung sind etwa Blogs, Online-Magazine uvam. Paradoxerweise wird die Distanz zwischen den europ\u00e4ischen Institutionen und den B\u00fcrgerInnen trotzdem immer gr\u00f6\u00dfer. Das demokratische Defizit der EU scheint durch einen Mangel an Informationen bez\u00fcglich europ\u00e4ischer Machtstrukturen und der damit verbundenen Herausforderungen verst\u00e4rkt zu werden. Dieser Mangel benachteiligt die EU-B\u00fcrgerInnen in hohem Ausma\u00df, da ein Gro\u00dfteil der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen auf EU-Ebene gef\u00e4llt wird.<br \/>\nDie Rolle der JournalistInnen ist es, die europ\u00e4ischen Nachrichten f\u00fcr die B\u00fcrgerInnen verst\u00e4ndlich zu machen, Hintergr\u00fcnde&nbsp;durch Treffen mit Abgeordneten, Lobbyisten und Kommissions-Beamten zu recherchieren und dem mitt\u00e4glichen Pressespiegel der Kommission beizuwohnen. Leider gibt es nicht gen\u00fcgend akkreditierte JournalistInnen (nur etwa 1000 f\u00fcr die 28 Mitgliedsstaaten), und die HerausgeberInnen der Mainstream-Medien diktieren ihren JournalistInnen jene Nachrichten, die sie \u00fcber die Union verbreitet sehen wollen.<br \/>\nB\u00fcrgerInnen und ehemalige Mainstream-JournalistInnen haben an der Schaffung alternativer und spezialisierter Medien gearbeitet, um europ\u00e4ische und internationale Politik zu analysieren und mit breiteren \u00f6ffentlichen Problemfeldern in Beziehung zu setzen, beispielsweise Indymedia. Viele andere solcher Initiativen wurden vorgestellt: context.com, eine online-Zeitung mit dem Schwerpunkt europ\u00e4ische Politik; spezialisierte Kooperativ-Agenturen oder Assoziationen mit Schwerpunkt Soziales und Gemeinschaft (SanchoPanza coop); Radio-Sender, die sich mit europ\u00e4ischen Nachrichten umgelegt auf regionale Themen auseinandersetzen (BXFM radio); Gemeinschaftsradios, die den B\u00fcrgerInnen die M\u00f6glichkeit bieten, eigene Sendungen zu gestalten (Radio Panik); und online-Nachrichten (indignez-vous!). Diese Medien sind essentiell f\u00fcr den Pluralismus in der europ\u00e4ischen Nachrichtenkultur.<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold; color: rgb(238, 0, 0);\">Sitzung 3: Europawahlen&nbsp;\u2013&nbsp;Wie beginnt man eine echte Debatte unter den B\u00fcrgerInnen?&nbsp;<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-style: italic; font-weight: bold;\">Solange H\u00e9lin<\/span>, Pressesprecherin der S&amp;D im EU-Parlament<\/li>\n<li><span style=\"font-weight: bold; font-style: italic;\">Myriam Djegham<\/span>, Comit\u00e9 Action Europe<\/li>\n<li><span style=\"font-style: italic; font-weight: bold;\">David Lundy<\/span>, Pressesprecherin der GUE\/NGL im EU-Parlament<\/li>\n<li><span style=\"font-weight: bold; font-style: italic;\">Mikael Carpelan<\/span>,&nbsp;freier&nbsp;Journalist<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Europawahlen zu politisieren ist schwierig. Zweifellos ist es&nbsp;eine Herausforderung, in einer Union mit 28 Mitgliedsstaaten, die sehr unterschiedliche Kulturen und politische Ausrichtungen haben, eine gemeinsame Politisierung voranzutreiben. Institutionen \u201aneutralisieren\u2018 Entscheidungen quasi. Diese&nbsp;\u201aNeutralit\u00e4t\u2018&nbsp;ist aber verf\u00e4nglich, weil sie unter dem Deckmantel der Objektivit\u00e4t die Vorherrschaft der ultra-liberalen und kapitalistischen Politik verschleiert. Im Mai 2014 gibt es mit den Wahlen zum Europ\u00e4ischen Parlament die Chance, diesen Trend umzukehren. Die Herausforderung f\u00fcr die Medien wird es sein, lokale Problemfelder europ\u00e4ischer Machtstrukturen wahrzunehmen, deren Auswirkungen auf das t\u00e4gliche Leben der B\u00fcrgerInnen darzustellen und diesen zu helfen, bewusst und gut informiert an den Wahlen teilzunehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Tagung in Br\u00fcssel bot VertreterInnen von Mainstream- und alternativen Medien Gelegenheit, \u00fcber die Perspektiven europ\u00e4ischer Nachrichtenkultur zu diskutieren.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":21801,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[],"class_list":["post-21800","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel","person-laura-lepretre-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21800","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21800"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21800\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27384,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21800\/revisions\/27384"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21801"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21800"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21800"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21800"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}