{"id":23340,"date":"2018-09-28T09:12:07","date_gmt":"2018-09-28T07:12:07","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/dialop-zwischen-marxist-innen-und-christ-innen\/"},"modified":"2023-09-27T16:10:25","modified_gmt":"2023-09-27T14:10:25","slug":"dialop-zwischen-marxist-innen-und-christ-innen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/dialop-zwischen-marxist-innen-und-christ-innen\/","title":{"rendered":"Dialop zwischen Marxist_innen und Christ_innen"},"content":{"rendered":"<p>Syros ist eine Insel, drei F\u00e4hrstunden von Athen entfernt. Sie ist, wenn man so will, die \u201eHauptstadt\u201c der \u00e4g\u00e4ischen Inseln. Ihre Geschichte ist voll von Fl\u00fcchtlingen und Migrant_innen, die ihre jeweilige Kultur und Religion mitgebracht haben. Sie alle leben bis heute friedlich nebeneinander. Schon am F\u00e4hranleger springen einem zwei Kirchen ins Auge, die einander auf zwei Berggipfeln gegen\u00fcberstehen: eine katholische und eine orthodoxe. Die Sommeruni ist die erste von transform! Europe und der p\u00e4pstlichen Universit\u00e4t initiierte Sommeruni und tr\u00e4gt den erstaunlichen Namen Dialop (abgeleitet von \u201eTransversal Dialogue Project\u201c). Als wir anfingen, dieses Dialogprojekt f\u00fcr Marxist_innen und Christ_innen zu planen, kamen wir spontan auf den Gedanken, diesen Ort f\u00fcr die Veranstaltung zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich fand dieser Dialog dort nicht zum ersten Mal statt, in Italien gab es ihn ununterbrochen, was von der europ\u00e4ischen Linken nicht gesagt werden kann. Papst Franziskus hat hier eine einmalige Gelegenheit geschaffen und M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet, die sonst wohl verschlossen geblieben w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die weltpolitische Lage, Kriege \u201ein Serie\u201c, die Frage der Migration und die Formen des Kapitalismus heute werfen Fragen auf, mit denen wir uns tagt\u00e4glich besch\u00e4ftigen, wo wir h\u00e4ufig Analysen und Reaktionen teilen und die Verschlechterung der zwischenmenschlichen und sozialen Beziehungen beunruhigt wahrnehmen, insbesondere die wachsende Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit.<\/p>\n<p>An der Sommeruni haben insgesamt 35 Studierende aus europ\u00e4ischen L\u00e4ndern teilgenommen. Sie kamen zum Beispiel aus Albanien, Ungarn, Serbien, Spanien (sowohl aus dem Baskenland als auch aus Katalonien), der Ukraine, Deutschland, Italien, Griechenland und Polen, aber auch aus Argentinien, Uruguay, Burundi und Madagaskar. Intellektuelle, Politiker_innen und Hochschullehrer_innen aus dem marxistischen und christlichen Umfeld haben zur Orientierung an vier Themenbereichen gearbeitet: Dialog, Demokratie, Commons und Europa.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich bleiben die Differenzen von christlicher Religion und marxistischer Vision davon unber\u00fchrt. Genau deshalb wollten wir Raum f\u00fcr einen Dialog schaffen, der eine echte Auseinandersetzung und ein tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr diese Differenzen erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Diese jeweiligen Standpunkte sollen weder \u00fcbernommen noch abgelegt werden, doch erm\u00f6glicht das Spannungsfeld eine zielgenaue Identifizierung derjenigen Werte, auf denen eine gemeinsame Vision aufgebaut werden kann und schafft einen Umriss f\u00fcr die Aufgaben, die in Angriff genommen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Der Zweck der Sommeruni ist denn auch nicht nur die Debatte, die nat\u00fcrlich eine immanente Bedeutung hat und sicher eine echte Bereicherung f\u00fcr die Teilnehmer_innen darstellt, sondern auch das Ausloten m\u00f6glicher Formen der Kooperation bei bestimmten Problemen und das Erarbeiten einer Gewohnheit des Einander-Zuh\u00f6rens.<\/p>\n<p>Hierf\u00fcr haben wir Arbeitsgruppen geschaffen, die sich mit den Themen Commons (auf Grundlage der Enzyklika Laudato si, der Umweltenzyklika), Integration, Migration, Demokratie und politische Teilhabe, der EU und einem alternativem White Paper sowie Zukunftsvisionen f\u00fcr dieses Projekt besch\u00e4ftigt haben.<\/p>\n<p>Die F\u00e4higkeit, einander zuzuh\u00f6ren, Vertrauen aufzubauen und zu interagieren war die Grundlage, auf der wir uns dann gezielt \u00dcberlegungen zu bestimmten Problemen zuwenden konnten und ich halte es f\u00fcr ma\u00dfgeblich, dass wir fortfahren. Zu erw\u00e4hnen ist hier zweifellos das unterschiedliche Verst\u00e4ndnis von sozialer Intervention durch das Kollektiv bzw. den oder die Einzelne, das wir bei uns beobachten konnten. Doch fiel es allen Teilnehmer_innen leicht, die Facetten des sozialen Kontexts einer jeden Person zu erfassen und so war der soziale Bereich ein Bereich gro\u00dfer \u00dcbereinstimmung. Am letzten Tag haben die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse vorgestellt. Hierbei waren wir alle recht \u00fcberrascht, wie einig sich die Studierenden in ihren Standpunkten waren und wie sehr es ihnen gelang, effektive Vorschl\u00e4ge zu unterbreiten.<\/p>\n<p>Ich selber nehme vom Dialop Erfahrungen mit, die mich bereichern und die, so hoffe ich, dazu beitragen k\u00f6nnen, die dunklen Wolken von Intoleranz und Angst zu vertreiben.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Syros ist eine Insel, drei F\u00e4hrstunden von Athen entfernt. 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