{"id":23328,"date":"2018-09-05T10:40:44","date_gmt":"2018-09-05T08:40:44","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/unter-dem-pflaster-da-liegt-der-strand-der-neu-entstandene-feminismus-nach-1968\/"},"modified":"2023-09-27T16:10:24","modified_gmt":"2023-09-27T14:10:24","slug":"unter-dem-pflaster-da-liegt-der-strand-der-neu-entstandene-feminismus-nach-1968","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/unter-dem-pflaster-da-liegt-der-strand-der-neu-entstandene-feminismus-nach-1968\/","title":{"rendered":"\u201eUnter dem Pflaster, da liegt der Strand.\u201c* Der neu-entstandene Feminismus nach 1968"},"content":{"rendered":"<article>\n<p>Der Verdienst der Frauenbewegten ab &#8217;68 war es die Geschichte neu zu erforschen und zu beschreiben. Und diese Vorgeschichte m\u00f6chte ich eingangs kurz streifen, weil ich denke, es dient dem Verst\u00e4ndnis, dass auch die patriarchale wie die kapitalistische Unterdr\u00fcckung mit der Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte zu untersuchen ist. <\/p>\n<h3><b style=\"color: rgb(224, 0, 0);\">Geschichte<\/b><\/h3>\n<p>Der Begriff Feminismus entspringt den Idealen der Franz\u00f6sischen Revolution. Olympe de Gouges in Frankreich und Mary Wollstonecraft in England erhoben der Zeit voraus die Forderungen nach gleichen Rechten und Freiheiten f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen, Forderungen, die nach der Revolution schnell abgeschmettert, im 19. und 20. Jahrhundert aber wieder aufgegriffen werden konnten. Dass Frauen als Frauen organisierte soziale Bewegungen bilden, ist gro\u00dfteils ein Produkt der Moderne, ein Produkt der massenhaften Einbeziehung von Frauen in den kapitalistischen Produktionsprozess seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Zentrum der K\u00e4mpfe der proletarischen Frauenbewegung standen Forderungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Fabriken, das allgemeine Wahlrecht, der Kampf um Frieden und Anfang des 20. Jahrhunderts auch schon der Kampf um legalen Schwangerschaftsabbruch. Die Idee der Kommunistinnen Zetkin und Kollontai war, dass der Kampf um Arbeit und materielle Eigenst\u00e4ndigkeit von Frauen gepaart mit der gesellschaftlichen Organisierung von Hausarbeit zur Gleichstellung f\u00fchre. Patriarchale Herrschaftsstrukturen und Gewalt an Frauen wurden nicht erkannt oder vernachl\u00e4ssigt. Stichwort Nebenwiderspruch.<\/p>\n<p>Mit der massenhaften Einbeziehung von Frauen in das Bildungssystem seit Mitte der 60er Jahre, die den Anforderungen des Kapitals im \u00dcbergang von seiner expansiven Phase zur intensiven entsprach, erlebten die feministischen Bewegungen nach 1968 einen rapiden Aufschwung. Bis in die 80er Jahre haben die marxistischen Bewegungen und Debatten ihr Hauptaugenmerk einseitig auf den Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit gelegt, sexistische wie auch rassistische, aber auch \u00f6kologische Widerspr\u00fcche blieben untergeordnet. Die Reaktion der neuen Frauenbewegung war, ihr Hauptaugenmerk einseitig auf die Geschlechterdifferenz zu legen. Ihr gro\u00dfer Verdienst ist es, die soziale Kategorie Geschlecht begr\u00fcndet zu haben, was von nicht wenigen marxistischen Theoretikern bis heute nicht Eingang in ihre Analysen findet. (In dieser Hinsicht w\u00e4ren die Debatten auf dieser Sommeruniversit\u00e4t durchaus einer kritischen Analyse wert.) In den 90er Jahren mit Einsetzen des backlash gegen Frauenrechte sind die sozialen und ethnischen Unterschiede st\u00e4rker ins Blickfeld aller feministischen Bewegungen und Debatten ger\u00fcckt. Mehr denn je ist f\u00fcr mich heute deutlich, feministische Politik ist links oder sie ist nicht feministisch und linke Politik ist feministisch oder sie ist nicht links.  <\/p>\n<h3><b style=\"color: rgb(224, 0, 0);\">Hauptauseinandersetzungspunkte<\/b><\/h3>\n<p>Innerhalb der feministischen Bewegungen der letzten 50 Jahre wurden insbesondere folgende Auseinandersetzungen gef\u00fchrt:<\/p>\n<h4 style=\"color: rgb(222, 0, 0);\"><b>1.&nbsp;&nbsp;&nbsp; Frauen \u2013 Opfer oder T\u00e4ter? <\/b><\/h4>\n<p>Beginnen m\u00f6chte ich mit der feministischen Auseinandersetzung mit patriarchalen Politikans\u00e4tzen seit den sp\u00e4ten Siebzigerjahren, mit der Kontroverse um die Stellvertreter\/innenpolitik oder warum Frauen den Kampf um ihre Befreiung selbst f\u00fchren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ein gar nicht langer Text von Frigga Haug, einer deutschen Soziologin mit dem Titel: <i>Frauen \u2013 Opfer oder T\u00e4ter?<\/i> Ende der 70er Jahre gab den Ansto\u00df f\u00fcr nachhaltige Diskussionen und sorgte f\u00fcr im\u00admense Unruhe vor allem in linken Zusammenh\u00e4ngen, weil der Text die praktizierte Stellvertreter\/innen\u00adpolitik durch das Konzept der <i>Selbsterm\u00e4chtigung &nbsp;<\/i>grunds\u00e4tzlich in Frage stellte. Es war ein Aufruf f\u00fcr ein ganz anderes Politikverst\u00e4ndnis und dabei ging Haug unmittelbar von Marx aus, von einer These in seiner Schrift <i>Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte<\/i>: &quot;Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien St\u00fccken, nicht unter selbstgew\u00e4hlten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und \u00fcberlieferten Umst\u00e4nden.&quot; Oder anders: Menschen\/ Frauen machen ihre Geschichte nicht aus freien St\u00fccken, aber sie machen sie selbst. Eine Erkenntnis, die Jahre danach von der Bewegung der sozialen Foren aufgegriffen wurde ohne Bezug auf die feministischen Erkenntnisse davor.<\/p>\n<h4 style=\" color: rgb(224, 0, 0);\"><b>2.&nbsp;&nbsp;&nbsp; Die notwendige Erweiterung des Arbeitsbegriffes <\/b><\/h4>\n<p>Die feministischen Bewegungen seit \u201868 haben den Blick f\u00fcr die gesamte gesellschaftlich notwendige Arbeit ge\u00f6ffnet, indem sie das Thema <i>Haus- und Reproduktionsarbeit, Familienarbeit<\/i> in die Diskussion eingebracht haben. Aber bis heute scheint es auch in der Linken schwierig zu sein, zu begreifen, dass es eine Arbeit gibt, die die H\u00e4lfte aller gesellschaftlich notwendigen Arbeiten ausmacht, die von mehr als der H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung erbracht wird und dennoch unber\u00fccksichtigt bleibt.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn wir aber den Blick auf die gesamte notwendige gesellschaftliche Arbeit werfen, ist es ja keineswegs so, wie manche Theoretiker\/innen des Neoliberalismus uns weismachen wollen, dass uns die Arbeit ausginge. Nicht die Arbeit wird immer weniger oder geht uns aus, sondern die Bezahlung wird immer weniger oder bleibt aus. Ich bin daher strikte Bef\u00fcrworterin eines bedingungslosen Grundeinkommens, das aber immer auch im Kontext zu Forderungen einer generell neuen Verteilung aller gesellschaftlich notwendigen Arbeit einzubetten ist. Dieser Blick scheint allen M\u00e4nnern die Augen zu tr\u00fcben, geht es doch hier um ihre Privilegien.<\/p>\n<h4 style=\"color: rgb(222, 0, 0);\"><b>3.&nbsp;&nbsp;&nbsp; Auseinandersetzung um die Quote<\/b><\/h4>\n<p>Man m\u00f6chte meinen, es sei eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass Frauen in allen Punkten gleichberechtigt partizipieren. Doch nur sehr m\u00fchselig kann in dieser Hinsicht etwas bewegt werden. Nachdem vor allem unsere linken m\u00e4nnlichen Mitstreiter sich mehrheitlich nicht den feministischen Analysen zuwenden, kommen ihnen auch beim Brainstorming \u00fcber ReferentInnen nur M\u00e4nner in den Sinn. Und selbst wenn ihnen dann doch eine Frau einf\u00e4llt, dann nur eine ohne dezidiert feministischen Standpunkt. <\/p>\n<p>Der Kampf um die Quote wird auf unterschiedlichsten Ebenen gef\u00fchrt:<\/p>\n<ul>\n<li>symbolisch: um die geschlechtergerechte Sprachregelung<\/li>\n<li>\u00f6konomisch: in der Leistungsbewertung<\/li>\n<li>politisch: um Demokratie, Selbsterm\u00e4chtigung oder Stellvertreter\/innenpolitik <\/li>\n<\/ul>\n<h3><b style=\"color: rgb(224, 0, 0);\">Geschlechterverh\u00e4ltnisse sind Produktionsverh\u00e4ltnisse <\/b><\/h3>\n<p>Geschlechterverh\u00e4ltnisse als Produktionsverh\u00e4ltnisse zu begreifen, ist der zentrale Gedanke in der Theorie von Haug, auf den ich im Folgenden eingehen m\u00f6chte.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Alles, was nicht beschleunigbar, automatisierbar, rationalisierbar ist und eben nicht genug Profit abwirft und dadurch auch nicht marktf\u00f6rmig erledigt werden kann, muss von Menschen erledigt werden, oder die Sache geht ein. Marx nannte es <i>\u00d6konomie der Zeit<\/i>, nach der diese kapitalistische Produktionsweise geregelt ist. Seine Vision war, dass es durch die industrielle Entwicklung m\u00f6glich sein muss, was wir ja heute eindrucksvoll sehen, die notwendige Arbeitszeit zur\u00fcckzudr\u00e4ngen, so dass insgesamt und in der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung f\u00fcr alle Menschen mehr Zeit f\u00fcr Selbsterfahrung und daf\u00fcr bleibt, kulturelle und tats\u00e4chliche menschliche Wesenskraft zu entwickeln. Aber kapitalistisch organisiert, f\u00fchrt die <i>\u00d6konomie der Zeit<\/i> zur Vertiefung der Spaltung in der Gesellschaft, nicht f\u00fcr <i>menschliche Entwicklung<\/i>, sondern die <i>\u00d6konomie der Zeit<\/i> wird eingesetzt, um damit die Profite zu erh\u00f6hen. <\/p>\n<p>Mit Frigga pl\u00e4diere ich daf\u00fcr, den Feminismus in den Kern des Marxismus hineinzuschreiben, in den zentralen von Marx besetzten Begriff <i>Produktionsverh\u00e4ltnisse<\/i>. Bei Marx ist das die Frage, wie Menschen ihr Leben produzieren. Marx selbst beschreibt, dass Menschen dies auf doppelte Weise tun. Sie produzieren ihr Eigenes und das Fremde. Das Fremde in der Fortpflanzung, das Eigene, indem sie sich als Menschen in diesem Prozess entwickeln und reproduzieren. Und das tun sie auch mittels der Produktion von Lebensmitteln und Waren. Wir haben also von Anfang an zwei Weisen der Produktion, aus der einen kommen die Menschen heraus und aus der anderen die Lebensmittel und G\u00fcter, die diese Menschen brauchen. <\/p>\n<p>Ein weiterer Gedanke ist, dass die Produktion des Lebens, sowohl des eigenen in der Arbeit wie auch des fremden in der Erzeugung, von Anfang an ein doppeltes, ein nat\u00fcrliches und ein gesellschaftliches Verh\u00e4ltnis ist. Gesellschaftlich in dem Sinne, dass darunter das Zusammenwirken mehrerer Individuen verstanden wird. Marx fordert schlussfolgernd, dass die Geschichte der Menschheit stets als Geschichte der Industrie und des Austausches der Arbeit bearbeitet werden muss. Aber es fehlt der weitere Schritt, dass n\u00e4mlich die Geschichte der Industrie und des Austausches immer auch mit der Geschichte des nat\u00fcrlichen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisses, der Fortpflanzung, zusammen studiert werden muss. Der Blick auf Familien- und Bev\u00f6lkerungspolitik setzt n\u00e4mlich auch voraus, den Blick f\u00fcr die Konstruktionen dessen zu \u00f6ffnen, was als nat\u00fcrlich gilt, was Geschlechter sein sollen und wie diese Fragen auf den Ebenen von Moral, Ideologie und Symbolen abgest\u00fctzt und gesichert werden. Dies er\u00f6ffnet den Blick auf die patriarchalen Strukturen.<\/p>\n<p>Haug st\u00f6\u00dft auf eine weitere Ungereimtheit. Marx und Engels analysierten zu Beginn der Industrialisierung, dass zwei Drittel des Proletariats weiblich waren, dennoch behandelten sie das Proletariat in ihren weiteren Ausf\u00fchrungen als eine m\u00e4nnliche Gr\u00f6\u00dfe. Sie dachten nicht weiter \u00fcber die Frage nach, warum das Proletariat tats\u00e4chlich m\u00e4nnlich sein m\u00fcsste. Marx vermerkte in einer Randnotiz lakonisch, dass der Kapitalist die Reproduktion der Ersatzm\u00e4nner ruhig dem Selbsterhaltungstrieb des Arbeiters \u00fcberlassen kann, so, als w\u00e4re das ein Naturgesetz. Er hat aber nicht weiter geschlussfolgert, dass der Kapitalismus eine Produktionsweise ist, die einen m\u00e4nnlichen Lohnarbeiter braucht, der eine Hausfrau hat, die f\u00fcr seine Reproduktion und f\u00fcr die Reproduktion der Ware Arbeitskraft sorgt. Wenn das nicht passiert, wie das auch zu Beginn der Industrialisierung der Fall war, f\u00fchrt das zur Zerst\u00f6rung der Grundlagen der Reproduktion der Arbeiter\/innenklasse und damit zur Zerst\u00f6rung der Arbeiter\/innenklasse selbst. Vor diesem Problem steht der Neoliberalismus heute \u00e4hnlich wie es sich in den Anf\u00e4ngen der Industrialisierung stellte.<\/p>\n<h3><b style=\"color: rgb(222, 0, 0);\">Aktuelle Herausforderungen<\/b><\/h3>\n<p>Damit zum Schluss zu m\u00f6glichen Herausforderungen heute und zu Thesen aus den vorangegangenen zwei Marxismus-Feminismus-Konferenzen in Berlin und Wien \u2013 die n\u00e4chste findet im Oktober in Lund\/Schweden statt.&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<section>\n<p>Den Feminismus in den Marxismus hineinzubringen und den Marxismus dabei ebenso zu ver\u00e4ndern wie sich selbst, macht eine kritische Sicht auf den tradierten Marxismus unabdingbar, der sich auf die Arbeiterbewegung allein bezieht. Marxismus ist marx\u2018sche Kritik der politischen \u00d6konomie, der Eigentumsfrage und der Arbeiterbewegung \u2013 das macht seine unvergleichliche Kraft aus. Es macht auch seine Grenze sichtbar. Das Schicksal der Arbeiterklasse zeigt auch ihre Unf\u00e4higkeit, Fragen, die den historischen Horizont der Klassenk\u00e4mpfe \u00fcberschreiten, zu erkennen und weiterzuentwickeln. F\u00fcr die neuen feministischen Fragen, wie ebenso die der \u00d6kologie, ist dieser tradierte Marxismus nicht aufnahmef\u00e4hig. Er muss weitergearbeitet werden, wie es schon Rosa Luxemburg scharf hervorgehoben hat. Der Reichtum der vielf\u00e4ltigen Bewegungen und auch der noch ungenutzte Reichtum in Marx&#8217; kulturellem Erbe verlangen die Weiterarbeit ins Heutige. Der Streit um \u201eRasse\u201c, Klasse und Geschlecht (intersectionality) sollte vorangetrieben werden, wobei der Herrschaftsknoten kulturell je verschieden gekn\u00fcpft ist.<\/p>\n<p>In den Umbr\u00fcchen einer sich rasant entwickelnden, krisengesch\u00fcttelten globalisierten \u00d6konomie, die die Menschen in immer prek\u00e4rere Verh\u00e4ltnisse treiben, geh\u00f6ren Frauen zu den Verliererinnen ebenso wie andere Ungleiche (Kulturen, V\u00f6lker, Produktionsweisen). <\/p>\n<\/section>\n<h3 style=\"  color: rgb(224, 0, 0);\"><b>Die Vier-in-einem-Perspektive<\/b><\/h3>\n<p>Der Abbau des Wohlfahrtsstaats in einer globalisierten \u00d6konomie \u00fcberl\u00e4sst die Sorge um das Leben Frauen in unbezahlter h\u00e4uslicher Arbeit oder in gering bezahlter Lohnarbeit. Wir k\u00f6nnen dies als Care-Krise fassen, als notwendige Folge einer kapitalistischen Gesellschaft, die in der Verschiebung ihres \u00f6konomischen Zentrums auf Dienstleistungen in eine Profitklemme ger\u00e4t. Dabei wird zu immer barbarischeren Formen der Austragung der Konflikte um ungleiche Wertsch\u00f6pfungsniveaus gegriffen. Ich pers\u00f6nlich folge dem Vorschlag von Frigga Haug, die Krisen um das Leben als Folge ungleicher Zeitlogiken in hierarchisierten Bereichen zu analysieren. Als Politik schl\u00e4gt sie die Vier-in-einem-Perspektive vor, d.h. politische Auseinandersetzungen um die Verf\u00fcgung \u00fcber Zeit zu f\u00fchren, dabei die Bereiche nicht einander anzupassen, sondern sie durch Verallgemeinerung zu enthierarchisieren. Erst wenn alle in allen Bereichen t\u00e4tig sind, ist eine befreite Gesellschaft m\u00f6glich. Die Vier-in-einem-Perspektive fordert die Reduktion der Lohnarbeit auf 4 Stunden pro Tag selbstverst\u00e4ndlich bei vollem Lohnausgleich, damit weitere 4 Stunden f\u00fcr die Aufteilung der Reproduktionsarbeit bleibt, 4 Stunden f\u00fcr politische Arbeit und 4 f\u00fcr die individuelle Entwicklung. Insofern konterkarieren wir den Beschluss in \u00d6sterreich zum 12-Stundentag mit der Forderung nach dem 16-Stundentag im Sinne der Vier-in-Einem.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p>* Titel eines Liedes der deutschen feministischen Band &quot;Schneewittchen&quot;, 1978;<\/p>\n<\/article>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die b\u00fcrgerliche aber auch linke Geschichtsschreibung hat viele L\u00fccken und Verfremdungen Frauen betreffend. Insbesondere ab 1968 haben Feministinnen begonnen, diese L\u00fccken zu f\u00fcllen. Im Folgenden ein auf Frigga Haug basierender Ansatz, marxistische und feministische Geschichtsschreibung zu verkn\u00fcpfen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":13005,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[],"class_list":["post-23328","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel","person-heidemarie-ambrosch-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23328","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23328"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23328\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27694,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23328\/revisions\/27694"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13005"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23328"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23328"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23328"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}