{"id":22563,"date":"2015-05-26T12:55:00","date_gmt":"2015-05-26T10:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/praesidentschaftswahlen-in-polen\/"},"modified":"2023-09-27T16:08:48","modified_gmt":"2023-09-27T14:08:48","slug":"praesidentschaftswahlen-in-polen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/praesidentschaftswahlen-in-polen\/","title":{"rendered":"Pr\u00e4sidentschaftswahlen in Polen"},"content":{"rendered":"<p><span lang=\"DE\">In der ersten Runde hatten sich am 10. Mai 2015 Amtsinhaber Bronis\u0142aw Komorowski und Andrzej Duda durchgesetzt.&nbsp;Duda startete f\u00fcr die nationalkonservative PiS (Recht und Gerechtigkeit) und war bisher Abgeordneter im Europ\u00e4ischen Parlament. Komorowski geh\u00f6rte urspr\u00fcnglich dem konservativen Fl\u00fcgel der liberal-konservativen PO (B\u00fcrgerplattform) an.<\/span><br \/>\n<span lang=\"DE\">Eine wichtige Rolle spielte bei der Stichwahl neben der politischen Herkunft der beiden Widersacher auch das Lebensalter. Der 62-j\u00e4hrige Komorowski setzte in seiner Kampagne auf Erfahrung, Sicherheit und Eintracht, was seinem Temperament und auch weitgehend seiner politischen Weltsicht entspricht. Er versprach vor allem fortgesetzte Stabilit\u00e4t, spielte also bewusst auf die zur\u00fcckliegenden f\u00fcnf Jahre seiner Pr\u00e4sidentschaft an. Demgegen\u00fcber setzte der 42-j\u00e4hrige Herausforderer vor allem auf die seiner Meinung nach n\u00f6tigen Ver\u00e4nderungen, baute seine Kampagne konsequent auf ein dynamisch wirkendes Bild auf, das vor allem j\u00fcngere W\u00e4hlerschichten anziehen sollte.<\/span><\/p>\n<h5><span lang=\"DE\">Zum Wahlausgang<\/span><\/h5>\n<p><span lang=\"DE\">Wahlsieger Andrzej Duda erhielt 51,55 Prozent (8,63 Millionen) und Komorowski 48,45 Prozent (8,11 Millionen) der abgegeben Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 55,34 Prozent, was fast genau dem Wert von 2010 entspricht.<\/span><br \/>\n<span lang=\"DE\">Duda gelang es, die damaligen W\u00e4hler von Jaros\u0142aw Kaczy\u0144ski, der damals f\u00fcr PiS startete, fast vollst\u00e4ndig f\u00fcr sich zu mobilisieren. Komorowski hingegen musste hier Verluste hinnehmen, ihm gelang es nur, 80 Prozent seiner damaligen W\u00e4hlerschaft f\u00fcr sich zu gewinnen. Damit war der Vorteil, den Komorowski 2010 noch hatte, zumindest ausgeglichen.<\/span><br \/>\n<span lang=\"DE\">Ein entscheidendes W\u00e4hlerspektrum waren also diejenigen, die 2010 noch nicht zur Wahl gingen bzw. \u00fcberhaupt die unter 30-j\u00e4hrigen. Hier setzte sich Duda mit seiner dynamisch wirkenden Kampagne gegen Komorowski, der insgesamt altbacken wirkte, deutlich durch. Das ist jener entscheidende W\u00e4hlervorteil, der zum Sieg reichte. Der nationalkonservative Herausforderer gewann das Rennen um die j\u00fcngeren W\u00e4hler, was die Entscheidung brachte.<\/span><br \/>\n<span lang=\"DE\">Auffallend ist ein territoriales Gef\u00e4lle, denn Komorowskis Hochburgen lagen mit etwa 60 Prozent im Nordwesten des Landes, wohingegen Duda im S\u00fcdosten bis \u00fcber 70 Prozent kam. W\u00e4hrend Komorowski in den meisten Gro\u00dfst\u00e4dten und insbesondere in den gro\u00dfen St\u00e4dten Warschau, Pozna\u0144, Wroc\u0142aw und Krak\u00f3w vorne blieb, gelang es Duda, fast zwei Drittel der Landbev\u00f6lkerung f\u00fcr sich zu gewinnen. Das ist insofern interessant, weil die Bauernpartei PSL Regierungspartner der PO ist, aber selbst deren Anh\u00e4nger und W\u00e4hler diesmal in gro\u00dfer Mehrheit dem PiS-Kandidaten die Stimme gaben.<\/span><br \/>\n<span lang=\"DE\">W\u00e4hrend bei den Frauen ein ausgeglichenes Wahlergebnis festzuhalten ist, w\u00e4hlten die M\u00e4nner \u00fcberwiegend Duda.<\/span><br \/>\n<span lang=\"DE\">In der Tendenz stimmten die h\u00f6her Qualifizierten eher f\u00fcr Komorowski, die weniger qualifizierten aber sehr deutlich f\u00fcr Duda. Allerdings hat Duda auch sehr gro\u00dfen R\u00fcckhalt unter den Studierenden erhalten.<\/span><br \/>\n<span lang=\"DE\">Obwohl Komorowski weithin als katholischer Konservativer gilt, stellte sich die katholische Kirche recht eindeutig hinter Duda. Komorowski verwies \u00f6fter auf die geltende Verfassung, die eine weitgehende Trennung von Staat und Kirche vorschreibt. Duda hingegen versprach, sich f\u00fcr eine neue Verfassung einzusetzen. Am Wahltag wurde demzufolge von vielen Kanzeln des Landes zur Wahl desjenigen aufgerufen, der im Einklang mit dem Evangelium st\u00fcnde.<\/span><br \/>\n<span lang=\"DE\">Obwohl Polen ohnehin in vielen Bereichen von Familienplanung und in Bereichen, die unmittelbar Frauenrechte betreffen, rigide Regelungen vorzuweisen hat, wie sie in kaum einem anderen EU-Land angewendet werden, droht nach der Wahl Dudas m\u00f6glicherweise auch hier eine weitere Versch\u00e4rfung. Jedenfalls wird vom Pr\u00e4sidentenamt ab August 2015, wenn Duda das Amt offiziell antreten wird, kein Druck auf eine weitere und eigentlich dringend erforderliche Liberalisierung erfolgen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: 10px; \" lang=\"DE\">Quelle: <span style=\"font-size: 10px; \"><link http:\/\/www.rosalux.de\/news\/41526\/praesidentschaftswahlen-in-polen.html>http:\/\/www.rosalux.de\/news\/41526\/praesidentschaftswahlen-in-polen.html<\/link><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 24. Mai 2015 fand in Polen die Stichwahl f\u00fcr das Amt des Staatspr\u00e4sidenten statt: Der nationalkonservative Herausforderer Duda gewann das Rennen um die j\u00fcngeren W\u00e4hler, was die Entscheidung brachte.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":22564,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[],"class_list":["post-22563","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel","person-holger-politt-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22563"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22563\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27505,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22563\/revisions\/27505"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}