{"id":22584,"date":"2015-06-23T10:09:00","date_gmt":"2015-06-23T08:09:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/illegale-illegitime-und-untragbare-schulden\/"},"modified":"2023-09-27T16:08:54","modified_gmt":"2023-09-27T14:08:54","slug":"illegale-illegitime-und-untragbare-schulden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/illegale-illegitime-und-untragbare-schulden\/","title":{"rendered":"Illegale, illegitime und untragbare Schulden"},"content":{"rendered":"<p><span lang=\"FR\">Im Juni 2015 steht Griechenland vor der Entscheidung, die gescheiterten von den Gl\u00e4ubigern auferlegten makro\u00f6konomischen Anpassungsprogramme fortzuf\u00fchren oder Ver\u00e4nderungen zu bewirken und die Ketten der Verschuldung zu sprengen. F\u00fcnf Jahre nach Auflegung der Anpassungsprogramme steckt das Land nach wie vor tief in einer \u00f6konomischen, demokratischen und \u00f6kologischen Krise. Die Blackbox der Verschuldung blieb verschlossen, und bis heute war weder eine griechische noch eine internationale Beh\u00f6rde geneigt, die Wahrheit dar\u00fcber, wie und warum Griechenland dem Regime der Troika unterworfen wurde, ans Licht zu bringen. Die Verschuldung, in deren Namen der Bev\u00f6lkerung nichts erspart wurde, bleibt die Richtschnur, nach der eine neoliberale Anpassung durchgesetzt wird, die die schwerste und l\u00e4ngste Rezession, die Europa in Friedenszeiten je erlebte, ausgel\u00f6st hat.<\/span><br \/>\nEs ist dringend erforderlich und der gesellschaftlichen Verantwortung geschuldet, dass eine Reihe von legalen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen aufgeworfen wird, die eine angemessene Ber\u00fccksichtigung verlangen. Deshalb setzte das griechische Parlament im April 2015 die <i>Wahrheitskommission f\u00fcr die Staatsverschuldung<\/i> mit dem Auftrag ein, die Entstehung und den Anstieg der \u00f6ffentlichen Schulden, die Art der Verschuldung und die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sowie die Auswirkungen der mit den Krediten verbundenen Bedingungen auf die Wirtschaft und die Bev\u00f6lkerung zu untersuchen. Die <i>Wahrheitskommission<\/i> hat die Aufgabe, sowohl im Inland als auch im Ausland auf die mit der Verschuldung Griechenlands verbundenen Fragen aufmerksam zu machen sowie Argumente f\u00fcr eine Streichung der Schulden zu formulieren und Wege daf\u00fcr zu finden.<br \/>\nDie in diesem vorl\u00e4ufigen Bericht enthaltenen Erkenntnisse der Kommission erhellen die Tatsache, dass das gesamte Anpassungsprogramm, dem Griechenland unterworfen wurde, eine politisch begr\u00fcndete Ma\u00dfnahme war und ist.&nbsp;<br \/>\n<span lang=\"FR\"> Der technokratische Umgang mit makro\u00f6konomischen Variablen und Verschuldungsprognosen \u00ad\u2012 Zahlen, die das Leben und den Lebensunterhalt der Bev\u00f6lkerung direkt betrafen \u00ad\u2012, erm\u00f6glichte es, dass die Diskussionen \u00fcber die Verschuldung auf einer rein technischen Ebene gef\u00fchrt wurden und sich vor allem um die Behauptung drehten, dass die Griechenland auferlegten Ma\u00dfnahmen seine F\u00e4higkeit zur Schuldentilgung verbessern w\u00fcrden. Die in diesem Bericht aufgef\u00fchrten Fakten lassen Zweifel an dieser Behauptung aufkommen.<\/span><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif; \">&nbsp;<\/span><br \/>\n<span lang=\"FR\">Die hier vorgelegten Beweise zeigen, dass Griechenland nicht nur nicht in der Lage ist, die Schulden zu tilgen, sondern das auch nicht tun sollte, und zwar haupts\u00e4chlich weil die aus den Abkommen mit der Troika hervorgegangenen Schulden eine eindeutige Verletzung der grundlegenden Menschenrechte der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger Griechenlands darstellen. Deshalb kommt die Kommission zu dem Schluss, dass Griechenland diese Schulden nicht zur\u00fcck-zahlen sollte, weil sie illegal, illegitim und verabscheuungsw\u00fcrdig sind.<\/span><br \/>\nDar\u00fcber hinaus ist die Kommission zu der Erkenntnis gelangt, dass die Untragbarkeit der griechischen Staatsverschuldung den internationalen Gl\u00e4ubigern, den griechischen Beh\u00f6rden und den Massenmedien von Anfang an klar ersichtlich war. Dennoch hintertrieben die griechischen Beh\u00f6rden und die Regierungen einiger anderer EU-L\u00e4nder 2010 die Umstrukturierung der Staatsschulden in der Absicht, Finanzinstitute zu sch\u00fctzen. Die Massenmedien verbargen die Wahrheit vor der \u00d6ffentlichkeit, indem sie ein Bild malten, das die Rettung als Vorteil f\u00fcr Griechenland darstellte, und eine Geschichte ersannen, die die Bev\u00f6lkerung als eine Ansammlung von \u00dcbelt\u00e4tern erscheinen lassen sollte, die ihre gerechte Strafe bekommen.<br \/>\nDie in den Programmen von 2010 und 2012 zur Verf\u00fcgung gestellten Rettungspakete wurden extern nach einem komplizierten System verwaltet, was jede finanzielle Eigenst\u00e4ndigkeit verhinderte. Da die Verwendung der Hilfsgelder von den Gl\u00e4ubigern vorgeschrieben wurde, ist es nicht verwunderlich, dass weniger als 10 Prozent davon f\u00fcr die laufenden Staatsausgaben bestimmt wurden.<br \/>\n<span lang=\"FR\">Dieser vorl\u00e4ufige Bericht enth\u00e4lt eine erste Skizzierung der mit den Staatsschulden verbundenen Hauptprobleme und Kernfragen und vermerkt die gravierendsten mit der Entstehung der Schulden zusammenh\u00e4ngenden Rechtsverletzungen. Er skizziert ebenfalls die Rechtsgrundlagen, auf denen eine einseitige Aussetzung der Schuldentilgung erfolgen k\u00f6nnte. Die Erkenntnisse werden in neun Kapiteln dargestellt.<\/span><br \/>\n<span lang=\"FR\"><br \/><\/span>In <b>Kapitel 1, Verschuldung vor dem Eingreifen der Troika<\/b>, wird der Anstieg der griechischen Schulden seit den 1980er Jahren analysiert. Es wird nachgewiesen, dass der Anstieg der Schulden nicht auf einen \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Anstieg der Staatsausgaben, die in Wahrheit niedriger waren als die Ausgaben anderer L\u00e4nder der Eurozone, zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, sondern vielmehr auf extrem hohe Zinszahlungen an die Gl\u00e4ubiger, \u00fcberm\u00e4\u00dfige und ungerechtfertigte Milit\u00e4rausgaben, sinkende Steuereinnahmen aufgrund illegaler Kapitalflucht, die Rekapitalisierung von Privatbanken durch den Staat und internationale Ungleichgewichte, die auf M\u00e4ngel bei der Ausgestaltung der W\u00e4hrungsunion zur\u00fcckzuf\u00fchren sind.<br \/>\nDie Einf\u00fchrung des Euro verursachte in Griechenland einen dramatischen Anstieg privater Schulden, der Auswirkungen sowohl auf gro\u00dfe europ\u00e4ische Banken als auch auf griechische Banken hatte. Eine sich ausweitende Bankenkrise bef\u00f6rderte die griechische Staatsschuldenkrise. Die Regierung Giorgos Papandreou trug ihren Teil dazu bei, die 2009 sich abzeichnende Bankenkrise als Staatsschuldenkrise erscheinen zu lassen, indem das Haushaltsdefizit und die Staatsverschuldung best\u00e4ndig in den Vordergund ger\u00fcckt wurden.<br \/>\n<br \/>In <b>Kapitel 2, Entwicklung der griechischen Staatsverschuldung von 2010 bis 2015<\/b>, wird nachgewiesen, dass der erste Kreditvertrag von 2010 vorrangig das Ziel verfolgte, griechische und andere europ\u00e4ische Privatbanken zu retten und den Banken zu erm\u00f6glichen, ihren Bestand an griechischen Staatsanleihen und das damit verbundene Risiko zu reduzieren.<br \/>\n<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Kapitel 3, Gl\u00e4ubiger der griechischen Staatsschulden im Jahr 2015<\/span>, behandelt die umstrittene Beschaffenheit der aktuellen griechischen Schulden und skizziert die Hauptmerkmale, die in Kapitel 8 eingehender untersucht werden.<br \/>\n<br \/><span style=\"font-weight: bold;\">Kapitel 4, Schuldenmechanismus in Griechenland<\/span>, enth\u00fcllt die Mechanismen, die mit den seit Mai 2010 getroffenen Abkommen entwickelt wurden. Sie verursachten eine erhebliche Neuverschuldung bei bilateralen Gl\u00e4ubigern und der Europ\u00e4ischen Finanzstabilisierungsfazilit\u00e4t (EFSF) sowie ungerechtfertigte Kosten, wodurch die Krise versch\u00e4rft wurde. Die Mechanismen offenbaren, wie der Gro\u00dfteil der geliehenen Gelder direkt zu Finanzinstituten geflossen ist. Statt Griechenland eine Hilfe zu sein, haben sie den Privatisierungsprozess durch den Einsatz von Finanzierungsinstrumenten beschleunigt.<br \/>\n<span lang=\"FR\"><br \/><\/span>In <b>Kapitel 5, Konditionalit\u00e4ten gegen Tragf\u00e4higkeit<\/b>, wird gezeigt, wie die Gl\u00e4ubiger die Aufnahme strenger Konditionalit\u00e4ten in die Kreditvertr\u00e4ge durchsetzten, was unmittelbar zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten und zur Untragbarkeit der Schulden f\u00fchrte. Diese Konditionalit\u00e4ten, auf denen die Gl\u00e4ubiger nach wie vor bestehen, f\u00fchrten nicht nur zu einem niedrigeren Bruttoinlandsprodukt (BIP) und einer h\u00f6heren staatlichen Kreditaufnahme \u2013 und somit zu einer h\u00f6heren Staatsschuldenquote (Staatsverschuldung im Verh\u00e4ltnis zum BIP), was ihre Untragbarkeit noch unterstrich \u2013, sondern auch zu dramatischen Ver\u00e4nderungen in der Gesellschaft und verursachten eine humanit\u00e4re Krise. Die griechische Staatsverschuldung kann im Augenblick als v\u00f6llig untragbar angesehen werden.<br \/>\n<br \/>In <b>Kapitel 6, Auswirkungen der \u201eRettungsprogramme\u201c auf die Menschenrechte<\/b>, wird aufgezeigt, dass die mit den \u201eRettungsprogrammen\u201c verkn\u00fcpften Ma\u00dfnahmen die Lebensbedingungen der Bev\u00f6lkerung unmittelbar beeintr\u00e4chtigt und Menschenrechte verletzt haben, die Griechenland und seine Partner nach nationalem, regionalem und internationalem Recht verpflichtet sind zu respektieren, zu sch\u00fctzen und zu f\u00f6rdern.<br \/>\nDie drastischen Anpassungen, die der griechischen Wirtschaft und Gesellschaft als Ganzes auferlegt wurden, haben eine rapide Verschlechterung des Lebensstandards bewirkt und sind nach wie vor unvereinbar mit sozialer Gerechtigkeit, gesellschaftlichem Zusammenhalt, Demokratie und Menschenrechten.<br \/>\n<br \/>In <b>Kapitel 7, Rechtsfragen rund um die \u201eMemoranda of Understanding\u201c und die Kreditvertr\u00e4ge<\/b>, wird nachgewiesen, dass Menschenrechte verletzt wurden, sowohl von Griechenland als auch von den Geldgebern, also den Mitgliedsstaaten der Eurozone, der Europ\u00e4ischen Kommission, der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen W\u00e4hrungsfonds (IWF), die Griechenland diese Ma\u00dfnahmen auferlegt haben. All diese Akteure zeigten sich au\u00dferstande, die Menschenrechtsverletzungen als eine Folge der Ma\u00dfnahmen anzusehen, zu deren Durchf\u00fchrung sie Griechenland verpflichtet hatten, und verletzten dar\u00fcber hinaus unmittelbar die griechische Verfassung, indem sie Griechenland eines Gro\u00dfteils seiner souver\u00e4nen Rechte beraubten. Die Abkommen enthalten sittenwidrige Klauseln, die Griechenland zwangen, auf bedeutende Bereiche seiner Souver\u00e4nit\u00e4t zu verzichten. Angelegt ist das bereits in der Wahl des englischen Rechts als Grundlage f\u00fcr die Abkommen, das die Umgehung der griechischen Verfassung und der internationalen Menschenrechte erleichterte. Die Unvereinbarkeit mit Menschenrechten und gewohnheitsrechtlichen Verpflichtungen, verschiedene Anzeichen f\u00fcr T\u00e4uschung aufseiten der Vertragspartner und der unzumutbare Inhalt machen die Abkommen ung\u00fcltig.<br \/>\n<b><span lang=\"FR\"><br \/>Kapitel&nbsp;8, Bewertung der Schulden im Hinblick auf Illegitimit\u00e4t, Verabscheuungsw\u00fcrdigkeit, Illegalit\u00e4t und Untragbarkeit<\/span><\/b><span lang=\"FR\">, liefert eine Bewertung der griechischen Staatsverschuldung gem\u00e4\u00df den von der Kommission verabschiedeten Definitionen von unrechtm\u00e4\u00dfigen, verabscheuungsw\u00fcrdigen, illegalen und untragbaren Schulden.<\/span><br \/>\nIn Kapitel 8 wird nachgewiesen, dass die griechische Staatsverschuldung auf dem Stand vom Juni 2015 untragbar ist, weil Griechenland derzeit nicht in der Lage ist, seine Schulden zu bedienen, ohne seine F\u00e4higkeit, die grundlegenden Menschenrechte einzuhalten, ernsthaft zu gef\u00e4hrden. Dar\u00fcber hinaus liefert der Bericht Beweise daf\u00fcr, dass in Bezug auf alle Gl\u00e4ubiger deutliche Anzeichen f\u00fcr illegale, illegitime und verabscheuungsw\u00fcrdige Schulden zu erkennen sind.<br \/>\nDie Schulden beim <b>IWF<\/b> sollten als illegal angesehen werden, weil die Gew\u00e4hrung der zugrunde liegenden Kredite gegen die Statuten des IWF verst\u00f6\u00dft und die damit verbundenen Bedingungen gegen die griechische Verfassung, internationales Gewohnheitsrecht und von Griechenland unterzeichnete Vertr\u00e4ge versto\u00dfen.<br \/>\nSie sind auch illegitim, weil die Bedingungen eine Politik vorschrieben, durch die Menschenrechte verletzt wurden, und sie sind verabscheuungsw\u00fcrdig, weil der IWF wusste, dass die auferlegten Ma\u00dfnahmen undemokratisch und unwirksam waren und zu schwerwiegenden Einschr\u00e4nkungen sozio\u00f6konomischer Rechte f\u00fchren w\u00fcrden.<br \/>\nDie Schulden bei der <b>EZB<\/b> sollten als illegal angesehen werden, weil die EZB ihre Befugnisse \u00fcberschritt, indem sie als Bestandteil der Troika die Auflegung makro\u00f6konomischer Anpassungsprogramme (zum Beispiel Deregulierung des Arbeitsmarkts) durchsetzte. <span lang=\"FR\">Sie sind auch illegitim und verabscheuungsw\u00fcrdig, weil die <i>Raison d&#8217;\u00catre<\/i> des Securities Market Programme (SMP) haupts\u00e4chlich darin bestand, die Interessen der Finanzinstitute zu bedienen und den europ\u00e4ischen und griechischen Privatbanken zu erm\u00f6glichen, ihre griechischen Anleihen loszuwerden.<\/span><br \/>\nDie <b>EFSF<\/b> vergab Kredite, die als illegal angesehen werden sollten, weil sie gegen Artikel 122 (2) des Vertrags \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union (AEUV) versto\u00dfen und mehrere sozio\u00f6konomische Rechte und B\u00fcrgerrechte verletzen. <span lang=\"FR\">Au\u00dferdem enthalten das Rahmenabkommen von 2010 und das Master Financial Assistance Agreement von 2012 der EFSF mehrere sittenwidrige Klauseln, was eindeutig auf ein Fehlverhalten der Geldgeberin hinweist. Das Gebaren der EFSF verst\u00f6\u00dft auch gegen demokratische Grunds\u00e4tze, weswegen die Schulden bei der EFSF illegitim und verabscheuungsw\u00fcrdig sind.<\/span><br \/>\n<b><span lang=\"FR\">Die bilateralen Kredite<\/span><\/b><span lang=\"FR\"> sollten als illegal angesehen werden, weil sie gegen Bestimmungen der griechischen Verfassung versto\u00dfen. Die Kreditvergabe l\u00e4sst auf ein eindeutiges Fehlverhalten der Geldgeber schlie\u00dfen und war an Bedingungen gekn\u00fcpft, die Gesetze oder die \u00f6ffentliche Ordnung verletzten. Sowohl EU-Recht als auch internationales Recht wurde verletzt mit dem Ziel, bei der Ausgestaltung der makro\u00f6konomischen Programme die Menschenrechte zu umgehen.<\/span><br \/>\nDie bilateralen Kredite sind au\u00dferdem illegitim, weil sie nicht zum Wohl der Bev\u00f6lkerung verwendet wurden, sondern nur zur Rettung privater Gl\u00e4ubiger Griechenlands.<br \/>\nSie sind auch verabscheuungsw\u00fcrdig, weil die Geberl\u00e4nder und die Europ\u00e4ische Kommission von potenziellen Verst\u00f6\u00dfen wussten, es aber 2010 und 2012 unterlie\u00dfen, die Auswirkungen der makro\u00f6konomischen Anpassung und der Haushaltskonsolidierung, die Bedingungen f\u00fcr die Kredite waren, auf die Menschenrechte abzusch\u00e4tzen.<br \/>\nDie Schulden bei <b>privaten Gl\u00e4ubigern<\/b> sollten als illegal angesehen werden, weil Privatbanken sich schon vor der Bildung der Troika unverantwortlich verhielten und ihre Sorgfaltspflichten vernachl\u00e4ssigten und weil au\u00dferdem einige der privaten Gl\u00e4ubiger wie zum Beispiel Hedgefonds t\u00e4uschten. Teile der Schulden bei Privatbanken und Hedgefonds sind aus den gleichen Gr\u00fcnden illegitim; au\u00dferdem wurden griechische Banken in gesetzwidriger Weise mithilfe von Steuermitteln rekapitalisiert.&nbsp;<br \/>\n<span lang=\"FR\"> Schulden bei Privatbanken und Hedgefonds sind verabscheuungsw\u00fcrdig, weil die gr\u00f6\u00dften privaten Gl\u00e4ubiger wussten, dass die Schulden nicht im Interesse der Allgemeinheit gemacht wurden, sondern vielmehr zum Vorteil der Gl\u00e4ubiger.&nbsp;<\/span><br \/>\nDer Bericht endet mit einigen praktischen Erw\u00e4gungen.<br \/>\n<b><span lang=\"FR\"><br \/>Kapitel 9, Rechtsgrundlagen f\u00fcr die Nichtanerkennung und Einstellung der R\u00fcckzahlung der griechischen Staatsschulden<\/span><\/b><span lang=\"FR\">, beschreibt m\u00f6gliche Vorgehensweisen f\u00fcr eine Schuldenstreichung und besonders die Voraussetzungen, unter denen ein souver\u00e4ner Staat unter Einhaltung internationalen Rechts das Recht auf einseitige Nichtanerkennung von Schulden oder Einstellung der Schuldentilgung aus\u00fcben kann.<\/span><br \/>\nMehrere rechtliche Bestimmungen erlauben einem Staat die einseitige Nichtanerkennung illegaler, verabscheuungsw\u00fcrdiger und illegitimer Schulden. Im Fall Griechenlands kann ein solcher Akt sich auf folgende Punkte st\u00fctzen: T\u00e4uschung durch die Gl\u00e4ubiger, wodurch Griechenland gedr\u00e4ngt wurde, nationales Recht und internationale Menschenrechtsverpflichtungen zu verletzen; Vorrang der Menschenrechte vor Abkommen wie den von fr\u00fcheren Regierungen mit Gl\u00e4ubigern oder der Troika getroffenen; Zwang; unlautere Bedingungen, die die griechische Souver\u00e4nit\u00e4t und Verfassung offenkundig verletzen; das international anerkannte Recht eines Staats, gegen gesetzwidrige Handlungen seiner Gl\u00e4ubiger vorzugehen, die vors\u00e4tzlich seine Finanzhoheit beeintr\u00e4chtigen, ihn zur Aufnahme verabscheuungsw\u00fcrdiger, illegaler und illegitimer Schulden n\u00f6tigen, die wirtschaftliche Selbstbestimmung beeintr\u00e4chtigen und fundamentale Menschenrechte verletzen.<br \/>\nIm Fall untragbarer Schulden hat jeder Staat das Recht, in au\u00dfergew\u00f6hnlichen Situationen eine Notlage festzustellen, um seine von einer ernsten und unmittelbaren Gefahr bedrohten grundlegenden Interessen zu sch\u00fctzen. In einer solchen Situation kann ein Staat von der Erf\u00fcllung internationaler Verpflichtungen, durch die \u2013 wie im Fall ausstehender Forderungen \u2013 die Gefahr erh\u00f6ht wird, befreit werden. Au\u00dferdem haben Staaten das Recht, sich einseitig f\u00fcr zahlungsunf\u00e4hig zu erkl\u00e4ren, wenn die Bedienung einer Schuld untragbar ist. In einem solchen Fall handeln sie nicht gesetzwidrig und sind deshalb auch nicht haftbar.<br \/>\n<b><br \/>Die W\u00fcrde von Menschen ist mehr wert als illegale, illegitime, verabscheuungsw\u00fcrdige und untragbare Schulden.<\/b><br \/>\nNach Abschluss der Voruntersuchung betrachtet die Kommission Griechenland als das Opfer eines Angriffs, der vom Internationalen W\u00e4hrungsfonds, von der Europ\u00e4ischen Zentralbank und von der Europ\u00e4ischen Kommission vorbereitet und durchgef\u00fchrt wurde. <span lang=\"FR\">Diese gewaltsame, illegale und unmoralische Tat zielte ausschlie\u00dflich darauf ab, private Schulden auf den Staat zu \u00fcbertragen.<\/span><br \/>\nMit der \u00dcbergabe dieses vorl\u00e4ufigen Berichts an die Beh\u00f6rden und die Bev\u00f6lkerung Griechenlands sieht die Kommission den ersten Teil ihrer Aufgabe, wie sie in der Entscheidung der Parlamentpr\u00e4sidentin vom 4. <span lang=\"FR\">April 2015 definiert wurde, als erf\u00fcllt an. Die Kommission hofft, dass der Bericht ein brauchbares Werkzeug f\u00fcr alle darstellt, die der zerst\u00f6rerischen Logik der Austerit\u00e4t entfliehen und sich f\u00fcr das einsetzen wollen, was heute in Gefahr ist: Menschenrechte, Demokratie, die W\u00fcrde der Menschen und die Zukunft kommender Generationen.<\/span><br \/>\nAls Antwort an diejenigen, die ungerechtfertigte Ma\u00dfnahmen durchsetzen wollen, mag die griechische Bev\u00f6lkerung das anf\u00fchren, was Thukydides \u00fcber die Verfassung Athens schrieb: \u201e<i>Die Verfassung, die wir haben, hei\u00dft Demokratie, weil der Staat nicht auf wenige B\u00fcrger, sondern auf die Mehrheit ausgerichtet ist<\/i>.\u201c (Gefallenenrede des Perikles aus der Geschichte des Peleponnesischen Krieges von Thukydides)<\/p>\n<p><span lang=\"FR\"><span style=\"font-weight: bold; \">Original<\/span>: griechisches Parlament, Pressemitteilung vom 17. Juni 2015, <link http:\/\/www.hellenicparliament.gr\/en>http:\/\/www.hellenicparliament.gr\/en<\/link>&nbsp; <\/span><br \/>\n<i><span lang=\"FR\">\u00dcbersetzung: Werner Horch, <link http:\/\/www.coorditrad.attac.org\/>http:\/\/www.coorditrad.attac.org<\/link><\/span><\/i><br \/>\n<span style=\"font-weight: bold; \">Langfassung&nbsp;<\/span>(pdf) siehe <link http:\/\/www.hellenicparliament.gr\/UserFiles\/8158407a-fc31-4ff2-a8d3-433701dbe6d4\/Report_web.pdf - external-link-new-window \"Opens external link in new window\">hier<\/link>.<br \/>\n++<br \/>\n<span style=\"font-weight: bold; \">Bitte unterst\u00fctzen:<\/span><br \/>\n<span lang=\"FR\"><link http:\/\/cancelgreekdebt.org\/de\/>http:\/\/cancelgreekdebt.org\/de\/<\/link><\/span>\n<link http:\/\/greekdebttruthcommission.org\/>http:\/\/greekdebttruthcommission.org<\/link>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorl\u00e4ufiger Bericht der \u201eWahrheitskommission f\u00fcr die Staatsverschuldung\u201c des griechischen Parlaments, Zusammenfassung vom 17. Juni 2015.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":22585,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[],"class_list":["post-22584","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22584","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22584"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22584\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27516,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22584\/revisions\/27516"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22585"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22584"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}