{"id":21837,"date":"2014-02-12T18:43:00","date_gmt":"2014-02-12T17:43:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/lutz-holzinger-1944-2014-1\/"},"modified":"2023-09-27T16:07:52","modified_gmt":"2023-09-27T14:07:52","slug":"lutz-holzinger-1944-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/lutz-holzinger-1944-2014\/","title":{"rendered":"Lutz Holzinger (1944 \u2013 2014)"},"content":{"rendered":"<p>Lutz Holzinger war der Prototyp des kommunistischen Journalisten im besten Sinn; auf der H\u00f6he der Zeit, belesen, vielseitig, bed\u00e4chtig in seinem Urteil. Er geh\u00f6rte 40 Jahre der KP\u00d6 an, blieb aber als Journalist stets seiner Unabh\u00e4ngigkeit treu. Lutz arbeitete in vielen Medien in und im Umfeld der Partei mit und war stets hilfsbereit, wenn noch irgendwo ein Text fehlte. Sein Aktionsradius reichte aber weit dar\u00fcber hinaus. Es gibt Beitr\u00e4ge von ihm in Gewerkschaftszeitungen und vielen anderen fortschrittlichen Medien, wie zum Beispiel im&nbsp;<i>Uhudla<\/i>. Legend\u00e4r wurde seine gemeinsam mit Clemens Staudinger verfasste Serie im&nbsp;<i>Augustin<\/i>&nbsp;\u00fcber den Raiffeisenkonzern, die voriges Jahr auch als Buch erschien.<br \/>\nLutz wurde 1944 in Wels geboren, studierte Literaturwissenschaft in Wien und Schloss als Doktor Phil. ab. \u00dcber den&nbsp;ORF&nbsp;und das&nbsp;<i>Neue Forum<\/i>&nbsp;kam er zur&nbsp;<i>Volksstimme<\/i>, der er seit 1975 als Redakteur angeh\u00f6rte. Er leitete mehrere Ressorts und avancierte zum stellvertretenden Chefredakteur. Als er 1990 Chefredakteur wurde, musste er die Tageszeitung auf eine Wochenzeitung umstellen, die dann zwei Jahre unter dem Titel&nbsp;<i>Salto<\/i>&nbsp;firmierte. Mehrere Jahre bis zu seiner Pensionierung arbeitete Lutz anschlie\u00dfend bei der der Zeitschrift <i>Auto und Wirtschaft<\/i>.<br \/>\n1973 erschien Lutz erstes Buch \u201eDer produzierte Mangel \u2013 Waren\u00e4sthetik und kapitalistisches Krisenmangment\u201c. 1994 ver\u00f6ffentlichte er sein \u201eWei\u00dfbuch Schwarzgeld\u201c in dem er vor dem Hintergrund diverser \u201eSozialschmarotzer\u201c-Kampagnen des Boulevards die Praktiken der Finanzjongleure aufarbeitete. 2010 kam das Buch \u201eDas Gespenst der Armut\u201c heraus, in dem er mit der antisozialen Logik der neoliberalen Wirtschaftspolitik und deren Armutsverwaltung abrechnete.<br \/>\nAls Literaturwissenschafter und Kommunist betreute Lutz Holzinger die 1976 in der DDR erschienene Anthologie \u00fcber Jura Soyfer, die er mit einem umfangreichen Beitrag ausstattete. In dieser Anthologie wurde erstmals der Roman \u201eSo starb eine Partei\u201c abgedruckt. So war Lutz an der in diesen Jahren beginnenden Jura Soyfer Renaissance wesentlich beteiligt.<br \/>\nLutz war Gr\u00fcndungsmitglied des Arbeitskreises \u00f6sterreichischer Literaturproduzenten, aus dem so bekannte Autoren_innen wie Elfriede Jelinek, Michael Scharang und PeterTurrini hervorgingen. Lutz geh\u00f6rte auch der Grazer Autor_innenversammlung an und schrieb ein Buch \u00fcber Adalbert Stifter und sein Werk.<br \/>\nDer Sportler Lutz Holzinger war begeisterter Handballer und die Fu\u00dfballmannschaft der <i>Volksstimme<\/i>-Redaktion hatte mit ihm eine wesentliche St\u00fctze. Lutz war ein vorsorglicher, stets hilfsbereiter und uneigenn\u00fctziger Kollege und Genosse, der sich auch, wenn er es f\u00fcr notwendig hielt, mit den \u201eOberen\u201c anlegte. Lutz war ein Vorbild f\u00fcr mehrere Generationen fortschrittlicher und kommunistischer Journalist_innen.<br \/>\nWir verlieren mit Lutz einen Freund. In diesem Augenblick gilt unsere Anteilnahme und Zuneigung seiner Frau Elisabeth, seinen Kindern und der ganzen Familie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Tage vor seinem 70. Geburtstag ist Lutz Holzinger in der Nacht auf den 12. Februar 2014 verstorben. Lutz begleitete transform! europe zuletzt als Mitherausgeber der englischen Ausgabe der transform! Zeitschrift.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":21838,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[],"class_list":["post-21837","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21837","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21837"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21837\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27391,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21837\/revisions\/27391"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21838"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21837"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21837"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21837"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}