{"id":23320,"date":"2018-06-25T14:20:00","date_gmt":"2018-06-25T12:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/eine-antwort-auf-die-soziale-frage-als-menschheitsfrage-suchen\/"},"modified":"2023-09-27T16:10:21","modified_gmt":"2023-09-27T14:10:21","slug":"eine-antwort-auf-die-soziale-frage-als-menschheitsfrage-suchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/eine-antwort-auf-die-soziale-frage-als-menschheitsfrage-suchen\/","title":{"rendered":"Eine Antwort auf die soziale Frage als Menschheitsfrage suchen"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Genossinnen und Genossen, wir leben in einer schwieriger  werdenden Zeit. Wie wird die Entwicklung weitergehen? Werden Kriege  t\u00e4glich noch selbstverst\u00e4ndlicher, als sie schon jetzt erscheinen? Wie  wird sich der Handelskrieg der USA gegen Europa weiter entwickeln?  Welche Folgen hat er f\u00fcr die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in  Europa \u2013 und in den USA? Wird sich die neoliberale Entwicklung des  Kapitalismus fortsetzen, das hei\u00dft der Niedriglohnsektor, die prek\u00e4re  Besch\u00e4ftigung ausgebaut, die tiefe soziale Spaltung noch mehr verst\u00e4rkt  werden? Bleibt es bei der Deregulierung f\u00fcr die gro\u00dfen Konzerne und  Banken? Kann die Klimakatastrophe noch verhindert werden? Wie sieht es  mit der Bek\u00e4mpfung des millionenfachen Hungertodes, Leids und von Not  weltweit aus, wie erfolgreich k\u00f6nnen wir Armut in Deutschland, Europa  und weltweit \u00fcberwinden?  <\/p>\n<p>All diese Fragen kann man negativ und pessimistisch beantworten und  wird dadurch depressiv, handlungsunf\u00e4hig. Oder aber man geht davon aus,  dass sich der Kampf lohnt, solche Entwicklungen deutlich zu korrigieren. <\/p>\n<p>Als Pr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Linken und als Mitglied unserer Partei  habe ich festgestellt, dass es eine gravierend unterschiedliche Sicht  sowohl bei den Linken in Europa als auch in unserer Partei gibt. Ich  wei\u00df sehr wohl, dass es Fragen gibt, die nur lokal, andere Fragen, die  nur national, und wieder anderen Fragen, die nur international zu  beantworten sind. Das ist auch nicht das Problem. Wir haben auf allen  Ebenen Institutionen und die Linke muss \u00fcberall wirkungsvoll sein wollen  und k\u00f6nnen. In dem Moment, in dem man bestimmte Ebenen innerlich  ablehnt, verliert man Wirksamkeit in und gegen\u00fcber den Gremien und zwar  auch auf jenen Ebenen, auf die man sein Wirken zu beschr\u00e4nken k\u00f6nnen  meint. Es gibt bei der Linken in Europa und in Deutschland, jene, die  vornehmlich nationale, und jene, die vornehmlich internationalistische  Antworten suchen und geben. <\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen in Deutschland und in Europa zun\u00e4chst lernen, mit den  Realit\u00e4ten umzugehen. Wir haben eine Weltwirtschaft, wir haben  europ\u00e4ische Konzerne, wir haben eine \u00f6kologische Klimafrage und andere  Nachhaltigkeitsmomente, die \u00fcberhaupt nur noch international und nicht  national zu l\u00f6sen sind. Eine wichtige Frage stellt sich neu im sozialen  Bereich. Die Konzerne und gro\u00dfen Banken haben auf allen f\u00fcnf Kontinenten  Arbeitskr\u00e4fte, Dienstleistungs- und Produktionsst\u00e4tten. Die soziale  Frage war immer schon auch eine internationale, aber stand vorwiegend  national. Die gro\u00dfen Konzerne und Banken haben aber daf\u00fcr gesorgt, dass  die soziale Frage nun sichtbar zu einer Menschheitsfrage geworden ist.  Sie haben den weltweiten Lebensstandardvergleich erm\u00f6glicht durch ihre  Besch\u00e4ftigten, die Handys, das Internet, kurz durch die Globalisierung.  Und die einzige Antwort der Regierenden lautet Abschottung. Wenn die  Linke einen Wert haben will, muss sie eine andere Antwort auf die  soziale Frage als Menschheitsfrage suchen und finden.  <\/p>\n<p>Es gab und gibt f\u00fcr mich vor allem vier Gr\u00fcnde, mich politisch links zu orientieren und links auch zu bleiben.  <\/p>\n<p>Der erste Grund war und ist f\u00fcr mich die Frage von Krieg und Frieden.  Ich wei\u00df, dass es leider Ausnahmen in der Geschichte der Linken gab. Im  Kern war die Linke aber immer eine Friedensbewegung. <\/p>\n<p>Der zweite Grund bestand und besteht f\u00fcr mich in der Forderung nach  sozialer Gerechtigkeit. Das bedeutete f\u00fcr mich nie eine Gleichheit f\u00fcr  alle. Diese Gerechtigkeit akzeptiert Unterschiede je nach Verantwortung,  Flei\u00df, Qualifikation und anderen Kriterien. Aber die Forderung nach  sozialer Gerechtigkeit will Armut ebenso ausschlie\u00dfen wie grenzenlosen  Reichtum, der zwingend zur Armut f\u00fchrt. <\/p>\n<p>Der dritte Grund war und ist f\u00fcr mich die Forderung nach  Chancengleichheit. Die Menschen werden in h\u00f6chst unterschiedliche  Verh\u00e4ltnisse hinein geboren. Die Frage f\u00fcr Staaten und Gesellschaften  besteht immer darin, wieviel Chancen, denen, die es sehr viel schwerer  haben als andere, gegeben werden, einen Ausgleich zu finden. Es gibt  Strukturen, die das in vielfacher Hinsicht erleichtern, und solche, die  es in jeder Hinsicht erschweren. Deutschland ist ein extrem negatives  Beispiel f\u00fcr soziale Durchbrechungen. Die Chancengleichheit erfordert  die Gleichstellung von Mann und Frau. Sie gilt f\u00fcr alle Menschen,  unabh\u00e4ngig von ihrer Nationalit\u00e4t, Religion oder Religionslosigkeit,  ihrer Hautfarbe und sexuellen Orientierung. Sie bezieht Menschen mit  Behinderung m\u00f6glichst gleichberechtigt ein. Chancengleichheit muss es  vor allem beim Zugang zu Bildung, Kunst und Kultur geben. <\/p>\n<p>Und dann gab und gibt es f\u00fcr mich noch einen vierten Grund. Der  vierte Grund war und bleibt der Internationalismus der Linken. Er ist  eine zentrale Frage. Bek\u00e4mpfe ich nur Armut in meiner Gesellschaft oder  weltweit? Streite ich f\u00fcr Chancengleichheit nur in meiner Gesellschaft  oder weltweit? Kann man \u00fcberhaupt von sozialer Gerechtigkeit sprechen,  wenn sie an der eigenen Landesgrenze stoppt? Kann man \u00fcberhaupt von  Chancengleichheit sprechen, wenn sie nur in einem Land gilt? Ist der  Internationalismus nicht eine zwingende Voraussetzung, wenn man f\u00fcr  Frieden, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit eintritt? Ich sage  euch ganz offen, auch rechte Bewegungen k\u00f6nnen sich f\u00fcr soziale  Gerechtigkeit und Chancengleichheit innerhalb einer Nation einsetzen.  Aber sie werden das nie \u00fcber die nationale Grenze hinaus tun. Und  deshalb ist die Frage des Internationalismus eine Kernfrage der linken  Bewegung.  <\/p>\n<p>Die Aussage, eine politische Forderung w\u00e4re falsch, weil sie nicht  vermittelbar sei, hat keinen Sinn. Das ist ja gerade die Kernaufgabe  politischer Kommunikation, die eigenen Ideen zu vermitteln, auch bei  Menschen, die diesen zun\u00e4chst kritisch gegen\u00fcber stehen.  <\/p>\n<p>Der Schlusssatz des Kommunistischen Manifests von Karl Marx und  Friedrich Engels lautet: \u201eProletarier aller L\u00e4nder, vereinigt euch!\u201c Das  bedeutete ihre Absage an Ausl\u00e4nderfeindlichkeit, Rassismus und  Antisemitismus. Sie riefen diese Schichten der Bev\u00f6lkerungen auf, die  gleiche Interessenlage zu erkennen und in dem Sinne zu streiten und sich  nicht durch die Herrschenden gegeneinander aufhetzen zu lassen. F\u00fcr  Letzteres hatten die Herrschenden mindestens zwei Gr\u00fcnde. Sie wollten  andere L\u00e4nder und andere Ressourcen erobern und sie wollten, dass die  unteren Schichten nicht auf die Idee kommen, die oberen zu st\u00fcrzen. Der  Zar in Russland stellte immer dann, wenn er in Schwierigkeiten war,  fest, dass angeblich die Juden an allem Schuld seien. Er wollte, dass  sich die Bev\u00f6lkerung untereinander abschlachtet. Die deutschen und  franz\u00f6sischen Bauern hatten keinen Grund, sich gegenseitig  totzuschlagen, aber sie wurden gegeneinander aufgehetzt. Karl Marx und  Friedrich Engels setzten ihre Idee dagegen. Sie meinten, dass aus der  gleichen sozialen Situation eine Solidarit\u00e4t miteinander erwachsen m\u00fcsse  und dass das dann die St\u00e4rke einer solchen Bewegung ausmache.  <\/p>\n<p>Inzwischen ist die \u00f6kologische Nachhaltigkeit in Verbindung mit der  sozialen Frage zu einem f\u00fcnften Grund f\u00fcr mich geworden, linke Politik  zu machen. <\/p>\n<p>Nun stelle ich aber wie gesagt fest, dass es sowohl in der  Europ\u00e4ischen Linken als auch in der deutschen einen zunehmenden Trend  gibt, bestimmte Fragen auf die nationale Ebene zur\u00fcck zu ziehen. Damit  ich nicht missverstanden werde. Es gibt bei uns keine Rassisten und  Nationalisten, aber es gibt nicht wenige, die sich in ihrem Denken und  F\u00fchlen auf die Nation begrenzen und diese auch vor der Armut aus anderen  L\u00e4ndern gesch\u00fctzt sehen wollen. Damit ich auch in dieser Frage nicht  missverstanden werde. Niemals d\u00fcrfen wir zulassen, dass internationale  Aufgaben dadurch gel\u00f6st werden, dass es den \u00e4rmeren und mittleren  Schichten in unserem Land schlechter geht. Im Gegenteil. Wir streiten  f\u00fcr eine Besserstellung der \u00c4rmeren und auch der Mittelschicht in  Deutschland. Wir m\u00fcssen ihnen eine Sozialgarantie geben. Wir m\u00fcssen  diesen Schichten aber klar machen, dass ihre Probleme mit Abschottung,  mit einer Schlechtbehandlung von Menschen aus anderen L\u00e4ndern niemals  gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Bevor die Fl\u00fcchtlinge nach Deutschland kamen, gab  es kein h\u00f6heres Hartz IV, und seitdem sie in Deutschland sind, gibt es  kein niedrigeres Hartz IV. Die Mehrheit des Bundestages billigt den  \u00c4rmsten v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von ihrer Zahl und den Gefl\u00fcchteten immer nur  das Allernotwendigste zu. Das m\u00fcssen wir bek\u00e4mpfen, und zwar f\u00fcr alle.  Unser Kampf muss sich nicht darauf richten, Niedriglohnkonkurrenz durch  Begrenzung von Arbeitsmigration auszuschlie\u00dfen, sondern darauf, die  L\u00f6hne f\u00fcr alle zu erh\u00f6hen. Und dann m\u00fcssen wir auch die Mitte entlasten,  die ja in Deutschland nur deshalb so herangezogen wird, weil man sich  an die Konzerne, die gro\u00dfen Banken und die ungerechtfertigt Reichen  nicht herantraut beziehungsweise an sie nicht herantrauen will. Letztere  materiell zu sch\u00fctzen ist nicht die Aufgabe der Linken. <\/p>\n<p>Ich sehe also die Entwicklung der Linken in Europa und in Deutschland  mit Sorge. Wir d\u00fcrfen uns vom Grundwert des Internationalismus nicht  entfernen. Gesch\u00e4he dies, w\u00e4re einer meiner wichtigsten Gr\u00fcnde, bei den  Linken zu sein, entfallen. <\/p>\n<p>Ist es nicht unser Ziel, dass die Menschen selbst entscheiden k\u00f6nnen,  wie und wo sie leben? Und wenn man eine andere Position hat und sich  gegen Arbeitsmigration &nbsp;stellt, warum dann eigentlich nicht auch noch  die Bundesl\u00e4nder teilen? K\u00f6nnte dann nicht ein bayrischer Linker  fordern, dass Bayern die Bundesrepublik Deutschland verl\u00e4sst und man die  S\u00e4chsinnen und Sachsen dort nicht mehr arbeiten l\u00e4sst, weil das ja  wieder Bayern Arbeitspl\u00e4tze kostete und das Lohnniveau bedrohte? 2016  kamen 60 Prozent der Zugewanderten aus Europa zu uns \u2013 spr\u00e4che das nicht  auch gegen die Arbeitnehmerfreiz\u00fcgigkeit in der EU? Das kann doch wohl  nicht unsere Antwort sein oder? <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir vor allem die Fluchtursachen benennen und  bek\u00e4mpfen, gerade in L\u00e4ndern, aus denen viele Menschen fl\u00fcchten, auch  vor Ort. Aber das geht nur internationalistisch und ist kein Argument  gegen die Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen. Weltweit gibt es zurzeit 65  Millionen Fl\u00fcchtlinge. Seit 2015 fl\u00fcchteten davon 3,2 Millionen Menschen  in die 28 EU-Staaten. Vergleichsweise viel gr\u00f6\u00dfere Fl\u00fcchtlingszahlen  m\u00fcssen deutlich \u00e4rmere L\u00e4nder wie der Libanon und Jordanien versorgen.  Anstatt nur zu st\u00f6hnen, sollte Europa dort viel mehr helfen. Wenn dies  nicht geschieht, m\u00fcssen sich die Fl\u00fcchtlinge einen anderen Weg suchen.  Es muss unser erstes Interesse sein und bleiben, die Welt und damit auch  die nationale Politik so zu ver\u00e4ndern, dass Menschen nicht fliehen  m\u00fcssen. Aber es w\u00e4re fatal, wenn wir unsere bisher sehr \u00fcbersichtlichen  Erfolge in dieser Frage dadurch zu kompensieren versuchten, dass wir  Fl\u00fcchtlingen dann indirekt oder direkt das Recht absprechen,  Perspektiven f\u00fcr sich und ihre Familien anderswo, also auch bei uns zu  suchen. Wir sollten unseren Kampf, der Macht der neoliberalen  Weltkonzerne und ihrer politischen Umsetzungsgehilfen in den Regierungen  Grenzen zu setzen, nun wirklich nicht damit beginnen, dass wir f\u00fcr  deren \u00e4rmste Opfer die Grenzz\u00e4une hochziehen, schon weil die Grundrechte  der Menschen gelten und unsere Gesellschaft durch die Integration nicht  \u00e4rmer, sondern reicher wird. Damit Integration gelingt, sollten wir uns  f\u00fcr einen Vorschlag von Gesine Schwan stark machen, die einen  europ\u00e4ischen Fonds fordert, aus dem Kommunen nicht nur die Kosten f\u00fcr  die Aufnahme und Integration der Fl\u00fcchtlinge erstattet bekommen, sondern  den Betrag doppelt erhalten, um damit Investitionen in die  Infrastruktur, gerade auch in Wohnungen, Bildung, kulturelles Leben  finanzieren zu k\u00f6nnen. Das w\u00e4re eine konkret vor Ort sp\u00fcrbare soziale  Offensive, die allen zugutek\u00e4me. So k\u00f6nnte man die Aufnahme von  Fl\u00fcchtlingen f\u00fcr Kommunen sogar attraktiv gestalten. <\/p>\n<p>Zur Integration geh\u00f6rt die Vermittlung der deutschen Sprache, die  Verhinderung einer Gettoisierung, die Vermittlung in Qualifizierung und  Arbeitsmarkt und die Unterrichtung \u00fcber unsere Grundwerte und  Grundrechte entsprechend den Artikeln 1 bis 20 des Grundgesetzes. Jedem  Gefl\u00fcchteten m\u00fcssen wir erkl\u00e4ren, dass Frauen und M\u00e4nner bei uns  gleichberechtigt sind. Und Punkt. Das m\u00fcssen wir nat\u00fcrlich auch  insgesamt bei uns noch durchsetzen. Kein Fl\u00fcchtling hat das Recht zu  versuchen, Kultur, Kunst und Lebensweise in Deutschland einzuschr\u00e4nken,  aber jeder Fl\u00fcchtling hat das Recht zu versuchen, Kultur, Kunst und  Lebensweise hierzulande zu erweitern. <\/p>\n<p>Der Internationalismus ist auch deshalb so besonders wichtig  geworden, weil wir in den USA und in Europa eine rechtspopulistische und  rechtsextreme Entwicklung erleben. Der nationale Egoismus wird von  Trump und Co. gesch\u00fcrt. Doch diese Versuche, sich von den Konsequenzen  der neoliberalen Globalisierung quasi abzukoppeln, ohne deren Grundlagen  in Frage zu stellen, k\u00f6nnen die Entwicklung nicht ver\u00e4ndern \u2013 und  wollen das letztlich auch gar nicht.  <\/p>\n<p>Sie haben lediglich das Ziel, die erhofften und realen Fr\u00fcchte der  weltumspannenden Kapitalverwertung im eigenen Land zu behalten bzw.  dorthin zu bekommen, die extremsten Ausw\u00fcchse von Billigkonkurrenz und  umfassender Ressourcenverf\u00fcgbarkeit f\u00fcr die eigene Bev\u00f6lkerung auf ein  f\u00fcr ertr\u00e4glich gehaltenes Ma\u00df zu begrenzen und die resultierenden  sozialen, wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Verheerungen im Rest der  Welt von den eigenen Grenzen fernzuhalten. <\/p>\n<p>Die Rechten bieten mit den Fl\u00fcchtlingen als angeblich Schuldige die  S\u00fcndenb\u00f6cke f\u00fcr eine scheinbar einfache L\u00f6sung an. Doch das ist nichts  weiter als Rassismus, als Unmenschlichkeit und nebenbei auch ein  fundamentaler Angriff auf unser Grundgesetz. Es w\u00e4re deshalb  grottenfalsch, wenn die Linke sich den Diskurs gegen Einwanderung von  rechts aufzwingen lie\u00dfe. Die Linke muss das Gegen\u00fcber zur  Rechtsentwicklung werden. Das ist unsere Aufgabe, das ist einer unserer  Werte. Auch die Mitte wird dann einr\u00e4umen m\u00fcssen, dass sie es ohne die  Linke nicht geschafft h\u00e4tte, die Rechtsentwicklung zu stoppen.  Selbstverst\u00e4ndlich m\u00fcssen wir auch versuchen, W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler der  Rechten zu gewinnen, aber nicht, indem wir ihnen in dem von uns  abgelehnten Denken entgegenkommen, sondern nur indem wir sie vom  Gegenteil \u00fcberzeugen. Das mag m\u00fchseliger sein, es ist aber die Aufgabe  der Linken.  <\/p>\n<p>Die einzelnen Nationalstaaten d\u00fcrfen sich nicht l\u00e4nger von den  Konzernen und Banken gegeneinander ausspielen lassen. &nbsp;Die Zeit, in der  zum Beispiel Irland mit niedrigsten Steuern, sozialen und \u00f6kologischen  Standards f\u00fcr sich warb, darf es nicht mehr geben. Bleiben wir nur bei  den Nationalstaaten, ist es nicht zu verhindern, durch eine europ\u00e4ische  Integration schon. Die einzelnen Nationalstaaten k\u00f6nnten auf den  Handelskrieg der USA niemals wirksam reagieren. Hier brauchen wir eine  geschlossene Antwort der Europ\u00e4ischen Union. Auch ich wei\u00df  selbstverst\u00e4ndlich, in welch zum Teil desolaten Zustand diese  Europ\u00e4ische Union ist. Aber die europ\u00e4ische Wirtschaft, die \u00f6kologischen  Fragen in Europa, die Verhinderung von Kriegen auf diesem Kontinent,  letztlich auch die soziale Frage und vor allem die immer europ\u00e4ischer  werdende Jugend verlangen die europ\u00e4ische Integration und nicht die  R\u00fcckkehr zu den alten Nationalstaaten. Danke!<\/p>\n<p>Quelle: <link https:\/\/www.die-linke.de\/partei\/parteistruktur\/parteitag\/leipziger-parteitag-2018\/news-default-detailseite\/news\/eine-antwort-auf-die-soziale-frage-als-menschheitsfrage-suchen\/ - external-link-new-window \"Opens internal link in current window\">Die LINKE<\/link><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rede von Gregor Gysi auf dem LINKE-Parteitag, Anfang Juni,  in Leipzig \u00fcber den Streit zu Flucht und Migration.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":12966,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[],"class_list":["post-23320","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23320","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23320"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23320\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27688,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23320\/revisions\/27688"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12966"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23320"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23320"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23320"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}