{"id":23358,"date":"2018-12-10T10:04:47","date_gmt":"2018-12-10T09:04:47","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/ith-konferenz-2019-arbeit-auf-dem-land-akteurinnen-gesellschaften-und-umwelten\/"},"modified":"2023-09-27T16:10:35","modified_gmt":"2023-09-27T14:10:35","slug":"ith-konferenz-2019-arbeit-auf-dem-land-akteurinnen-gesellschaften-und-umwelten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/ith-konferenz-2019-arbeit-auf-dem-land-akteurinnen-gesellschaften-und-umwelten\/","title":{"rendered":"ITH-Konferenz 2019: Arbeit auf dem Land. AkteurInnen, Gesellschaften und Umwelten"},"content":{"rendered":"<p>Die Konferenz ist darum bem\u00fcht, das Themengebiet der \u201eArbeit auf dem Land\u201c aus zwei Blickwinkeln zu behandeln: erstens, landwirtschaftliche Arbeit als Koproduktion von Gesellschaft und Natur und, zweitens, l\u00e4ndliche Arbeitsverh\u00e4ltnisse als Bestandteile gr\u00f6\u00dferer politischer und wirtschaftlicher Systeme. Beitr\u00e4ge zu dieser Konferenz sollen aufzeigen, wie sich diese beiden Perspektiven gegenseitig erg\u00e4nzen, Forschungsdesiderate und blinde Flecken in der jeweils anderen Perspektive ausfindig machen, Br\u00fccken bauen und zur theoretischen, methodologischen und empirischen Bereicherung der Geschichte landwirtschaftlicher Arbeit beitragen.<\/p>\n<p>Der erste Blickwinkel akzentuiert die Aspekte, die landwirtschaftliche Arbeit \u2013 Acker- und Gartenbau, Viehzucht, Arbeit in der Wald- und Forstwirtschaft oder die Verarbeitung von auf dem Land produzierten Rohstoffen \u2013 von anderen Formen der Arbeit unterscheidet. Diese Perspektive lenkt die Aufmerksamkeit auf die aus ihrer nat\u00fcrlichen Einbettung resultierenden Unterschiede der Landwirtschaft im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen: die nat\u00fcrlichen Einschr\u00e4nkungen betreffend die Auswahl von Kulturpflanzen in bestimmten Regionen, die biologischen Wachstumsprozesse von Pflanzen und Tieren, die Saisonalit\u00e4t des Arbeitsprozesses, die Unbest\u00e4ndigkeiten des Wetters und die sich daraus ergebenden ertragsbezogenen Risiken und die Auswirkungen auf materielle und immaterielle kulturelle Ph\u00e4nomene (Siedlungsmuster, Haushaltszusammensetzung, Techniken und Technologien, Wahrnehmungen der Umwelt, M\u00f6glichkeiten zur Intensivierung des Produktionsprozesses, die Entscheidung \u00fcber Vertragsformen, soziale Schichtung und Eigentumsrechte usw.). Eingehende Fallstudien mit regionalem oder lokalem Schwerpunkt w\u00fcrden sich eignen, um die Koproduktion von Gesellschaft und Natur zu fassen.<\/p>\n<p>Der zweite Blickwinkel, von dem aus das Thema beleuchtet wird, betont die Vielfalt l\u00e4ndlicher Arbeitsverh\u00e4ltnisse und untersucht eher Gemeinsamkeiten mit anderen Arbeitsverh\u00e4ltnissen und, nicht zuletzt, das breite Spektrum an Verkn\u00fcpfungen zwischen landwirtschaftlicher und nicht-landwirtschaftlicher Arbeit durch Individuen und Haushalte. Dies umfasst haushaltsbasierte Formen der Arbeitsorganisation, Gesindedienst, Lohnarbeit (dauerhaft, saisonal, migrierend), Zwangsarbeit (Sklaverei, Fronarbeit) sowie weitere Formen freier und unfreier Arbeit, aber auch landwirtschaftliche Aktivit\u00e4ten von l\u00e4ndlichen HandwerkerInnen und IndustriearbeiterInnen, die geschlechts-, alters- und lebenslaufspezifische Arbeitsteilung und viele andere Themengebiete. Die Zusammenh\u00e4nge dieser unterschiedlichen Arbeitsverh\u00e4ltnisse mit \u00fcbergreifenden (sozio-)politischen und (sozio-)\u00f6konomischen Ph\u00e4nomenen (wie z.B. Territorialstaaten und globale Kapitalismen seit dem 16. Jahrhundert) sind von besonderem Interesse. Der jeweilige Fokus liegt eher auf allgemeinen Aspekten, wie beispielsweise Klassen- und Machtverh\u00e4ltnissen, sozialen Bewegungen und der (Nicht-)Organisierung von LandarbeiterInnen, Mobilit\u00e4t und Migration, G\u00fcterketten, Governance-Strukturen, dem Zugang zu Eigentum an Grund und Boden und anderen zentralen Ressourcen und Marktentwicklungen als Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die soziale Zusammensetzung l\u00e4ndlicher Gesellschaften. Diese Perspektive verlangt nach der Erweiterung der Forschungsperspektive auf unterschiedliche Ebenen, vom Lokalen zum Globalen.<\/p>\n<p>Die Konferenz beabsichtigt Beitr\u00e4ge aus verschiedenen Disziplinen (Geschichte, Geographie, Soziologie, Wirtschaftswissenschaften, Anthropologie usw.) und unterschiedlichen zeitlichen und r\u00e4umlichen Kontexten zusammenzuf\u00fchren, die die Komplexit\u00e4t l\u00e4ndlicher Arbeitsverh\u00e4ltnisse und die Handlungsmacht l\u00e4ndlicher ArbeiterInnen aus den skizzierten Perspektiven behandeln. Das Interesse an lang- und kurzfristigen historischen Entwicklungen sollte einen gemeinsamen Ausgangspunkt f\u00fcr interdisziplin\u00e4re Debatten darstellen. Neben eingehenden Fallstudien sind Beitr\u00e4ge, die auf internationale Vergleiche und\/oder transanationale Verbindungen fokussieren, besonders willkommen. Beitr\u00e4ge k\u00f6nnten den praktischen Handlungsspielraum l\u00e4ndlicher AkteurInnen im Spannungsfeld zwischen Anpassung und Widerstand beleuchten oder untersuchen, wie die Geschichte landwirtschaftlicher Arbeit in einem bestimmten Raum von den nat\u00fcrlichen M\u00f6glichkeiten und Einschr\u00e4nkungen, technologischen Entwicklungen und globalisierenden Marktkr\u00e4ften beeinflusst wurde. Dies sind lediglich zwei Beispiele, wie Beitr\u00e4ge zu dieser Konferenz durch einen Fokus auf die Untersuchung von Arbeit produktiv an die bestehenden Verbindungen zwischen der Geschichte des l\u00e4ndlichen Raumes und der Geschichte der Arbeit, der Arbeitenden und der ArbeiterInnenbewegungen ankn\u00fcpfen bzw. diese Verbindungen erweitert k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>EINREICHUNG<\/h2>\n<p>Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Beitr\u00e4ge sollen enthalten:<\/p>\n<ul>\n<li>Abstract (max. 300 W\u00f6rter)<\/li>\n<li>Kurzbiografie (Flie\u00dftext, max. 200 W\u00f6rter)<\/li>\n<li>vollst\u00e4ndige Adresse und E-Mail-Adresse<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Abstract des vorgeschlagenen Beitrages soll einen eigenen Absatz enthalten, der beschreibt, wie sich der eingereichte Beitrag auf den Call for Papers bzw. gegebenenfalls auf bestimmte Elemente oder Fragen im Call for Papers bezieht.<br \/>Die Kurzbiografie soll Informationen \u00fcber bisherige Beitr\u00e4ge des Einreichers bzw. der Einreicherin zum Forschungsgebiet der Geschichte von Arbeit und ArbeiterInnen-bewegungen bzw. sozialen Bewegungen enthalten. Die Einreichenden sind eingeladen (so vorhanden) insbesondere ihre einschl\u00e4gigen Publikationen anf\u00fchren, und k\u00f6nnen gerne Kopien von ein oder zwei solchen Publikationen f\u00fcr Informationszwecke beilegen.<\/p>\n<p>Einreichungen bitte an <b>Lukas Neissl<\/b>: <a href=\"mailto:lukas.neissl@ith.or.at\">lukas.neissl@ith.or.at<\/a><\/p>\n<h2>TERMINE<\/h2>\n<p>Einreichung der Vorschl\u00e4ge: bis <b>6. Januar 2019<\/b><br \/>Mitteilung \u00fcber Entscheidung der Annahme: <b>17. Februar 2019<\/b><br \/>Langfassung oder Vortragsfassung der Beitr\u00e4ge: bis <b>4. August 2019<\/b><\/p>\n<h2>VORBEREITUNGSGRUPPE<\/h2>\n<p><b>Lisa Bolyos<\/b>, Wien<br \/><b>Josef Ehmer<\/b>, Universit\u00e4t Wien<br \/><b>Winfried R. Garscha<\/b>, Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstandes (D\u00d6W)<br \/><b>Dirk Hoerder<\/b>, Wien<br \/><b>Erich Landsteiner<\/b>, Universit\u00e4t Wien<br \/><b>Ernst Langthaler<\/b>, Johannes Kepler Universit\u00e4t Linz<br \/><b>Lukas Neissl<\/b>, ITH, Wien<br \/><b>Silke Neunsinger<\/b>, Labour Movement Archives and Library, Stockholm<br \/><b>Brigitte Pellar<\/b>, Wien<br \/><b>Susan Zimmermann<\/b>, ITH, Wien<\/p>\n<p>Die ITH-Konferenz 2019 wird in Kooperation mit dem Institut f\u00fcr Geschichte des l\u00e4ndlichen Raumes (St. P\u00f6lten) organisiert.<\/p>\n<h2>DIE ITH UND IHRE MITGLIEDER<\/h2>\n<p>Die ITH ist eines der weltweit wichtigsten Foren der Geschichte der Arbeit, der Arbeitenden sowie der ArbeiterInnenbewegungen und anderer sozialen Bewegungen. Die ITH f\u00f6rdert globale und inklusive Forschungsperspektiven und offene vergleichende Herangehensweisen. Ihrer Tradition der Zusammenarbeit mit Organisationen der ArbeiterInnenbewegung folgend, legt die ITH zugleich Wert auf die Vermittlung von Forschung au\u00dferhalb der eigentlichen akademischen ForscherInnengemeinde. Gegenw\u00e4rtig geh\u00f6ren der ITH ca. 100 Mitgliedsorganisationen und eine rasch wachsende Zahl von individuellen Mitgliedern auf f\u00fcnf Kontinenten an.<\/p>\n<p>Informationen\u00fcber ITH-Publikationen der vergangenen 50 Jahren finden Sie <a title=\"Opens internal link in current window\" class=\"external-link-new-window\" href=\"http:\/\/www.ith.or.at\/publ_e\/publ_online_e.htm\">hier<\/a>. <br \/>Abonnement des elektronischen ITH-Rundbriefes (2x j\u00e4hrlich) finden Sie <a title=\"Opens internal link in current window\" class=\"external-link-new-window\" href=\"http:\/\/www.ith.or.at\/rundb_e\/r_index_e.htm\">hier<\/a>. <br \/>Onlineformular f\u00fcr eine ITH-Mitgliedschaft finden Sie <a title=\"Opens internal link in current window\" class=\"external-link-new-window\" href=\"http:\/\/www.ith.or.at\/joinith\/index.html\">hier<\/a>. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die 55. ITH-Konferenz (5.-7. September 2019, Linz) beabsichtigt die Beziehungen zwischen der Geschichte der Arbeit, der Arbeitenden und der ArbeiterInnenbewegungen und der Geschichte des l\u00e4ndlichen Raumes zu festigen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":12243,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[1675],"class_list":["post-23358","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel","tag-arbeit"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23358","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23358"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23358\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27715,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23358\/revisions\/27715"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12243"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23358"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23358"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23358"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}