{"id":22581,"date":"2015-06-01T16:30:00","date_gmt":"2015-06-01T14:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/alberto-garzon-das-wahlergebnis-ist-fuer-uns-eine-aufforderung-zum-neuaufbau-der-iu\/"},"modified":"2023-09-27T16:08:51","modified_gmt":"2023-09-27T14:08:51","slug":"alberto-garzon-das-wahlergebnis-ist-fuer-uns-eine-aufforderung-zum-neuaufbau-der-iu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/alberto-garzon-das-wahlergebnis-ist-fuer-uns-eine-aufforderung-zum-neuaufbau-der-iu\/","title":{"rendered":"Alberto Garz\u00f3n: \u201eDas Wahlergebnis ist f\u00fcr uns eine Aufforderung zum Neuaufbau der IU\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl die Lokal- und Regionalwahlen am Sonntag, den 24. Mai \u00fcber die B\u00fchne gegangen waren, g\u00f6nnt sich der IU-Spitzenkandidat keine Pause und geht nun nahtlos zur Vorbereitung der bevorstehenden Parlamentswahlen \u00fcber. Er nimmt an Meetings teil, pflegt Medienkontakte und will nach der Wahlniederlage vom 24. Mai seine politische Organisation \u201eneu aufbauen\u201c: \u201eWir sind die Patriot_innen der IU und wir wollen die Organisation f\u00fcr den gesellschaftlichen Transformationsprozess erneuern.\u201c<br \/>\n<i>F\u00fcr Garz\u00f3n sind die Lehren, die aus den Lokal- und Regionalwahlen gezogen werden k\u00f6nnen, klar: \u201eF\u00fcr die kommenden Wahlen m\u00fcssen wir den basisdemokratischen Prozess einer Vereinigung der transformatorischen Kr\u00e4fte starten.\u201c Seiner Meinung nach sollten alle, die die Gesellschaft ver\u00e4ndern wollen \u2013 und somit auch Podemos \u2013 an diesem Projekt beteiligt werden. \u201eSie haben bei den Regionalwahlen durchschnittlich 14 Prozent erreicht, jedoch kann man mit 14 Prozent nicht die Gesellschaft ver\u00e4ndern\u201c, so Garz\u00f3n.<\/i><\/p>\n<p><b>Ist die IU mit den Wahlergebnissen vom 24. Mai zufrieden?<\/b><br \/>\n<b><i>Alberto Garz\u00f3n:<\/i><\/b> Nein. Um Politik betreiben zu k\u00f6nnen, muss man ehrlich und konsequent sein. Das Gesamtergebnis ist schlecht. Es stimmt zwar, dass wir auf kommunaler Ebene einige Mandate dazugewinnen konnten, wenn man IU-Kandidat_innen mitz\u00e4hlt, die f\u00fcr Listen der linken Wahlb\u00fcndnisse [sog. Listen der <i>unidad popular, <\/i>Anm.] angetreten sind, jedoch m\u00fcssen wir aus den Regionalwahlen den Schluss ziehen, dass wir die IU neu aufbauen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><b>Wie wollen Sie die Partei neu aufbauen?<\/b><br \/>\nDer Weg erscheint mir klar und f\u00fchrt \u00fcber die <i>unidad popular<\/i> &#8211; nicht nur f\u00fcr die IU, sondern f\u00fcr die gesellschaftliche Mehrheit und f\u00fcr die B\u00fcrger_innen, weil keine politische Gruppierung dieses Land im Alleingang ver\u00e4ndern kann. Wenn die Kr\u00e4fte der Linken und die sozialen Bewegungen mit gemeinsamen Wahllisten antreten, wird das von den W\u00e4hler_innen gesch\u00e4tzt und belohnt.<\/p>\n<p><b>Die IU hat die <i>unidad popular<\/i> immer verteidigt und sich selbst als Impulsgeber daf\u00fcr definiert. Hat die IU nach dem Wahlergebnis vom 24. Mai diese Rolle verloren?<\/b><br \/>\nDas Konzept der <i>unidad popular<\/i> ist sehr breit angelegt und beinhaltet eine strategische Wahlkomponente, wie etwa das \u00dcbereinkommen, gemeinsam bei Wahlen anzutreten, aber auch eine soziale Komponente des gesellschaftlichen Kampfes. Die <i>unidad popular<\/i> vereint die Kr\u00e4fte der <i>Mareas<\/i> (Protestbewegungen zur Verteidigung des \u00f6ffentlichen Bildungs-und Gesundheitswesens, bei denen sich die Arbeiter_innen des \u00f6ffentlichen Dienstes mit Elterninitiativen, Patient_innen- und Fl\u00fcchtlingsgruppen zusammenschlossen), der Bewegung gegen Zwangsr\u00e4umungen PAH (Plattform zur Unterst\u00fctzung von Betroffenen der Krise, die ihre Hypotheken nicht mehr bedienen k\u00f6nnen) sowie verschiedene andere Demonstrations- und Streikbewegungen. Daher ist die <i>unidad popular<\/i> transversal und partei\u00fcbergreifend. Niemand fragt nach dem Parteiausweis, wenn man eine Zwangsr\u00e4umung stoppen oder das \u00f6ffentliche Gesundheitswesen verteidigen will. Die IU war an allen Prozessen mitbeteiligt &#8211; sowohl jenen, die mit Wahlen zu tun hatten, als an den jenen die nicht mit Wahlen zusammenhingen. Die <i>unidad popular<\/i> kann allerdings weder vorrangige Akteur_innen, noch eine_n einzige_n Vertreter_in haben. Wenn das eine einzelne Kraft behaupten w\u00fcrde, w\u00e4re das eine zutiefst unehrliche Vereinnahmung. Das haben wir auch aus der 15-M-Bewegung gelernt. Ich war dort, ich habe damals die Forderungen der Bewegung im Fernsehen verteidigt, aber ich war nicht der Sprecher der 15-M-Bewegung.<\/p>\n<p><b>Die soziale Komponente ist nicht leicht zu definieren, aber die Wahlkomponente ist quantifizierbar und man kann daran ablesen, wie die verschiedenen Wahlb\u00fcndnismodelle am 24. Mai abgeschnitten haben. Welchen Schluss ziehen Sie aus den unterschiedlichen Wahlergebnissen?<\/b><br \/>\nDie gemeinsamen Kandidaturen waren zum Teil schon zur G\u00e4nze entwickelt und zum Teil nicht. Der Kontext, die Umst\u00e4nde, die \u00dcberzeugungen und der Rhythmus waren jeweils unterschiedlich. Daraus leiten sich die verschiedenen Ergebnisse ab. Ich glaube, dass wir in Spanien noch nie so viele gute Wahlergebnisse in gro\u00dfen St\u00e4dten wie Barcelona, Madrid, Zaragoza, Santiago oder A Coru\u00f1a f\u00fcr uns verbuchen konnten; dar\u00fcber hinaus verzeichneten wir auch eine Reihe guter Wahlergebnisse in Salamanca, Palencia und Burgos. Dieser Erfolg ist leider auf regionaler Ebene ausgeblieben. Da haben sich zum Teil andere politische Akteur_innen durchgesetzt, aber die politische Landschaft bleibt fast unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p><b>Warum gibt es diese Dichotomie?<\/b><br \/>\nBei den Kommunalwahlen kam es zu einem klaren Bruch mit der Vergangenheit, weil es Kandidaturen der <i>unidad popular <\/i>gab, die von unten kamen, zum Teil mit partizipativen Vorwahlprozessen und dem Mehrwert bekannter Politiker_innen. Jedoch haben die Kandidat_innen auch dort, wo sie nicht so bekannt waren, bemerkenswerte Wahlergebnisse erzielt. Die W\u00e4hler_innen zogen also offensichtlich das Konzept des <i>unidad popular<\/i> Wahlb\u00fcndnisses den anderen Kandidaturen vor und belohnten es mit ihren Stimmen. Das hat sich vor allem in Madrid klar gezeigt: <i>Ahora Madrid<\/i> bekam 500.000 und <i>Podemos <\/i>280.000 Stimmen.<\/p>\n<p><b>Welchen Schluss ziehen Sie daraus?<\/b><br \/>\nIm Hinblick auf die Parlamentswahlen m\u00fcssen wir, um Spanien zu ver\u00e4ndern, einen partizipativen Prozess der <i>unidad popular<\/i> von unten einl\u00e4uten, wie man ihn bei diesen Wahlen beobachten konnte.<\/p>\n<p><b>Sie haben Madrid erw\u00e4hnt: Das ist die Stadt, die die Wahlniederlage der IU vom 24.Mai vielleicht am deutlichsten widerspiegelt. An demselben Tag nannte Sie die Kandidatin der IUCM (Izquierda Unida Comunidad de Madrid), Raquel Lopez, \u201eerb\u00e4rmlich\u201c. Wie gehen Sie mit der Lage der IU in Madrid um?<\/b><br \/>\nPolitik muss konsequent und ehrlich, aber auch elegant sein. Wenn die Politik anf\u00e4ngt, jemanden pers\u00f6nlich zu beleidigen, h\u00f6rt sie auf, Politik zu sein. Ich werde mich nicht auf dieses Niveau herablassen. Die Situation in Madrid ist jedoch sehr ernst, weil die Lage dort sehr komplex ist und IU-Aktivist_innen auf zwei verschiedenen Listen f\u00fcr die Kommunalwahlen standen. Das war auch der Grund, weshalb die IU die Kandidatur von Raquel Lopez nicht anerkannt hat. Die vereinbarte Vorgehensweise war nicht eingehalten worden.<br \/>\nDie W\u00e4hler_innen haben sich mit ihrer Wahl klar ausgedr\u00fcckt und haben gezeigt, dass Madrid die Kandidatur des Wahlb\u00fcndnisses der <i>unidad popular<\/i> \u00e4u\u00dferst gut aufgenommen hat. Damit meine ich auch St\u00e4dte wie Getafe, Legan\u00e9s, Alcorc\u00f3n, Fuenlabrada und so weiter. Viele Aktivist_innen mussten wegen der Parteispitze der IUCM aus der IU austreten. Zum Beispiel Mauricio (Valiente, Kandidat von <i>Ahora Madrid<\/i>) oder Vanessa (Lillo, Kandidatin in Getafe), die in der IUCM die Vorwahlen gewonnen hatten und dann IUCM verlassen mussten. Sie sind aber trotzdem politisch aktiv geblieben und haben mit ihrem Engagement bewiesen, dass diese politische Linie unglaubliche Resultate bringen kann, die den Prozess des Aufbaus der <i>unidad popular<\/i> unterst\u00fctzen und st\u00e4rken k\u00f6nnen. All diese Personen sind f\u00fcr das Projekt der IU notwendig und jetzt stehe ich vor der Aufgabe, die Linke in all ihren Bereichen neu aufzubauen, um das Projekt der <i>unidad popular<\/i> zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><b>Bedeutet dieser Neuaufbau, dass IUCM aus dem Parteienverband der IU ausgeschlossen wird? <\/b><br \/>\nDas ist Teil einer kollektiven internen Debatte, die noch nicht stattgefunden hat, und ich werde an dieser Stelle nicht darauf eingehen. Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass es hier um die Zukunft der n\u00e4chsten Generationen geht, es geht nicht darum, an bestimmten Sitzen oder Abgeordneten festzuhalten, sondern darum, an einer gesamtgesellschaftlichen Transformation teilzunehmen, die die Konsolidierung des Neoliberalismus verhindern kann. Und das erfordert in Madrid das Zur\u00fcckholen aller Aktivist_innen, die weggegangen sind, und die Vereinigung aller Kr\u00e4fte, die demselben Projekt wie die IU angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p><b>Cayo Lara<\/b> [Vorsitzender der IU, Anm.] <b>hat die Kandidatur von Raquel Lopez offen unterst\u00fctzt, obwohl die Parteispitze diese Kandidatur abgelehnt hat. Wird diese pers\u00f6nliche Entscheidung Konsequenzen haben?<\/b><br \/>\nDie Position der IU auf nationaler Ebene war von Anfang an klar. Sie wurde auch in einem Beschluss, der f\u00fcr jeden und jede einsehbar ist, ver\u00f6ffentlicht. Darin steht, dass die Kandidatur nicht anerkannt wurde, daher haben die Vorsitzenden der Partei, indem sie diese Entscheidung respektiert haben, richtig gehandelt. Einige Parteivorsitzende haben IUCM unterst\u00fctzt, w\u00e4hrend andere <i>Ahora Madrid <\/i>unterst\u00fctzt haben, jedoch haben sie das nicht als Vertreter_innen der IU getan, sondern als Privatpersonen. Jede weitere Frage muss sich an Cayo richten, nicht an mich.<br \/>\nGestern war der Tag, an dem wir uns mit den Wahlergebnissen auseinandergesetzt haben, heute ist der erste Tag, an dem wir damit beginnen, das Projekt der <i>unidad popular<\/i> aufzubauen, um die Parlamentswahlen zu gewinnen. Das ist meine Rolle, denn ich bin der Spitzenkandidat der IU f\u00fcr die Parlamentswahlen. Ich bin kein Kandidat, der der Partei einfach nur sein Gesicht leiht, um Stimmen zu gewinnen, sondern ich will ein politisches Projekt entwickeln und alle Kr\u00e4fte mobilisieren, damit wir erfolgreich sind. Ich will jetzt die Lehren aus den Regional- und Kommunalwahlen ziehen, die sich aus der Stimmabgabe der W\u00e4hler_innen ziehen lassen, um f\u00fcr die Parlamentswahlen einen ehrlichen, breit angelegten, partizipativen Aufbauprozess von unten zu starten.<\/p>\n<p><b>Wodurch zeichnet sich dieser Gr\u00fcndungsprozess der <\/b><b><i>unidad popular<\/i><\/b><b> aus? Was ist Ihr Vorschlag?<\/b><br \/>\nJeder Konvergenzprozess kann nur mithilfe eines programmatischen Rahmenprogramms, das gemeinsam erarbeitet werden muss, stattfinden. Das hat man auch bei <i>Ahora Madrid, Barcelona Com\u00fa<\/i>&nbsp;oder&nbsp;<i>Zaragoza en Com\u00fan <\/i>gesehen. Wie Julio Anguita gesagt hat, sollte sich Politik auf \u201eProgramm, Programm und noch mal Programm\u201c st\u00fctzen.<br \/>\nAbgesehen davon wissen wir, dass dies nicht einfach ein Treffen der Parteispitzen sein kann, die im Parlament vertreten sind. Es muss ein absolut partizipativer, demokratischer Prozess sein, der zur G\u00e4nze von den Aktivist_innen gestaltet werden kann. Das wird dann zu Vorwahlen und anderen Mechanismen f\u00fcr den Aufbau eines Wahlb\u00fcndnisses f\u00fchren. Das ist die Idee und wir haben noch genug Zeit, um diese Dinge zu besprechen.<\/p>\n<p><b>In Galizien, Barcelona oder Madrid r\u00fcckten die Initialen und das Logo der Partei etwas in den Hintergrund. Ist die IU, abgesehen von Ihrer pers\u00f6nlichen Meinung, die Sie bereits ge\u00e4u\u00dfert haben, bereit, ihre Initialen zugunsten eines Wahlb\u00fcndnisses aufzugeben?<\/b><br \/>\nWir stehen in einer der sch\u00f6nsten und konsequentesten politischen Traditionen \u00fcberhaupt, der kommunistischen, sozialistischen und republikanischen Tradition. Eine Tradition, die uns zu Pepe Diaz und dem Frente Popular gef\u00fchrt hat. Ich bin Mitglied der PCE, die seit 1986 nicht mehr mit den eigenen Initialen an Wahlen teilgenommen hat, sondern Teil des IU-Projekts und der spanischen Linken ist. Dabei ist die PCE jedoch v\u00f6llig unabh\u00e4ngig und autonom geblieben.<br \/>\nWas Madrid, Barcelona, Santiago oder A Coru\u00f1a bewiesen haben, ist, dass die Aktivist_innen der IU einen wichtigen Teil der Kandidaturen der <i>unidad popular<\/i> ausmachen; die IU l\u00f6st sich nicht auf, sie bringt sich in diesen Prozess ein. Das ist die Wahrnehmung der Mehrheit, nicht eine generalisierte Wahrnehmung. Sie deckt sich auch mit den Dokumenten, die im Laufe des neunten und zehnten IU-Parteitags verabschiedet wurden, aber auch mit jenen des ersten Parteitages. Der Grundgedanke der IU ist es, notwendige gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen voranzutreiben, reine Wahlthemen sind dabei zweitrangig.<\/p>\n<p><b>Aber es gibt doch erheblichen Widerstand innerhalb der Organisation, besonders vonseiten wichtiger Vertreter_innen der IU. Kann er \u00fcberwunden werden?<\/b><br \/>\nEs gibt gewissen Widerstand &#8211; das zu leugnen w\u00e4re unehrlich &#8211; aber es betrifft nur eine Minderheit, und wir werden ihn \u00fcberwinden. Ich bin nicht der Meinung, dass man hier von einem \u201eerheblichen Widerstand\u201c sprechen kann. Erstens habe ich den Eindruck, dass die Aktivist_innen wissen, was sie wollen. Zweitens ist das politische Projekt durchaus konsequent. Und drittens wollte bei den Vorwahlen niemand gegen mich antreten. Wir verteidigen das Projekt der IU, wir sind die Patriot_innen der IU und wollen die Organisation zugunsten eines gesellschaftlichen Transformationsprozesses unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><b>Braucht es innerhalb der IU einen Wechsel, um diese Wiederst\u00e4nde abzubauen und einen Konvergenzprozess f\u00fcr die Parlamentswahlen zu initiieren?<\/b><br \/>\nWir haben vor einigen Monaten einen internen Erneuerungsprozess in die Wege geleitet; meine Kandidatur als Ministerpr\u00e4sident ist ein klares Zeichen dieser Erneuerung. Wir sind unter anderem zu dem Schluss gekommen, dass die IU zum Teil nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df war und dass man das korrigieren muss. Deshalb gehe ich auch in das Rennen f\u00fcr das Amt des Ministerpr\u00e4sidenten: Damit die IU wieder den Herausforderungen des gegenw\u00e4rtigen historischen und politischen Momentes gewachsen ist.<\/p>\n<p><b>An wen richtet sich Ihr Appell einer <\/b><b><i>unidad popular<\/i><\/b> <b>und wer sollte darin vertreten sein?<\/b><br \/>\nIch vertrete dieses politische Projekt mit gro\u00dfer Bescheidenheit, und ich bin der \u00dcberzeugung, dass wir hier einen wichtigen Betrag leisten k\u00f6nnen, wie wir in verschiedenen St\u00e4dten bewiesen haben. Das Projekt steht allen offen, die sich davon angesprochen f\u00fchlen. Damit meine ich bereits bestehende politische Organisationen, wie <i>Podemos, Equo<\/i>&nbsp; und viele andere, gesellschaftliche Bewegungen, Nachbarschaftsorganisationen und engagierte Gewerkschaften \u2013 also alle Akteur_innen, die an einem gesellschaftlichen Transformationsprozess beteiligt sind, der von linken Werten und Prinzipien gepr\u00e4gt ist. Je mehr Menschen sich daran beteiligen, desto besser wird ein tiefgreifender Erneuerungsprozess gelingen. Denn es steht nicht nur die n\u00e4chste Regierungsperiode auf dem Spiel, sondern unsere Zukunft. <\/p>\n<p><b>Glauben Sie <i>Podemos<\/i>&nbsp;wird sich an einem Wahlb\u00fcndnis beteiligen, bei dem es, wie Sie vorhin erw\u00e4hnt haben, keinen alleinigen Impulsgeber gibt?<\/b><br \/>\n<i>Podemos<\/i>&nbsp;ist eine Organisation, die als ein bahnbrechendes Erneuerungsprojekt entstanden ist, was auch viele Menschen inspiriert und begeistert hat. Dank ihrer radikalen Identit\u00e4t und ihrer Offenheit gegen\u00fcber eines Dialogs und einer Konvergenz innerhalb der Linken, haben sie bei den Europawahlen gute Resultate erzielt. Wenn ich mit den Parteikreisen von <i>Podemos<\/i> spreche, habe ich den Eindruck, dass sie f\u00fcr ein Wahlb\u00fcndnis offen sind und den Nutzen davon erkennen.<br \/>\nPodemos hat bei den Regionalwahlen durchschnittlich 14 Prozent erreicht. Und mit 14 Prozent kann man die Gesellschaft nicht ver\u00e4ndern. Die IU nahm immer eine kritische Rolle ein und es wurde oft gesagt, dass die IU sich nicht mit 5, 10 oder 15 Prozent zufriedengeben kann, weil es unser Ziel ist, die Mehrheit der Gesellschaft zu vertreten und die Gesellschaft zu ver\u00e4ndern. Daher glaube ich, dass wir ehrgeiziger sein sollten. Es ist sch\u00f6n, dass wir in Madrid, Barcelona und vielen anderen St\u00e4dten ein Erfolgsrezept gefunden haben.<br \/>\nIch sch\u00e4tze Pablo (Iglesias) pers\u00f6nlich sehr und auch seine politischen F\u00e4higkeiten. Er ist intelligent und begabt. Ich bin \u00fcberzeugt, dass er den historischen Moment richtig interpretieren wird. Das hat mir Yolanda Diaz (Koordinatorin der IU in Galizien), die diese politische Linie verfolgt, best\u00e4tigt. Pablo war stark am Prozess beteiligt, der zu dem Erfolg der Alternativa Galega de Esquerda gef\u00fchrt hat, und ich glaube, er wird diese Entscheidungen in seiner Organisation treffen. Als betroffener B\u00fcrger hoffe ich das aufrichtig, denn wir m\u00fcssen die Konsolidierung des Neoliberalismus in diesem Land verhindern.<\/p>\n<p><b>Hatten Sie seit Sonntag Kontakt mit ihm?<\/b><br \/>\nNein. Wir waren beide bei der Fernsehsendung <i>Los desayunos de TVE<\/i>, aber wir hatten keine Zeit uns zu unterhalten. Wir werden uns bald mit den verschiedenen Aktivist_innen und Organisationen treffen, um dieses Projekt der <i>unidad popular<\/i> aufzubauen. Es wird keine vorherrschende treibende Kraft geben, das Projekt wird von den Aktivist_innen und dem gemeinsamen Dialog getragen werden. Der Prozess der <i>unidad popular<\/i>, wie wir ihn bei <i>Ganemos Madrid<\/i>, die sp\u00e4ter<i> Ahora Madrid <\/i>geworden ist, gesehen haben, braucht einen breiten gemeinsamen Dialog, denn man muss sich \u00fcber viele Inhalte und Meinungsunterschiede einig werden. Um uns auf ein gemeinsames Minimalprogramm zu einigen, m\u00fcssen wir uns noch in vielen Punkten einig werden.<\/p>\n<p><b>Mit den Parlamentswahlen im November geht ein intensiver Wahlzyklus zu Ende. Endet damit auch die M\u00f6glichkeit zu einer tiefgreifenden Ver\u00e4nderung?<\/b><br \/>\nEs wird Ver\u00e4nderungen geben. Wirtschaftsexpert_innen, die dem System kritisch gegen\u00fcberstehen, wissen, dass es darum geht, das \u00fcberholte kapitalistische Modell von Produktion und Konsum zu erneuern. Auch in der PP vollziehen sich gerade gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen, und die PSOE hat ebenfalls damit begonnen. Dieser Prozess hat, wie wir 2011 gesehen haben, zu dramatischen Ver\u00e4nderungen innerhalb des sozialen Gef\u00fcges, der Gesetzeslage und der Verfassung gef\u00fchrt. Es wird auch zu Ver\u00e4nderungen auf gesellschaftlicher Ebene und im Bereich der Umweltpolitik kommen.<br \/>\nDas eigentliche Problem ist daher das Resultat dieser Ver\u00e4nderung; ob sie nun von der Rechten oder der Linken gestaltet werden wird. Die wahre Herausforderung besteht darin, ob es zu einer Konsolidierung des Neoliberalismus kommen wird, oder ob ein Erneuerungsprozess auf konstitutioneller, wirtschaftlicher und politischer Ebene eingeleitet werden kann. Das gro\u00dfe Risiko hierbei ist, dass sich ein Lebensstil durchsetzen k\u00f6nnte, der von prek\u00e4ren Lebensverh\u00e4ltnissen, strukturellen Umw\u00e4lzungen und zweifelhaften Arbeitsvertr\u00e4gen gepr\u00e4gt ist. Wenn die Vertreter_innen der PP und der PSOE, die der \u201eTroika\u201c gehorchen, weiterhin dieses Land regieren, wird die Ver\u00e4nderung zu einer katastrophalen Gesellschaftsordnung f\u00fchren.<\/p>\n<p>Das Originalinterview in spanischer Sprache wurde ver\u00f6ffentlicht auf:&nbsp;<link http:\/\/www.eldiario.es\/politica\/Alberto-Garzon-elecciones-reconstruir-IU_0_391961830.html>http:\/\/www.eldiario.es\/politica\/Alberto-Garzon-elecciones-reconstruir-IU_0_391961830.html<\/link>\nAus dem Englischen von Stefania Schenk Vitale<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alberto Garz\u00f3n, der Spitzenkandidat der Izquierda Unida (IU) f\u00fcr die spanischen Parlamentswahlen im November, traf eldiario.es f\u00fcr ein Interview in seinem B\u00fcro im Abgeordnetenhaus des spanischen Parlaments, in dem sich nach zwei intensiven Wahlkampfwochen zu den Lokal- und Regionalwahlen am 24. Mai Briefe und Pakete stapeln. Aitor Riveiro f\u00fchrte das Interview.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":10975,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[],"class_list":["post-22581","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22581","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22581"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22581\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27513,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22581\/revisions\/27513"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10975"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22581"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22581"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22581"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}