{"id":22228,"date":"2014-11-25T11:40:00","date_gmt":"2014-11-25T10:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/transnationale-aktionen-gegen-die-ezb-eroeffnungsfeier\/"},"modified":"2023-09-27T16:08:19","modified_gmt":"2023-09-27T14:08:19","slug":"transnationale-aktionen-gegen-die-ezb-eroeffnungsfeier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/transnationale-aktionen-gegen-die-ezb-eroeffnungsfeier\/","title":{"rendered":"Transnationale Aktionen gegen die EZB-Er\u00f6ffnungsfeier"},"content":{"rendered":"<p>Am 18. M\u00e4rz 2015 will die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main ihr neues Hauptquartier er\u00f6ffnen. F\u00fcr den 185 Meter hohen Zwillingsturm, der mit seinem Sicherheitszaun und Burggraben einer Festung gleicht, wurde die schwindelerregende Summe von 1,3 Milliarden Euro ausgegeben. Diese einsch\u00fcchternde Architektur der Macht zeigt deutlich die Distanz zwischen den politischen und \u00f6konomischen Eliten und den Menschen.<br \/>\nDie Mitarbeiter_innen und Abteilungen haben schon mit dem Umzug in das neue Geb\u00e4ude begonnen. Aber die gro\u00dfe Er\u00f6ffnungsfeier \u2013 in Anwesenheit von mehreren europ\u00e4ischen Staatschefs und Finanzoligarchen \u2013 ist jetzt offiziell f\u00fcr den 18. M\u00e4rz angek\u00fcndigt worden.<br \/>\nEs gibt nichts zu feiern an Sparpolitik und Verarmung! Tausende von w\u00fctenden Menschen und entschlossenen Aktivist_innen aus ganz Europa werden daher die Stra\u00dfen rund um den Eurotower blockieren und dieses Event der Macht und des Kapitals unterbrechen \u2013 passenderweise am 144. Jahrestag der Commune von Paris. Wir werden ihre Party \u00fcbernehmen und sie verwandeln in einen Ausdruck des transnationalen Widerstands gegen die europ\u00e4ische Krisenpolitik und gegen deren katastrophale Konsequenzen besonders f\u00fcr die Menschen im europ\u00e4ischen S\u00fcden.<br \/>\nDie EZB spielt eine wichtige Rolle in der ber\u00fcchtigten Troika. Sie ist verantwortlich f\u00fcr brutale K\u00fcrzungen, f\u00fcr wachsende Erwerbslosigkeit und sogar f\u00fcr den Zusammenbruch der Gesundheitsversorgung in Griechenland und anderen EU-Staaten. Zusammen mit der EU-Kommission und dem EU-Rat hat die EZB Sparpolitik, Privatisierung und Prekarisierung gef\u00f6rdert. Sie hat nicht einmal davor zur\u00fcck geschreckt, gew\u00e4hlte Regierungen zu erpressen, um ihre Angriffe auf die sozialen Rechte der Menschen durchzusetzen.<br \/>\nIm Verlauf der Krise wurde aus der EU mehr und mehr ein autorit\u00e4res Regime mit einem offensichtlichen Mangel an demokratischer Partizipation. Das m\u00f6rderische europ\u00e4ische Grenzregime und die fortschreitende Militarisierung sind ebenfalls Teil dieses Prozesses.<br \/>\nSie repr\u00e4sentieren uns nicht, ja sie wollen uns gar nicht mehr repr\u00e4sentieren! Die herrschenden Eliten haben uns nichts mehr anzubieten. Aber aus vielen Quellen entstehen dagegen neue Kr\u00e4fte und es ist unsere gemeinsame Aufgabe, Solidarit\u00e4t und Demokratie von unten aufzubauen. Sie wollen Kapitalismus ohne Demokratie, wir wollen Demokratie ohne Kapitalismus!<br \/>\nGleichzeitig m\u00fcssen wir besonders wachsam sein f\u00fcr die Gefahren des wachsenden Rassismus und dem Aufstieg der extremen Rechten, diesen h\u00e4sslichen Nebenprodukten der kapitalistischen Krise. W\u00e4hrend es die Absicht der Rechten ist, sowohl die Au\u00dfengrenzen zu verst\u00e4rken als auch neue Grenzen innerhalb Europas zu errichten, wollen wir im Gegenteil die Mauern der Festung Europas einrei\u00dfen.<br \/>\nEs ist zwar richtig, dass es gegenw\u00e4rtig keine st\u00e4ndigen Krisengipfel mit auslaufenden Deadlines f\u00fcr die Rettung des Euro oder der Kreditf\u00e4higkeit einzelner Mitgliedsstaaten mehr gibt. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Krise \u00fcberwunden w\u00e4re. In einigen L\u00e4ndern ist die Zeit der Schockstrategie noch l\u00e4ngst nicht vorbei und neue massive Spar- und K\u00fcrzungsprogramme sollen durchgesetzt werden. In anderen L\u00e4ndern haben wir es mit einer neuen Normalit\u00e4t von Unsicherheit und Armut zu tun. In jedem Fall ist klar geworden, dass die Ma\u00dfnahmen der Krisenpolitik niemals als vor\u00fcbergehend gedacht waren, sondern fest in den Staaten und den EU-Institutionen verankert wurden. Das hat den Weg bereitet f\u00fcr eine neue Phase, ein neues Gesellschaftsmodell von Prekarit\u00e4t und sehr eingeschr\u00e4nkten sozialen Rechten. Daran werden wir uns jedoch niemals gew\u00f6hnen!<br \/>\nDeutschland ist eine der treibenden Kr\u00e4fte hinter dieser Spar- und Austerit\u00e4tspolitik. Es ist gewisserma\u00dfen das Herz der Bestie und das relativ ruhige Auge des Sturms zugleich. Aber auch in Deutschland existieren Angriffe auf soziale Rechte, gibt es wachsende Prekarit\u00e4t und Armut. Daher gibt es f\u00fcr die Menschen in Deutschland viele gute Gr\u00fcnde sich zu wehren und aufzustehen f\u00fcr ein w\u00fcrdiges Leben, f\u00fcr gleiche Rechte und f\u00fcr reale Demokratie f\u00fcr alle Menschen, unabh\u00e4ngig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder Nationalit\u00e4t. Die Aktionen gegen die EZB-Er\u00f6ffnungsfeier in Frankfurt werden eine perfekte Gelegenheit sein, Seite an Seite mit vielen Aktivist_innen aus anderen L\u00e4ndern ein unmissverst\u00e4ndliches Zeichen der Solidarit\u00e4t zu setzen.<br \/>\nAus allen diesen Gr\u00fcnden rufen wir zu einer starken internationalen Beteiligung an den Aktionen am 18. M\u00e4rz 2015 in Frankfurt auf. Es wird nicht nur eine ungehorsame Massenaktion am Tag der EZB-Er\u00f6ffnung geben, sondern eine Vielzahl von Demonstrationen, Blockaden und anderen Aktionen darum herum. Die gro\u00dfen Blockupy Aktionen 2012 und 2013 waren nur der Anfang. Der Protest und der Widerstand werden nach Frankfurt zur\u00fcckkehren \u2013 st\u00e4rker in der Zahl und in der Entschlossenheit als zuvor!<\/p>\n<p><b>Wer sind wir?<\/b><br \/>\nWir sind verschiedene Aktivist_innen aus sozialen Bewegungen, Globalisierungskritiker_innen, Migrant_innen, Erwerbslose, prek\u00e4re und industrielle Arbeiter_innen, Parteimitglieder und Gewerkschafter_innen und viele mehr aus vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Wir wollen unsere K\u00e4mpfe und unsere Kr\u00e4fte \u00fcber Staatengrenzen hinweg verbinden. Zusammen wollen wir eine gemeinsame europ\u00e4ische Bewegung schaffen, einig in ihrer Vielfalt, die die Macht der Austerit\u00e4tspolitik \u00fcberwinden kann und damit beginnt, Demokratie und Solidarit\u00e4t von unten aufzubauen. Blockupy und die Aktionen in Frankfurt sind nur ein Schritt auf diesem Weg\u2026<br \/>\nWeb:&nbsp;<link http:\/\/blockupy.org\/en\/ - external-link-new-window \"Opens external link in new window\">http:\/\/blockupy.org<\/link>Kontakt:&nbsp;<link mailto:international@blockupy-frankfurt.org>international@blockupy-frankfurt.org<\/link><span style=\"font-family: Calibri, sans-serif; font-size: 11pt; \">&nbsp;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic; \">Prepared by Blockupy international and the Blockupy coordinating group, endorsed in the Closing assembly of the Blockupy festival, 23 Nov. 2014 in Frankfurt.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blockupy ruft zu einer starken internationalen Beteiligung an den Aktionen am 18. M\u00e4rz 2015 in Frankfurt auf. 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