{"id":22323,"date":"2015-01-19T13:53:00","date_gmt":"2015-01-19T12:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/am-25-jaenner-beginnt-die-wende-in-europa-in-griechenland\/"},"modified":"2023-09-27T16:08:28","modified_gmt":"2023-09-27T14:08:28","slug":"am-25-jaenner-beginnt-die-wende-in-europa-in-griechenland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/am-25-jaenner-beginnt-die-wende-in-europa-in-griechenland\/","title":{"rendered":"\u201eAm 25. J\u00e4nner beginnt die Wende in Europa in Griechenland\u201c"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"SYRIZA Kongress 3.Jan 2015, Foto von Rede von Aggelos Kalodoukas\" style=\"padding-right: 10px; padding-bottom: 10px; float: left;\" src=\"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/RTEmagicC_athens_3Jan2015_syriza_congress_01.jpg\" height=\"259\" width=\"300\" alt=\"\" \/>Liebe Genossinnen und Genossen,<br \/>\nes gibt kritische Momente in der Geschichte der Menschen und der V\u00f6lker. Und wir alle wissen, dass wir solch einen Moment erleben. Einen Moment, der die Zukunft des Landes \u00fcber viele Jahre bestimmen wird. Einen historischen Moment. \u00dcber solche Momente sagt unser Dichter Manolis Anagnostakis: Wie N\u00e4gel m\u00fcssen die Worte einschlagen, damit sie nicht vom Winde verweht werden. Mit Entschlossenheit, Konsequenz und Verantwortungsbewusstsein. Daher werden uns nicht vom Wind der Meinungsumfragen treiben lassen. Noch von den unfairen und unmoralischen Angriffen unserer Gegner. Noch von den Provokationen aller Art gegen uns. Noch von den Drohgeb\u00e4rden der falschen Freunde Griechenlands in den europ\u00e4ischen Laboratorien der Austerit\u00e4t. Wir werden kollektiv debattieren und entscheiden, einzig und allein danach gerichtet, dass wir nur eine M\u00f6glichkeit haben: zu gewinnen. Den gro\u00dfen Sieg unseres Volkes bei den kommenden Wahlen zu sichern. Einen Sieg, der so sicher ist, wie wir hier anwesend sind. Sofern wir alle zusammen, vereint und entschlossen, konsequent und umfassend, mit Herz und Verstand unseren Kampf f\u00fchren, von Haus zu Haus. Von Stadt zu Stadt. Und von Dorf zu Dorf. Dar\u00fcber debattieren wir heute. Und diese Entscheidungen werden wir heute treffen. Um unseren Wahlsieg so breit wie m\u00f6glich, so unbestreitbar und so klar wie m\u00f6glich zu gestalten. Und um uns gleichzeitig erneut unserem nicht verhandelbarem Programm zu verpflichten. Indem wir der gesellschaftlichen Trag\u00f6die sowie dem Alptraum der Austerit\u00e4t und des Autoritarismus ein Ende setzen. Indem wir der Barbarei ein Ende setzen. Aber auch indem wir das Messer tief bis auf die Wurzeln der Korruption, der institutionellen Verflechtung und der provokanten Ungerechtigkeit ansetzen. Aus diesem Grund ist es nicht \u00fcbertrieben zu behaupten, dass auf dem heutigen Parteitag nicht nur SYRIZA-Mitglieder anwesend sind. Auf unserem heutigen Parteitag ist ganz Griechenland anwesend. Nat\u00fcrlich nicht das Griechenland der Memoranden und jener, die deren Diktate nachplappern. Sondern jenes Griechenland, das f\u00fcr eine bessere Zukunft k\u00e4mpft. Das Griechenland der Armut und der W\u00fcrde, das sich nicht fatalistisch seinem Schicksal beugt, sondern sich bem\u00fcht, es zu ver\u00e4ndern. Das Griechenland, das Gerechtigkeit fordert. Das Griechenland, das beharrlich Widerstand leistet. Das Griechenland der Hoffnung. Das Griechenland der Demokratie, das Parteigrenzen und konstruierte \u00c4ngste \u00fcberwindet, um seine Rechte einzufordern. Dieses Griechenland weist uns alle in die richtige Richtung. Und es fordert, dass wir verantwortungsvoll, entschlossen, tapfer, effektiv und vereint dem gro\u00dfen Anliegen seiner Befreiung von der Autokratie der Memoranden dienen.<\/p>\n<p>Liebe Genossinnen und Genossen,<br \/>\nwir sagen und h\u00f6ren oft, dass niemand ein Volk aufhalten kann, das entschlossen ist, seine Rechte einzufordern. Und das stimmt. Aber ich glaube, wir sollten noch etwas hinzuf\u00fcgen: Ebenso m\u00fcssen jene, die sich verpflichtet haben, ein solches Volk zu f\u00fchren, nicht nur \u00fcber den Mut sondern auch \u00fcber den erforderlichen Verstand verf\u00fcgen, um gegen einen skrupellosen Gegner anzutreten. Und wir wissen, wie skrupellos unser Gegner ist. Nicht nur die angeschlagene Regierung Samaras. Sondern ebenso das gealterte, schuldbeladene und unverbesserliche Machtsystem, das Griechenland in ein Land der Willk\u00fcr verwandelt hat. Das Information in Angstpropaganda verwandelt hat. Das die Demokratie in eine Maschinerie zur Verabschiedung von Notverordnungen verwandelt hat. Und das die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t auf eine leere H\u00fclle reduziert hat. Der Wahlkampf hat vor ein paar Tagen genauso begonnen, so wie er 2012 geendet hatte. Herr Samaras versteckt sich vor dem Licht der \u00d6ffentlichkeit und beschw\u00f6rt Geister. Er l\u00e4sst die Angst von den Toten auferstehen. Er l\u00e4sst den Grexit von den Toten auferstehen. Er l\u00e4sst den Bankrott von den Toten auferstehen. Der Premierminister selbst f\u00fchrt ohne den geringsten Respekt vor seinem Amt diesen Tanz der Zombies an. Mit allen m\u00f6glichen L\u00fcgen als Hintergrundmusik. Und schaut euch an, wie weit er dabei geht. Er benutzt das Wort WAHRHEIT in einer L\u00fcgenkampagne. Wann hat denn Herr Samaras die Wahrheit gesagt und wann hat er gelogen? Sagte er die Wahrheit, als er das Memorandum verurteilte? Oder als er es bewarb und umsetzte? Sagte er die Wahrheit, als er sich im letzten Wahlkampf verpflichtete, \u00fcber 18 Punkte zu verhandeln? Oder als er als Premierminister genau das Gegenteil tat? Sagte er die Wahrheit, als er propagierte, dass Griechenland den Weg der Stabilit\u00e4t und des Wachstums eingeschlagen habe? Oder jetzt, wenn er klagt, dass sich Griechenland am Rand des Abgrunds befindet? Die Antwort auf diese Fragen ist, dass Herr Samaras immer die Wahrheit sagt. Weil seine einzige Wahrheit der Erhalt der Macht ist. Und zwar einer Macht im Dienste jener Interessen, die Griechenland als Pachtgrundst\u00fcck und Kolonie wollen. Einer Macht, die alles Alte, Abgenutzte und Ausbeuterische reproduziert. Einer Macht, welche die Gesellschaft zerst\u00f6rt und die altbekannten Reichen noch reicher macht. Vorgestern hat er sogar das geheime Programm von SYRIZA entdeckt! Um den Zombie des Staatsbankrotts wiederzubeleben. Er sollte unser Programm zumindest lesen. Um zu sehen, was die Road Map der Demokratie und der sozialen Gerechtigkeit beinhaltet, die wir vorschlagen. Und welchen Weg Griechenland nach den Wahlen einschlagen wird. Aber lassen wir Herrn Samaras sich mit seinen Zombies besch\u00e4ftigen, w\u00e4hrend wir nicht einfach nur eine neue Seite aufschlagen. Sondern ein ganz neues Buch. Diese Leute stehen auf der Seite der Zombies und wir auf der Seite des Lebens, der Hoffnung und der Zukunft dieses Landes. Sie stehen auf der Seite einer schmerzhaften Vergangenheit, wir auf der Seite einer hoffnungsvollen Zukunft.<\/p>\n<p>Liebe Genossinnen und Genossen,<br \/>\nwir wissen, dass die kommenden Tage ersch\u00f6pfend aber auch hoffnungsfroh sein werden. Eine Feier der Freiheit und der Demokratie, die am 25. Januar ihren H\u00f6hepunkt erreichen wird. Denn, was auch immer sie tun, wir sind in der Lage, damit fertigzuwerden. 2015 ist nicht 2012. Die Zukunft hat bereits begonnen. Arbeitnehmer, Arbeitslose und Rentner, die jungen Menschen, die Selbstst\u00e4ndigen ebenso wie die kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmer und die Landwirte haben die Entscheidung getroffen, ihr Schicksal in die eigenen H\u00e4nde zu nehmen. Und wir sagen es ihnen erneut von diesem Saal aus: SYRIZA seid ihr alle. SYRIZA streckt allen, die wollen, dass das Land den heutigen Alptraum loswird, die Hand entgegen. Unabh\u00e4ngig von der Partei, die sie bis gestern w\u00e4hlten. Unabh\u00e4ngig von den offenen Fragen und Zweifeln, die sie eventuell haben. Die sie berechtigterweise haben. Wir wollen aber niemanden, der einfach hinter uns steht. Wir wollen nicht, dass das Volk uns folgt, wir wollen es aktiv an unserer Seite. Ebenso wie wir all jene an unserer Seite wollen, die mit dem sozialen Rettungsprogramm einverstanden sind. Lasst uns den Kampf gemeinsam f\u00fchren. Lasst uns die Verantwortung teilen. Lasst uns den Sieg zum Triumph gestalten.<\/p>\n<p>Liebe Genossinnen und Genossen,<br \/>\nin diesem Saal sind nicht nur die Erwartungen Griechenlands omnipr\u00e4sent. Omnipr\u00e4sent ist auch die Hoffnung des demokratischen Europas auf Wandel. Weil am 25. Januar das demokratische Europa an Griechenland ankn\u00fcpfen wird. An uns ankn\u00fcpfen wird die gesellschaftliche Mehrheit, die gegen Austerit\u00e4t ist. Die sich bewusst ist, dass Europa nicht von der Linken gef\u00e4hrdet wird, sondern von der Politik von Frau Merkel. Vom Neoliberalismus und seinen Folgen: von der wirtschaftlichen Spaltung zwischen Nord und S\u00fcd, der Arbeitslosigkeit und dem sozialen Abstieg breiter Gesellschaftsschichten und der Mittelklasse. Vom Aufschwung des Rechtspopulismus und des Faschismus. Am 25. Januar findet die notwendige Wende in Europa hier in Griechenland ihren Anfang. Und unser Wahlsieg wird Ende des Jahres auch zum Sieg des spanischen Volkes. Mit Podemos und Izquierda Unida an der Regierung. Und ein Jahr sp\u00e4ter zu einem Sieg des irischen Volkes. Mit der Sinn F\u00e9in von Gerry Adams. Und schrittweise wird daraus eine Angelegenheit von immer mehr Menschen werden. Das griechische Volk wird mit seiner Stimmabgabe f\u00fcr SYRIZA ein positives Beispiel fortschrittlicher Entwicklungen in Europa geben. Und wir sind nicht mehr die Einzigen, die das behaupten. Die europ\u00e4ische Presse berichtet ebenfalls davon. Selbst die Financial Times interpretieren die politischen Entwicklungen in Griechenland als Botschaft f\u00fcr einen notwendigen Politikwechsel und die Beendigung der Austerit\u00e4t in Europa. Der Spiegel erkennt an, dass SYRIZA eine politische Kraft mit der realistischen und gerechten Forderung des Erlasses der griechischen Staatsschulden ist. Und dies sind lediglich zwei beispielhaft genannte Artikel, die den Stimmungswechsel aufzeigen. Aber es sind nicht nur die Medien. Es ist auch eine Reihe von Erkl\u00e4rungen europ\u00e4ischen Amtstr\u00e4ger, welche der Panikmache f\u00fcr den Tag danach den Wind aus den Segeln nehmen. Nur Herr Samaras, die inl\u00e4ndischen miteinander verflochtenen Interessenskreise und ihre medialen und politischen Sprachrohre beteuern und propagieren, SYRIZA sei eine Bedrohung f\u00fcr Europa. Die Neutralit\u00e4tsbekundungen einer Reihe von Vertretern der europ\u00e4ischen F\u00fchrung zeigen, dass allen bewusst wird, dass der Wandel in Griechenland am Kommen ist, um sich in Europa auszubreiten. SYRIZA ist Europa im Wandel. Herr Samaras im Gegenteil ist die Nachhut von Herrn Sch\u00e4uble in einem Europa der Austerit\u00e4t, das sich im R\u00fcckzug befindet. Aber am 25. Januar w\u00e4hlt nicht Herr Sch\u00e4uble. Es w\u00e4hlen die Griechen. Sehr zum Ungl\u00fcck von Herrn Samaras.<\/p>\n<p>Liebe Genossinnen und Genossen,<br \/>\nam 25. Januar stehen sich nicht nur zwei Alternativen f\u00fcr die Gegenwart und die Zukunft Griechenlands in Europa gegen\u00fcber. Es messen sich zwei Welten. Auf der einen Seite steht die alte politische Welt, die abdankt. Die Protagonisten des Verfalls und der Krise, die Nea Dimokratia und die PASOK, danken ab, nachdem sie das Land versenkt haben, nachdem sie Korruption, institutionelle Verflechtung und Kleptokratie gesch\u00fcrt haben.<\/p>\n<ul>\n<li>Sie gehen, nachdem sie den Gl\u00e4ubigern und der Troika die Schl\u00fcssel des Landes \u00fcberreicht haben. Weil sie niemals verhandelt haben!<\/li>\n<li>Sie gehen und lassen in etwa die halbe Bev\u00f6lkerung des Landes, d.h. 6,3 Millionen unserer Mitmenschen, in Armut hinter sich.<\/li>\n<li>Sie gehen, nachdem sie fast ein Drittel der Arbeitnehmerschaft der Arbeitslosigkeit und 71% der Arbeitslosen der Langzeitarbeitslosigkeit \u00fcberlassen haben.<\/li>\n<li>Sie gehen, nachdem sie mit der ber\u00fchmten E-Mail von Herrn Samaras der Troika neue Lohn- und Rentenk\u00fcrzungen, Erh\u00f6hungen der Mehrwertsteuers\u00e4tze f\u00fcr Medikamente, Lebensmittel, Strom und Wasser, sowie die Abschaffung der Solidarit\u00e4tsbeihilfe f\u00fcr Rentner (EKAS) ab 2015 f\u00fcr ca. 320.000 Niedrigrentner zugesichert haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aber nach der enth\u00fcllenden Erkl\u00e4rung der Vertreterin der Nea Dimokratia, dass Herr Samaras diese vereinbarten Ma\u00dfnahmen im Falle seiner Wiederwahl sofort vor das Parlament bringen wird, m\u00fcssen wir die Dinge beim Namen nennen. Es handelt sich nicht um eine E-Mail von Finanzminister Chardouvelis. Es handelt sich um eine E-Mail von Herrn Samaras. Und die E-Mail von Herrn Samaras ist das gemeinsame Regierungsprogramm der Nea Dimokratia und der Troika. Sie ist das neue Memorandum. Sie bedeutet eine noch h\u00e4rtere Austerit\u00e4t auf dem Boden der akkumulierten Einkommensk\u00fcrzungen und der \u00dcberbesteuerung sechs ganzer Jahre. Das ist die Wahrheit, welche die Nea Dimokratia glaubt, vor dem griechischen Volk verheimlichen zu k\u00f6nnen. Aber im Gegensatz zu 2012 gibt es heute keine geheime Agenda. Sie k\u00f6nnen nicht verheimlichen, dass sie bereits neue harte Sparma\u00dfnahmen vereinbart haben. Und, noch schlimmer, dass sie den sofortigen Beginn eines Pogroms in Form der Zwangsversteigerung von Hauptwohnungen sofort nach den Wahlen vereinbart und akzeptiert haben, falls sie wiedergew\u00e4hlt werden. Gro\u00dfe Pakete von Wohungsbau- und -kaufkrediten werden bereits von den Systembanken an so genannte Distress Funds weiterverkauft. An die so genannten Geier der M\u00e4rkte, die sich bereit machen, sich auf die Hauptwohnungen von Tagel\u00f6hnern, von Familien, von denjenigen, die um ihre Existenz k\u00e4mpfen, die ihr Heim mit Hypotheken belastet haben, zu st\u00fcrzen. Und dies, weil die Regierungsmehrheit bereits zwei Mal im Parlament Gesetzes\u00e4nderungen von SYRIZA abgelehnt hat, welche die \u00dcbertragung der Darlehen der einfachen Leute an diese Geier verbieten w\u00fcrden. Daher ist es keine \u00dcbertreibung zu behaupten: Fr\u00fcher drohte die Propaganda damit, dass die Kommunisten kommen werden, um uns unsere H\u00e4user wegzunehmen. Heute werden die H\u00e4user der Bev\u00f6lkerung weder von den Kommunisten noch von den Linken bedroht. Die H\u00e4user der Bev\u00f6lkerung werden von den Banken, den neuen Memoranden und von Herrn Samaras bedroht, der dies bereits akzeptiert und unterzeichnet hat. Aber nun wei\u00df es unser Volk und wird sich nicht hinters Licht f\u00fchren lassen. Am 26. Januar wird es der nationalen Erniedrigung und der humanit\u00e4ren Krise ein definitives Ende bereiten. Es wird dem Irrsinn der Memoranden ein Ende bereiten. Durch die Stimmabgabe f\u00fcr SYRIZA. Durch eine Regierung des Volkes mit absoluter Mehrheit. Durch eine SYRIZA-Regierung mit absoluter Mehrheit. Indem der Weg f\u00fcr den Wiederaufbau von Entwicklung und Produktion, f\u00fcr die kulturelle Wiedergeburt unseres Vaterlandes geebnet wird. Mit dem &quot;Programm von Thessaloniki&quot; gew\u00e4hrleisten wir finanzielle Sicherheit und w\u00fcrdige Lebensverh\u00e4ltnisse f\u00fcr jede Griechin und jeden Griechen. Durch eine intensive Verhandlung der Schuldenfrage gew\u00e4hrleisten wir eine tats\u00e4chlich gleichwertige Teilnahme unseres Landes an der Eurozone, ohne die Austerit\u00e4t, die nicht durch die europ\u00e4ischen Vertr\u00e4ge auferlegt wird und die dem Land so viel Leid zugef\u00fcgt hat. Deswegen ist das Dilemma am 25. Januar eindeutig: Memorandum oder SYRIZA. Unterwerfung oder Verhandlung. Austerit\u00e4t oder Wachstum. Und die Antwort unseres Volkes wird SYRIZA lauten, eine Regierung der sozialen Rettung f\u00fcr W\u00fcrde, Gerechtigkeit und Demokratie.<\/p>\n<p>Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde,<br \/>\nunsere Gegner bezichtigen uns, wir w\u00fcrden nach einem Bruch mit unseren Partnern in der Eurozone trachten, gar einen solchen planen. Wonach wir streben, was wir jedoch planen, ist ein Bruch mit der Barbarei. Ein Bruch mit dem Irrsinn und den Fehlern. Diese Politik kann nicht weitergef\u00fchrt werden. Und das sagen nicht nur wir Linke. Alle wissen es. Selbst unsere Partner. Weder die Staatsschulden sind nachhaltig, noch ist die heutige Politik nachhaltig. Deswegen werden wir diese Politik \u00e4ndern. Wir werden dem wirtschaftlichen und sozialen Irrsinn der Memoranden und der Austerit\u00e4t ein Ende setzen. Und dies ist Sache des griechischen Volkes und niemandes sonst. Wir werden den Kampf f\u00fcr die Befreiung Griechenlands von der Zwangsjacke der Schuldenlast f\u00fchren. Indem wir in ehrlichen aber entschlossenen Verhandlungen mit den Interessen unseres Volkes als un\u00fcberschreitbarer roter Linie den Erlass des gr\u00f6\u00dften Teils der Schulden fordern. Denn die Schulden sind nicht einfach untragbar. Es ist objektiv unm\u00f6glich, sie abzubezahlen. Es kann nicht sein, dass Griechenland neue Schulden aufnimmt, blo\u00df um alte Schulden zur\u00fcckzuzahlen. Es ist objektiv notwendig, diesem katastrophalen Teufelskreis ein Ende zu setzen. Damit Griechenland endlich den Weg des Wachstums einschl\u00e4gt. Der Einzige, der dies nicht anerkennt, ist Herr Samaras. Er ist der Einzige in ganz Europa, der darauf besteht, dass die Schulden nachhaltig seien. Und auf diese Art und Weise OBJEKTIV den Standpunkt des Landes unterminiert. Um nicht einzugestehen, dass sein Programm gescheitert ist. Dass die Austerit\u00e4t ein Ende finden muss, dass es gesellschaftlich und wirtschaftlich notwendig ist, dass sie beendet wird. Wir bestehen darauf, dass die Austerit\u00e4t ein katastrophaler Irrsinn ist. Und dass zur Abzahlung der Schulden eine mutige Umstrukturierung erforderlich ist. Und in Bezug darauf kann kein ernstzunehmender Analyst in ganz Europa eine andere Meinung vertreten. Niemand kann es leugnen! Auf der Grundlage dieser einfachen und realistischen Thesen erkl\u00e4ren wir Folgendes:<br \/>\nErstens: Wir lehnen die Logik der wirklichkeitsfremden Prim\u00e4r\u00fcbersch\u00fcsse ab, welche nichts als ein anderer Name f\u00fcr Austerit\u00e4t sind. Welche nichts als Austerit\u00e4t selbst sind. Und wir bleiben standhaft in unserem Streben nach ausgeglichenen Prim\u00e4rhaushalten sowie der Notwendigkeit, das Programm \u00f6ffentlicher Investitionen aus der Berechnung des Defizits auszunehmen.<br \/>\nZweitens: Wir streben nach einem \u00dcbereinkommen \u00fcber Entwicklungsinstrumente, die zum Gesamtwachstum beitragen werden, das alle B\u00fcrger betrifft.<br \/>\nDrittens: Wir werden das Bankensystem im Rahmen der EZB sch\u00fctzen und f\u00fcr die Einlagen der griechischen B\u00fcrger b\u00fcrgen.<br \/>\nViertens: Wir werden im Rahmen der Europ\u00e4ischen Union und der europ\u00e4ischen Institutionen \u00fcber ein neues, realistisches \u00dcbereinkommen \u00fcber die Bedienung der Schulden und das Wachstum der Realwirtschaft mit folgenden Zielen verhandeln, von denen alle Seiten profitieren werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Den Erlass des gr\u00f6\u00dften Teils des nominellen Schuldenbetrags, damit die Schulden nachhaltig werden, und zwar nach einer Methode, welche den V\u00f6lkern Europas keinen Schaden zuf\u00fcgt, sondern anhand kollektiver europ\u00e4ischer Mechanismen. Dies ist 1953 f\u00fcr Deutschland geschehen. 2015 soll es auch f\u00fcr Griechenland erfolgen.<\/li>\n<li>Eine &quot;Wachstumsklausel&quot; f\u00fcr die Tilgung der Schulden, damit diese durch Wachstum und nicht durch den Haushalts\u00fcberschuss erfolgt.<\/li>\n<li>Eine tilgungsfreie Zeit, d.h. ein Moratorium f\u00fcr die Bedienung der Schulden zur unmittelbaren Einsparung von Ressourcen f\u00fcr Wachstum und zur Wiederbelebung der Wirtschaft.<\/li>\n<li>Die Ausnahme des Programms \u00f6ffentlicher Investitionen von den Beschr\u00e4nkungen des Stabilit\u00e4ts- und Wachstumspakts f\u00fcr einen gewissen Zeitraum.<\/li>\n<li>Ein Abkommen \u00fcber einen &quot;europ\u00e4ischen New Deal&quot; mit \u00f6ffentlichen Investitionen f\u00fcr Wachstum.<\/li>\n<li>Eine quantitative Lockerung der Bedingungen durch den Direktkauf von Staatsanleihen durch die Europ\u00e4ische Zentralbank. Wir hoffen, dass dies bei der Sitzung des EZB-Rates am 22. Januar beschlossen wird.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Liebe Genossinnen und Genossen,<br \/>\nwir h\u00f6ren in letzter Zeit die Behauptung, eine SYRIZA-Regierung sei angeblich durch die Unterschrift von Herrn Samaras im Namen der &quot;Kontinuit\u00e4t des Staates&quot; gebunden. Daher, behaupten diejenigen, die diese Behauptung in Umlauf bringen, seien uns die H\u00e4nde gebunden. Die Kontinuit\u00e4t des Staates und das Beharren auf einer objektiv ausweglosen und gesellschaftlich katastrophalen Politik sind jedoch zwei v\u00f6llig verschiedene Sachen. Lasst uns also Folgendes klarstellen: Am 25. Januar findet die durch Rechtswidrigkeit und Autoritarismus gepr\u00e4gte Unterwerfung ihr Ende. Alle sollten sich dessen bewusst sein. Und eine Verhandlung wird stattfinden! Und dabei wird ein \u00dcbereinkommen erreicht werden! Und das Memorandum samt Troika wird der Vergangenheit angeh\u00f6ren! Wenn selbst die deutsche Regierung ihre nationalen Interessen \u00fcber die gemeinsam vereinbarte Obergrenze von 6% f\u00fcr den Handels\u00fcberschuss stellt und dagegen verst\u00f6\u00dft, ist es undenkbar, dass eine SYRIZA-Regierung dazu aufgerufen wird, politische Ma\u00dfnahmen zu akzeptieren, die sie seit 2010 ablehnt, nachdem sie genau mit dem Mandat gew\u00e4hlt wird, diese abzuschaffen.<\/p>\n<p>Liebe Genossinnen und Genossen,<br \/>\ndas Regierungsprogramm von SYRIZA ist umfassend und umsetzungsbereit. Es ist das &quot;Programm von Thessaloniki&quot;, der Nationale Plan f\u00fcr den Wiederaufbau, der unabh\u00e4ngig vom Ausgang der Verhandlungen umgesetzt wird. Es ist ein detailliert ausgearbeitetes Programm mit genau berechneten Kosten zur Bew\u00e4ltigung der tiefen Wunden des Memorandums und zur Wiederbelebung der Wirtschaft unter Bedingungen eines ausgeglichenen Haushalts. Es ist ein Programm, das keine neuen Defizite sondern Bedingungen f\u00fcr den sozialen Wiederaufbau und einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung schaffen wird. Unser Programm umfasst die tats\u00e4chlichen fortschrittlichen Reformen, welche die Gesellschaft ben\u00f6tigt, nicht die neoliberalen Gegenreformen des Wirtschafts- und Sozialabbaus.<br \/>\nDas &quot;Programm von Thessaloniki&quot; umfasst die folgenden vier grundlegenden S\u00e4ulen zur Umkehrung des Sozial- und Wirtschaftsabbaus, zum wirtschaftlichen Aufschwung und zur \u00dcberwindung der Krise:<\/p>\n<ol>\n<li>Unser Programm zur Bew\u00e4ltigung der humanit\u00e4ren Krise;<\/li>\n<li>Sofortige Ma\u00dfnahmen zur Wiederbelebung der Wirtschaft;<\/li>\n<li>Den Nationalen Plan zur Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen;<\/li>\n<li>Reformen zur institutionellen und demokratischen Umgestaltung der \u00f6ffentlichen Verwaltung.\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>1. Unser Programm zur sofortigen Bew\u00e4ltigung der humanit\u00e4ren Krise und zur Unterst\u00fctzung der Niedrigrentner umfasst:<\/p>\n<ul>\n<li>kostenfreie Stromversorgung und Lebensmittelgutscheine f\u00fcr mindestens dreihunderttausend Haushalte,<\/li>\n<li>ein Programm zur Sicherung von Wohnraum,<\/li>\n<li>eine 13. Monatsrente f\u00fcr Niedrigrentner mit einer Rente von unter \u20ac 700,<\/li>\n<li>kostenfreie medizinische und medikament\u00f6se Versorgung,<\/li>\n<li>eine Sonderkarte zur Bef\u00f6rderung in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln,<\/li>\n<li>die Abschaffung der Sondersteuer auf Heiz\u00f6l.<\/li>\n<\/ul>\n<p>2. Die zweite S\u00e4ule umfasst Ma\u00dfnahmen zur Wiederbelebung der Wirtschaft. Ihr Ziel ist die St\u00fctzung kleiner und mittelst\u00e4ndischer Unternehmen, ebenso wie die Steigerung der \u00f6ffentlichen Einnahmen durch eine Regulierung von Zahlungsr\u00fcckst\u00e4nden. Die Regelungen der Regierung Samaras zur gleichen Angelegenheit sind j\u00e4mmerlich gescheitert. Bezeichnend ist, dass von 1,7 Mio. Schuldnern der Versicherungskassen bis heute gerade mal 3.000 Antr\u00e4ge gestellt wurden. Und das liegt daran, dass die Regulierung der Regierung so viele Voraussetzungen stellt, dass sie sich in der Praxis von selbst aufhebt. Zur gleichen Zeit haben die Zahlungsr\u00fcckst\u00e4nde an die Staatskasse \u20ac 70 Mrd. bei Weitem \u00fcberstiegen. Allein im November 2014 sind die Zahlungsr\u00fcckst\u00e4nde um \u20ac 1,6 Mrd. gestiegen, um mehr als je zuvor.<\/p>\n<ul>\n<li>Der Vorschlag von SYRIZA \u00fcber die Einrichtung regionaler Sonderaussch\u00fcsse zum au\u00dfergerichtlichen Vergleich ist daher nicht nur aktuell, sondern unausweichlich, damit die Schulden an die Staatskasse und die Versicherungskassen sofort eingenommen werden.<\/li>\n<li>Die Raten der R\u00fcckzahlung werden 30% des Jahreseinkommens des jeweiligen Schuldners nicht \u00fcberschreiten.<\/li>\n<li>Zuschl\u00e4ge und Geldstrafen werden 30% des urspr\u00fcnglich geschuldeten Kapitals nicht \u00fcberschreiten.<\/li>\n<li>Denjenigen, die an der Regulierung teilnehmen, wird sofort eine steuerliche und versicherungstechnische Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt.<\/li>\n<li>Die Pf\u00e4ndung und strafrechtliche Verfolgung gegen alle, die an der Regulierung teilnehmen, wird sofort eingestellt und f\u00fcr jene, die erwiesenerma\u00dfen \u00fcber ein Nulleinkommen verf\u00fcgen, ausgesetzt.<\/li>\n<li>Das verfassungswidrige gerichtliche Schnellverfahren wegen Schulden an die Staatskasse wird abgeschafft.<\/li>\n<li>Das Fallbeil der Einheitlichen Immobiliensteuer (ENFIA) wird abgeschafft und es wird eine sozial gerechte Gro\u00dfgrundsteuer eingef\u00fchrt.<\/li>\n<li>Die Steuerfreigrenze wird auf \u20ac 12.000 f\u00fcr alle festgesetzt.<\/li>\n<li>Wir werden eine \u00f6ffentliche Entwicklungsbank und Spezialbanken f\u00fcr kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmer und Landwirte gr\u00fcnden.<\/li>\n<li>Und schlie\u00dflich werden wir das Programm der Neuen Seisachtheia zur Regulierung notleidender Darlehen in Gang setzen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Regulierung der notleidenden Darlehen ist eine Frage von zentraler Bedeutung f\u00fcr die Wiederbelebung der Wirtschaft. Denn es handelt sich um die Bew\u00e4ltigung von Privatschulden an Banken, die nicht nur die Schuldner in den wirtschaftlichen Ruin treiben, sondern gleichzeitig Liquidit\u00e4tsprobleme in der Realwirtschaft schaffen. Auf der Internationalen Ausstellung von Thessaloniki haben wir die Grunds\u00e4tze unseres Vorschlags zur Bew\u00e4ltigung des Problems vorgestellt. Wir werden eine \u00f6ffentliche zwischengeschaltete Stelle zur Verwaltung von Privatschulden einrichten, d.h. nicht in Form einer &quot;Bad Bank&quot;, sondern im Gegenteil als Verwalter von f\u00e4lligen Schulden jeglicher Art an Banken und als Pr\u00fcfer der Banken in Bezug auf die Einhaltung der vereinbarten Regulierung. Wir werden diese Stelle einrichten, um die gerechte und gleichberechtigte Behandlung aller Darlehensnehmer zu gew\u00e4hrleisten. Im Gegensatz zur Regierung Samaras, welche die \u00fcberschuldeten Unternehmen per Gesetz an die Banken ausgeliefert hat, die sie nun einseitig unter Zwangsverwaltung (d.h. unter ein spezielles Konkurs- und Abwicklungsverfahren) stellen k\u00f6nnen, werden wir eine schnell anzuwendende L\u00f6sung ohne langwierige b\u00fcrokratische Verfahren umsetzen. Es handelt sich um eine L\u00f6sung, die Besch\u00e4ftigung sicherstellen und auf die Weiterf\u00fchrung des Betriebs der Unternehmen abzielen wird, damit eine oligopolistische Konzentration auf dem Markt vermieden wird. Ferner streben wir nach einer L\u00f6sung, die &#8211; abgesehen von Ausnahmen f\u00fcr besondere Entwicklungsziele &#8211; nicht aus staatlichen Mitteln finanziert wird. Wir werden die \u00dcbernahme notleidender Darlehen durch internationale Fonds verbieten, die es sich zum Ziel gesetzt haben, auf dem R\u00fccken der griechischen B\u00fcrger und der griechischen Wirtschaft zu spekulieren. In Bezug auf die Frage der Zwangsversteigerung von Wohnraum \u00fcbernehmen wir folgende Verpflichtungen: Mit SYRIZA an der Regierung werden die Griechen und Griechinnen unbesorgt in ihren Wohnungen schlafen k\u00f6nnen. Wir werden Zwangsversteigerungen von Hauptwohnungen aussetzen. Wir werden nicht zulassen, dass die Banken die Hauptwohnungen der Mittelklasse und der Arbeitnehmer ber\u00fchren. Punkt aus!<br \/>\n<br \/>3. Die dritte S\u00e4ule unseres Plans umfasst Ma\u00dfnahmen zur Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen. Die Unterst\u00fctzung der Arbeitnehmerschaft und die St\u00e4rkung ihrer Verhandlungskraft ist eine der zentralen politischen S\u00e4ulen des Programms von SYRIZA. Wir werden die Willk\u00fcr der Arbeitgeber beenden. In Zusammenarbeit mit der Internationalen Arbeitsorganisation werden wir das Arbeitsrecht wiederherstellen, das die unter dem Memorandum verabschiedeten Gesetze abgeschafft haben. Wir sind konsequent in der Verpflichtung, die wir \u00fcbernommen haben, f\u00fcr:<\/p>\n<ul>\n<li>Wiedererh\u00f6hung des Mindestlohns auf \u20ac 751 f\u00fcr alle,<\/li>\n<li>Wiederherstellung der Tarifvertr\u00e4ge und Wiedereinf\u00fchrung ihrer dreij\u00e4hrigen Laufzeit, der Erweiterbarkeit ihrer G\u00fcltigkeit auf die gesamte jeweilige Branche, ihrer Nachwirkung und der Schlichtung,<\/li>\n<li>Abschaffung der Regelungen \u00fcber Massenentlassungen,<\/li>\n<li>Umsetzung des Plans zur sofortigen Schaffung von 300.000 Arbeitspl\u00e4tzen im Privatsektor, im \u00f6ffentlichen Sektor sowie im Sektor der Sozialwirtschaft.<\/li>\n<\/ul>\n<p>4. Die vierte S\u00e4ule umfasst Interventionen zum institutionellen und demokratischen Wiederaufbau des Staates. SYRIZA ist nicht f\u00fcr den klientelistischen Staat verantwortlich, den die Parteien geschaffen haben, die das Land regiert und zerst\u00f6rt haben. Wir kennen die pathogenen Zust\u00e4nde der \u00f6ffentlichen Verwaltung! Wir bestehen aber darauf, dass die Regierungen des Memorandums nichts getan haben, um diese zu ver\u00e4ndern. Ganz im Gegenteil befindet sich heute die griechische \u00f6ffentliche Verwaltung kurz vor dem Zusammenbruch. Im Rahmen des Programms f\u00fcr ihre Neugestaltung legen wir einen integrierten Plan f\u00fcr ihre demokratische Reform und Rationalisierung vor.<\/p>\n<ul>\n<li>Wir werden die Struktur der Regierung (durch Zusammenlegung von Ministerien und Abschaffung von Regierungsorganen) zur besseren Koordination und Planung des Wiederaufbaus der Produktion ver\u00e4ndern. In der SYRIZA-Regierung sind nur zehn Ministerien vorgesehen. Wir werden nicht \u00fcber einen dekorativen Ministerrat, sondern \u00fcber ein starkes kollektives Organ der politischen Planung und Koordination verf\u00fcgen.<\/li>\n<li>Wir werden die zahlreichen Regierungsorgane abschaffen, die als Gew\u00e4chshaus f\u00fcr die Korruption und zur Vertuschung politischer Verantwortung dienen.<\/li>\n<li>Wir werden den \u00f6ffentlichen Sektor von den Scharen von Beratern und abgeordneten Beamten entlasten und die B\u00fcros der Minister, Generalsekret\u00e4re und Beh\u00f6rdenleiter aus den Reihen der Beamten besetzen.<\/li>\n<li>Wir werden die unter dem Memorandum verabschiedete Gesetzgebung \u00fcber das Beamtendisziplinarrecht abschaffen.<\/li>\n<li>Wir werden das Institut der Suspendierung im Rahmen der Mobilit\u00e4t zur Rationalisierung der Personalverteilung zwischen Beh\u00f6rden und Ministerien abschaffen.<\/li>\n<li>Wir werden die verfassungswidrig Entlassenen rehabilitieren.<\/li>\n<li>Wir werden das verfassungswidrige Gesetz \u00fcber die Beurteilung von Beamten abschaffen. Die Beurteilung von Beamten und Beh\u00f6rden wird anhand objektiver Indikatoren erfolgen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir wissen, dass das Hauptproblem der B\u00fcrger in der B\u00fcrokratie, den Verz\u00f6gerungen bei der Bearbeitung ihrer Anliegen und der Vielzahl an Rechtsvorschriften liegt; all dies ist in Wirklichkeit eine Methode der Machtaus\u00fcbung und des Erhalts der Korruption. Anders ausgedr\u00fcckt, sind es die Verfahren der \u00f6ffentlichen Verwaltung. Aus diesem Grund:<\/p>\n<ul>\n<li>Werden wir zur Bek\u00e4mpfung der Kleinkorruption den physischen Kontakt zwischen Verwaltung und Verwalteten beschr\u00e4nken.<\/li>\n<li>Wir werden die B\u00fcrgerservicezentren (KEP) aufwerten, indem wir sie in Mehrzweckzentren im Dienste der B\u00fcrger und der Unternehmen umgestalten und in allen \u00f6ffentlichen Diensten B\u00fcrgerserviceabteilungen einrichten.<\/li>\n<li>Wir werden f\u00fcr jeden B\u00fcrger eine elektronische Karte mit allen erforderlichen Informationen f\u00fcr seine Rechtsgesch\u00e4fte mit der \u00f6ffentlichen Verwaltung einf\u00fchren.<\/li>\n<li>Wir werden das \u00dcberma\u00df an erforderlichen Belegen f\u00fcr die Ausstellung von Baugenehmigungen und Betriebsgenehmigungen f\u00fcr Gesch\u00e4fte abschaffen.<\/li>\n<li>Anstelle der pr\u00e4ventiven Kontrolle werden wir eine repressive Kontrolle einf\u00fchren.<\/li>\n<li>Wir werden einen dem Parlament unterstehenden Sonderdienst zur Kodifizierung der Gesetzgebung einrichten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir werden das Verflechtungsdreieck zwischen politischen Parteien, Wirtschaftsoligarchie und Banken aufbrechen. In Bezug auf die politischen Parteien verpflichtet sich SYRIZA:<\/p>\n<ul>\n<li>Den Rahmen f\u00fcr Bankenkredite an Parteien umzugestalten, indem wir eine Kreditobergrenze einf\u00fchren, langfristige Kredite verbieten und eine Kreditvergabe \u00fcber einen kleinen Teil der staatlichen Finanzierung allgemein verbieten.<\/li>\n<li>Umfassende Kontrolle und Transparenz bei den Finanzen der Parteien zu f\u00f6rdern.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In Bezug auf die Medien:<\/p>\n<ul>\n<li>Werden wir umgehend jene Gesetzesvorschriften aktivieren, die es der griechischen Zentralbank oder den zust\u00e4ndigen Staatsanwaltschaften erlauben, Kontrollen \u00fcber die Herkunft der Finanzierung von Informationsunternehmen durchzuf\u00fchren, und die f\u00fcr alle Aktiengesellschaften gelten und vorsehen, dass ein Verluste erwirtschaftendes Unternehmen nicht unbegrenzt betrieben werden kann, ohne rekapitalisiert zu werden.<\/li>\n<li>Wir werden die Betriebsgenehmigungen f\u00fcr Medien von Grund auf neu ausschreiben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Bereich der \u00f6ffentlichen Vertr\u00e4ge wird die SYRIZA-Regierung den einschl\u00e4gigen institutionellen Rahmen unter Beachtung der europ\u00e4ischen Gesetzgebung \u00fcberarbeiten.<\/p>\n<ul>\n<li>Wir werden die Institute der gesellschaftlichen Kontrolle, der Transparenz und der \u00d6ffentlichkeit in allen Phasen st\u00e4rken.<\/li>\n<li>Wir werden die Bedingungen f\u00fcr die Planung und Ausf\u00fchrung \u00f6ffentlicher Vertr\u00e4ge strenger gestalten.<\/li>\n<li>Wir werden einen objektiven und transparenten institutionellen Rahmen f\u00fcr \u00f6ffentliche Ausschreibungen erarbeiten.<\/li>\n<li>Wir werden Pro-Forma-Ausschreibungen ein Ende setzen!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und schlie\u00dflich wird SYRIZA f\u00fcr Gerechtigkeit sorgen: Wir werden die Unterlagen- und Datenerfassung \u00fcber laufende oder in den letzten f\u00fcnf Jahren abgehaltene problematische Ausschreibungen systematisch gestalten.<\/p>\n<ul>\n<li>Wir werden die umgehende Wiedergutmachung eventueller Verm\u00f6gens- oder sonstiger Sch\u00e4den der Staatskasse in F\u00e4llen &quot;s\u00fcndiger&quot; Vertr\u00e4ge sicherstellen.<\/li>\n<li>Wir werden die verfassungswidrigen und einer Demokratie unw\u00fcrdigen Vorschriften abschaffen, die den Vorst\u00e4nden des Finanzstabilit\u00e4tsfonds (TChS) und des Fonds zur Verwaltung des Privatverm\u00f6gens des Staates (TAIPED) Immunit\u00e4t gew\u00e4hren. Diese Immunit\u00e4t ist das Schuldgest\u00e4ndnis des Establishments des Memorandums und seiner W\u00fcrdentr\u00e4ger, die der griechischen Staatskasse bewusst Schaden zugef\u00fcgt haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir vergessen das nicht. Wir werden es nicht vergessen!<br \/>\nSYRIZA wird der Unglaubw\u00fcrdigkeit, der Rechtswidrigkeit, den Verwaltungsmissst\u00e4nden, der Korruption und der Dekadenz ein Ende setzen! Und hierf\u00fcr ist eine Umstrukturierung und St\u00e4rkung der Kontrollmechanismen erforderlich. Das ist unsere Botschaft, h\u00f6rt gut zu: Einhaltung der Legalit\u00e4t \u00fcberall. Achtung des Rechtsstaats \u00fcberall. Die Party ist vorbei!<br \/>\nWir werden alle Kontrollmechanismen in ein einheitliches, dem Premierminister direkt unterstehendes Amt zusammenf\u00fchren.<br \/>\nIn dieser Richtung werden die ersten Ma\u00dfnahmen von SYRIZA in Folgendem bestehen:<\/p>\n<ol>\n<li>In der St\u00e4rkung und Unterst\u00fctzung des Amts f\u00fcr Wirtschaftskriminalit\u00e4tsbek\u00e4mpfung und des Amts f\u00fcr Arbeitsinspektion, damit in der Privatwirtschaft und in der \u00f6ffentlichen Verwaltung die Legalit\u00e4t eingehalten wird, aber auch damit der Arbeitsmarkt von Praktiken der z\u00fcgellosen Ausbeutung und der nicht versicherten Arbeit bereinigt wird.<\/li>\n<li>In der Unterst\u00fctzung des erfolgreichen Beginns der Bek\u00e4mpfung von Geldw\u00e4sche.<\/li>\n<li>In der Reaktivierung des Ausschusses f\u00fcr Verm\u00f6genserkl\u00e4rungen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mit einer SYRIZA-Regierung werden alle Rechenschaft dar\u00fcber geben m\u00fcssen, woher ihr Geld stammt.<\/p>\n<p>Liebe Genossinnen und Genossen,<br \/>\nSYRIZA kommt nicht, um ein korruptes und bankrottes Machtsystem zu erben.<br \/>\nWir kommen, um es umzust\u00fcrzen. Wir kommen nicht, um Machtstrukturen und -vorrechte einzunehmen, sondern um diese Strukturen zu ver\u00e4ndern und die Vorrechte abzuschaffen. Wir kommen, um Gerechtigkeit, Gleichberechtigung und Meritokratie zu gew\u00e4hren. Wir sind uns jedoch voll und ganz \u00fcber alle Schwierigkeiten im Klaren, die wir bew\u00e4ltigen m\u00fcssen. Wir wissen, dass wir nicht nur verbrannte Erde erben werden. Wir werden eine aufgel\u00f6ste Produktionsbasis und ein politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich gespaltenes und diskreditiertes Land erben. Es obliegt unserer Verantwortung, dass wir es alle zusammen wiedervereinigen. Und dass wir es wieder auf den sicheren und fruchtbaren Boden des Wiederaufbaus, des Wachstums und der W\u00fcrde f\u00fchren.<br \/>\nAm 25. Januar fordern wir nicht einfach die Wahlstimme des griechischen Volkes. Wir fordern ein Mandat der Verantwortung. Wir fordern ein Mandat f\u00fcr den Wandel. Wir fordern ein Mandat zur Verhandlung der Staatsschulden. Wir fordern ein k\u00e4mpferisches Mandat. Wir fordern die Kraft, damit wir Griechenland wieder zu einem Land machen, das auf den eigenen Beinen steht. Wir fordern die absolute Mehrheit im Parlament, um unserem Volk Eigenst\u00e4ndigkeit zu geben.<br \/>\nUm es in Europa zu schaffen. Um W\u00fcrde, Gerechtigkeit und Demokratie nach Griechenland zur\u00fcckzubringen. Mit Verstand und mit Tr\u00e4umen. Mit Realismus und mit Mut. Wir werden siegen und wir werden es schaffen. Wir sind es der Geschichte schuldig. Dies ist unsere Verantwortung gegen\u00fcber Zukunft.<br \/>\nMacht&#8217;s gut, bis zum Sieg!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rede von Alexis Tsprias, Vorsitzender von SYRIZA, zur Er\u00f6ffnung des Wahlkampfes in Griechenland am 3. J\u00e4nner in Athen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":16602,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[],"class_list":["post-22323","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel","person-alexis-tsipras-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22323","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22323"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22323\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22329,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22323\/revisions\/22329"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16602"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22323"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22323"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22323"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}