{"id":23621,"date":"2020-06-24T05:14:26","date_gmt":"2020-06-24T03:14:26","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/enrique-santiago-wir-muessen-die-commons-wieder-aufbauen-die-wir-niemals-haetten-privatisieren-soll\/"},"modified":"2023-09-27T16:11:12","modified_gmt":"2023-09-27T14:11:12","slug":"enrique-santiago-wir-muessen-die-commons-wieder-aufbauen-die-wir-niemals-haetten-privatisieren-soll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/enrique-santiago-wir-muessen-die-commons-wieder-aufbauen-die-wir-niemals-haetten-privatisieren-soll\/","title":{"rendered":"Enrique Santiago: \u201eWir m\u00fcssen die Commons wieder aufbauen, die wir niemals h\u00e4tten privatisieren sollen.&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Die durch die Pandemie hervorgerufene Gesundheits- und Wirtschaftskrise brach \u00fcber Spanien herein, als die progressive Koalitionsregierung zwischen der Spanischen Sozialistischen Arbeiter_innenpartei (<span style=\"font-style: italic;\">Partido Socialista Obrero Espa\u00f1ol<\/span>, PSOE) und <span style=\"font-style: italic;\">Unidas Podemos<\/span> gerade einmal 70 Tage im Amt war. \u201eZum Gl\u00fcck f\u00fcr die Arbeiter_innenklasse dieses Landes haben wir die Regierung gestellt, als all das geschehen ist, denn wenn das nicht der Fall gewesen w\u00e4re, w\u00e4ren die meisten Ma\u00dfnahmen, die ergriffen wurden, nicht genehmigt worden und die Situation von 2008 h\u00e4tte sich wiederholt&quot;, erkl\u00e4rt Enrique Santiago im Interview mit der Zeitung <span style=\"font-style: italic;\">Mundo Obrero<\/span>.<\/p>\n<p>Das Ziel ist es, \u201eniemanden zur\u00fcckzulassen&quot;. Zu diesem Zweck wurde ein sozialer Schutzschirm auf den Weg gebracht; dank ERTEs (vor\u00fcbergehenden Aussetzungen der T\u00e4tigkeiten von Unternehmen bei Aufrechterhaltung der Arbeitsvertr\u00e4ge) konnten 3,5 Millionen Menschen ihre Arbeitspl\u00e4tze behalten, und in den n\u00e4chsten Wochen wird ein Grundeinkommen eingef\u00fchrt. Die vom spanischen Parlament eingerichtete Kommission f\u00fcr den Wiederaufbau von Gesellschaft und Wirtschaft, die sich aus Vertreter_innen aller Parlamentsparteien zusammensetzt, soll festlegen, welcher Weg aus dieser Krise f\u00fchren soll. Enrique Santiago, gew\u00e4hlter Vizepr\u00e4sident dieser Kommission, beschreibt dies als Vorgehen, das einem verfassungsrechtlichen Prozess am n\u00e4chsten kommt. Damit das gelingt, h\u00e4lt er es f\u00fcr wichtig, dass die Bev\u00f6lkerung den Prozess mit politischen, gesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Mobilisierungen begleitet.<\/p>\n<p style=\"color: rgb(255, 0, 0); \"><span style=\"font-weight: bold; \">Was Sie auch interessieren k\u00f6nnte: <a title=\"Opens internal link in current window\" class=\"external-link-new-window\" href=\"https:\/\/www.transform-network.net\/de\/webinare\/detail\/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=9266&amp;cHash=6bfa60fb5411d292639c6d9b96123303\"><i>transform! europe<\/i>&#8216;s Web-Interview mit Enrique Santiago<\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; \">F: Im Manifest der PCE vom 1. Mai hei\u00dft es: \u201eDiese Krise wird nicht gemanagt wie andere, noch werden wir zulassen, dass das geschieht.&quot; Was bedeutet das in der aktuellen Situation, da die Kommunistische Partei in der Regierung ist?<\/span><\/p>\n<p>ENRIQUE SANTIAGO: Das bedeutet, dass wir Werkzeuge haben, um konkrete Ma\u00dfnahmen umzusetzen, damit es m\u00f6glich wird, niemanden zur\u00fcckzulassen, und dass die Priorit\u00e4t nicht wie 2008 darin besteht, Finanzkapital zu retten, sondern vielmehr darin, Menschen zu retten, insbesondere die schw\u00e4chsten.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; \">Im Manifest hei\u00dft es auch: \u201eWir m\u00fcssen die Arbeiter_innenklasse und ihre politischen und gewerkschaftlichen Organisationen kanalisieren.&quot; Welche Rolle spielen wir als Kommunist_innen in dieser Situation?<\/span><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich arbeiten wir daran, die Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Regierung auszubauen. Wir wissen, dass wir (die alternative Linke und die Kommunist_innen) die Politik, die wir uns w\u00fcnschen, aufgrund des bestehenden Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses nicht vollst\u00e4ndig umsetzen k\u00f6nnen. <span style=\"font-style: italic;\">Unidas Podemos<\/span> stellt 10 Prozent der Abgeordneten im Parlament, und aus diesem Grund ist es wesentlich, dass wir in der Lage sind, dieses Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis durch die Unterst\u00fctzung der Bev\u00f6lkerung und gesellschaftliche Mobilisierung umzukehren, um die rein institutionelle Komponente zu st\u00e4rken. Unsere Rolle in dieser Krise besteht darin, all diese Unterst\u00fctzung zu kanalisieren, indem wir Vorschl\u00e4ge unterbreiten und soziale Gruppen und Bewegungen zur Unterst\u00fctzung der Regierung organisieren. Auf diese Weise kann es uns gelingen, das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis umzukehren und zugunsten der Interessen der Bev\u00f6lkerung zu verbessern, damit wir in der Lage sind, eine viel fortschrittlichere Politik umzusetzen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; \">Du wurdest gerade zum Vizepr\u00e4sidenten der Kommission f\u00fcr den Wiederaufbau der Gesellschaft und Wirtschaft im Parlament gew\u00e4hlt. Hier stehen verschiedene m\u00f6gliche Wege aus der Krise zur Debatte. Was wollen wir mit dieser Kommission erreichen?<\/span><\/p>\n<p>Sie kommt der Unterst\u00fctzung eines neuen Pakts bzw. verfassungsgebenden Prozesses am n\u00e4chsten. Es geht darum, die Grundlagen zu schaffen, so einvernehmlich wie m\u00f6glich, auf denen wir unsere Institutionen weiter aufbauen, um soziale Rechte in Spanien zu garantieren und zu verhindern, dass wir wieder in eine Situation wie in der Vergangenheit geraten.<\/p>\n<p>Es ist deutlich geworden, dass das kapitalistische System nicht nur extrem unfair ist, sondern auch vor enormen Schwierigkeiten steht und nicht in der Lage ist, den Menschen ein w\u00fcrdiges Leben zu bieten, insbesondere in der aktuellen Phase der neoliberalen Politik, des Verlusts der Interventionsf\u00e4higkeit der \u00f6ffentlichen Administration und der Deregulierung sozialer Rechte. Die Vulnerabilit\u00e4t der Menschen ist deutlicher geworden, und das muss umgekehrt werden, zusammen mit dem Wiederaufbau der Commons, die niemals h\u00e4tten privatisiert werden d\u00fcrfen. Schutzsysteme m\u00fcssen f\u00fcr alle garantiert sein: Gesundheitssysteme, Pflegesysteme und die Garantie sozialer Rechte.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem m\u00fcssen wir die Entscheidungsf\u00e4higkeit der Regierung und ihre Befugnis zur Lenkung der Wirtschaft garantieren. Es ist deutlich geworden, dass Spanien seine \u00f6konomische und produktive Souver\u00e4nit\u00e4t absolut eingeb\u00fc\u00dft hat. Dass wir uns in einer Notsituation befinden und nicht in der Lage sind, so grundlegende Dinge wie Schutzausr\u00fcstung oder Beatmungsger\u00e4te zu produzieren, zeigt, dass industrielle Standortverlagerungen nicht auf ein oder zwei Unternehmen beschr\u00e4nkt waren, sondern das Produktionssystem komplett umgekehrt und die Industriekapazit\u00e4t unseres Landes zerst\u00f6rt haben.<\/p>\n<p>Zu den Pl\u00e4nen der Kommission z\u00e4hlen unter anderem ein neues Steuersystem, eine neue Einkommenspolitik, die hoffentlich gen\u00fcgend Einnahmen garantiert, um sie zu verteilen. Und nat\u00fcrlich muss unsere politische Beziehung mit den L\u00e4ndern um uns herum neu gedacht werden, damit sie sich durch Solidarit\u00e4t auszeichnet und nicht nur durch die Schaffung von M\u00e4rkten, in denen wirtschaftlich starke Gruppen die Beziehung zwischen Menschen nach ihren eigenen Interessen gestalten.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; \">Diese Krise hat offengelegt, wie instabil Spanien ist, was seine Wirtschaft und seine Arbeitskr\u00e4fte angeht: Unsicherheit, befristete Arbeitsverh\u00e4ltnisse und die Schattenwirtschaft. Vor weniger als einem Jahr lebten 21 Prozent der Bev\u00f6lkerung unterhalb der Armutsgrenze. Heute haben all diese Menschen sogar noch weniger. Die Regierung hat sich dieser Kluft gestellt und ein soziales Schutzschild eingesetzt. Wird es m\u00f6glich sein, dass niemand zur\u00fcckbleiben muss<\/span>?<\/p>\n<p>Unser Ziel bei Eintritt in die Regierung bestand genau darin, dass die am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten Sektoren, die Arbeiter_innenklasse, politischen Einfluss auf die Institutionen haben, die sich um sie k\u00fcmmern und ihre Rechte garantieren, damit Ungleichheiten behoben werden. Anders gesagt, wir sind in der Regierung, um die Lebensbedingungen der Arbeiter_innen dieser Sektoren zu verbessern. Und zum Gl\u00fcck f\u00fcr die Arbeiter_innenklasse dieses Landes haben wir die Regierung gestellt, als all das geschehen ist; sonst h\u00e4tte sich 2008 wiederholt: Wohnungsr\u00e4umungen h\u00e4tten dazu gef\u00fchrt, dass viele Menschen obdachlos geworden w\u00e4ren, arbeitslos geworden w\u00e4ren und keinerlei Hilfe oder Unterst\u00fctzung mehr erhalten h\u00e4tten. Viele Menschen w\u00fcrden vom Zugang zu Strom oder grundlegenden Versorgungsg\u00fctern abgeschnitten. Das ist das Erste, was wir garantieren m\u00fcssen, dass das diesmal nicht geschehen wird.<\/p>\n<p>In Spanien werden in den n\u00e4chsten Monaten keine Zwangsr\u00e4umungen durchgef\u00fchrt, und es wird uns wahrscheinlich gelingen, diesen Zeitraum noch l\u00e4nger auszuweiten, bis sich Gesellschaft und Wirtschaft komplett erholt haben. Jetzt haben wir einen Zahlungsaufschub f\u00fcr Hypothekenzahlungen und einige Verschiebungen und Neuverhandlungen f\u00fcr Mieten erreicht. Es ist uns gelungen, die Unterbrechung von Versorgungsleistungen zu unterbinden. Zus\u00e4tzlich zu dem sozialen Schutzschild, das all diese Garantien einschlie\u00dft, haben 5,3 Millionen Menschen, die ihre Arbeit verloren haben oder beurlaubt wurden, ab Anfang Mai sicher Geld in der Tasche. Wenn wir das eines Tages aufgrund des Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses nicht mehr garantieren k\u00f6nnen, wird es freilich keinen Sinn mehr machen, in der Regierung zu bleiben, weil <span style=\"font-style: italic;\">Unidas Podemos<\/span> nicht in der Regierung ist, um Positionen zu besetzen, sondern um die Rechte unserer Menschen zu garantieren.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Die Arbeitslosenquote liegt in Spanien derzeit bei 14,8 % (April 2020). Diese Quote liegt deutlich \u00fcber der durchschnittlichen Arbeitslosenquote der Eurozone (7,3 %), ist jedoch in den letzten Monaten relativ stabil geblieben.<\/span><\/p>\n<p class=\"align-center\">&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" height=\"276\" width=\"600\" data-htmlarea-file-uid=\"117462\" src=\"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/csm_unemployment_rate_in_spain_eurostat_ecbc45b909.jpg\" style=\"\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"font-size: 10px; \">Arbeitslosenquote in Spanien, Juni 2019-April 2020<br \/>Quelle: <a title=\"Opens internal link in current window\" class=\"external-link-new-window\" href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/eurostat\/web\/lfs\/visualisations#Ecotrends\">Eurostat<\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; \">Eine der ersten Ma\u00dfnahmen bestand darin, Arbeitspl\u00e4tze mithilfe von ERTEs (Verfahren zur Regelung der Besch\u00e4ftigung) und die am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten Arbeiter_innen mit dem Grundeinkommen zu sch\u00fctzen.<\/span><\/p>\n<p>Das Arbeitsministerium leistet da hervorragende Arbeit. \u00dcber das Arbeitsministerium hat die Regierung eine Reihe von Ma\u00dfnahmen auf den Weg gebracht, damit niemand zur\u00fcckbleiben muss. Zwischen 28. April und 5. Mai haben in Spanien 5.300.000 Menschen von Zahlungen profitiert, die vom Arbeitsministerium ausgegeben wurden: von Arbeitslosenleistungen, die f\u00fcr diese Krise garantiert wurden, bis hin zu mehr als 3 Millionen Arbeitnehmer_innen in ERTEs, die verhindert haben, dass sie ihre Arbeit verloren. Zudem wurden auch Leistungen eingef\u00fchrt, die es vorher nicht gab \u2013 wie f\u00fcr Hausangestellte oder Selbstst\u00e4ndige aufgrund des R\u00fcckgangs oder der Einstellung ihrer T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; \">Hat Spanien denn die Mittel, um das soziale Schutzschild aufrechtzuerhalten?<\/span><\/p>\n<p>Mit dem aktuellen Steuersystem wahrscheinlich nicht. Und noch weniger, wenn es Regionen wie Madrid gibt, wo die Steuern f\u00fcr gro\u00dfe Wirtschaftsgruppen systematisch gesenkt werden, die bereits von umfangreichen Vorteilen profitieren, aber von der spanischen Regierung immer noch mehr fordern.<\/p>\n<p>Was die Steuern angeht, muss Folgendes bedacht werden. Unser Steuersystem ist nicht konfiskatorisch; Unternehmen zahlen nur dann Steuern, wenn sie Gewinne erwirtschaften, und im Gegensatz zu den Arbeitnehmer_innen zahlen sie nur Steuern auf ihre Gewinne. Was keinen Sinn ergibt, ist, dass das derzeitige Steuersystem \u2013 abgesehen davon, dass Unternehmen nur zahlen m\u00fcssen, wenn sie Gewinne verzeichnen \u2013 den Steuersatz auf diese Gewinne auf ein l\u00e4cherliches Niveau senkt.<\/p>\n<p>Der Bankensektor in Spanien zahlt 5,5 Prozent Steuern auf seine Gewinne, w\u00e4hrend jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin 15 oder 20 Prozent zahlt. Das muss aufh\u00f6ren. Was fordern wir? Gro\u00dfunternehmen, die 2018 und 2019 Steuervorteile hatten, m\u00fcssen diese Vorteile nutzen, um Verm\u00f6gen zu verteilen, weil wir uns in einer Notsituation befinden, in der alle den G\u00fcrtel enger schnallen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Deshalb besteht eine der wesentlichen Aufgaben der Kommission f\u00fcr Wiederaufbau darin, das Steuersystem neu zu organisieren. Wir k\u00f6nnen kein System haben, das Geld bei den Armen eintreibt und bei den Steuern der Reichen nachsichtig ist, sondern brauchen ein vern\u00fcnftiges System, und ich spreche nicht \u00fcber ein sozialistisches System, sondern einfach nur ein demokratisches oder meinetwegen liberales System mit progressiver Besteuerung. Wir m\u00fcssen der uneingeschr\u00e4nkten Steuererlass-Orgie ein Ende setzen, die von der neoliberalen Politik in den letzten Jahren in unserem Land umgesetzt wurde.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; \">Wie sieht es mit der tiefsitzenden Konfrontation der Oppositionsparteien aus?<\/span><\/p>\n<p>Die Rechte hat gezeigt, dass sie nicht in der Lage ist, auch nur im Geringsten gro\u00dfz\u00fcgig zu sein, als es darum ging, Vereinbarungen zu treffen, Einigkeit zu erreichen und die allgemeinen Interessen der spanischen Bev\u00f6lkerung vor ihre Eigeninteressen zu stellen. Sie hat versucht, eine weltweite Katastrophe als Argument zu nutzen, um die Regierung zu st\u00fcrzen. Sie kann es nicht ertragen, dass zum ersten Mal seit 80 Jahren eine alternative und transformative linke Kraft die Regierung stellt.<\/p>\n<p>F\u00fcr sie ist Politik nichts anderes als die Aus\u00fcbung ihrer eigenen wirtschaftlichen Interessen.&nbsp; Ihr Interesse an der Existenz des Staates hat einfach nur mit der M\u00f6glichkeit zu tun, ihn fortw\u00e4hrend auszupl\u00fcndern. Wenn diese Krise vorbei ist und die Ergebnisse analysiert werden, wird sich deutlich zeigen, die Sektoren mit der h\u00f6chsten Mortalit\u00e4tsrate jene sind, bei denen es sich um ausgelagerte und privatisierte Sektoren handelt und wo die meisten K\u00fcrzungen im \u00f6ffentlichen Budget stattgefunden haben, wie in Pflegeheimen in der Region Madrid geschehen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; \">Besteht eine Gefahr, dass die parlamentarische Mehrheit, die die Regierung unterst\u00fctzt, zerbrechen k\u00f6nnte?<\/span><\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise erwarten wir das nicht, weil die Mehrheit, die zum Sturz der konservativen Regierung gef\u00fchrt hat, und sp\u00e4ter die Vereinbarung, die neue Regierung zu errichten, eine Mehrheit ist, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist. Abgesehen von gewissen Uneinigkeiten zu Themen, die haupts\u00e4chlich in Verbindung mit dem territorialen Management der Notsituation stehen, herrscht ein gemeinsames Interesse daran, zu verhindern, dass die Institutionen dieses Landes in die H\u00e4nde jener r\u00e4uberischen Rechten fallen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die \u00f6ffentlichen Dienste auszurauben. Diese Rechte an der Macht zu hindern, ist eine Frage der menschlichen Sicherheit, der Garantie des Rechts auf Leben. Ich denke, unsere Mehrheit ist nicht in Gefahr. Man muss sie unterst\u00fctzen, viel Dialog m\u00f6glich machen und jederzeit gemeinsam die g\u00fcnstigsten Optionen analysieren. Die Geschwindigkeit, mit der neue Situationen gemeistert werden mussten, hat dazu gef\u00fchrt, dass Sofortma\u00dfnahmen permanent an erster Stelle standen und vielleicht keine Zeit war, in Ruhe dar\u00fcber nachzudenken und zu sprechen.&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; \">Die Rechte und die Wirtschaftskr\u00e4fte sind \u00fcber diese Regierung enorm ver\u00e4rgert. Warum ist diese Mobilisierung der Bev\u00f6lkerung wichtig?<\/span><\/p>\n<p>Es ist wichtig, diese Regierung und ihre Handlungen zu sch\u00fctzen. Wir glauben, dass ein Wiederaufbauprojekt der Bev\u00f6lkerung nur vorankommen kann, wenn es von unseren Menschen anhaltend unterst\u00fctzt wird. Das ist nicht damit getan, alle vier Jahre w\u00e4hlen zu gehen. Die Mobilisierung, die wir anstreben, muss alle Gewerkschaften einschlie\u00dfen, alle gesellschaftlichen Gruppen, Einzelpersonen und all jene, die in soziale Konflikte involviert sind, jene, die sich den t\u00e4glichen Widerspr\u00fcchen des kapitalistischen Systems gegen\u00fcbersehen. Wir sind alle Teil desselben Projekts. Mit dieser Mobilisierung wollen wir unsere Menschen bef\u00e4higen, von der breiten Masse bis hin zu den organisierten Sektoren rund um gesellschaftliche und politische Konflikte, und sie als Triebkr\u00e4fte der sozialen Ver\u00e4nderung einbinden, die unser Land braucht. <span style=\"font-style: italic;\">Unidas Podemos<\/span> ist das Werkzeug, um ihre Pr\u00e4senz in den Institutionen zu zeigen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: bold; \">Kannst du uns etwas \u00fcber die Kampagne erz\u00e4hlen, den politischen Raum f\u00fcr UP zu entwickeln?<\/span><\/p>\n<p>In der PCE, <span style=\"font-style: italic;\">Izquierda Unida<\/span> und <span style=\"font-style: italic;\">Unidas Podemos<\/span> sehen wir, dass wir alle gesellschaftlichen Sektoren, die rund um Konflikte organisiert sind, durch die Arbeit von <span style=\"font-style: italic;\">Unidas Podemos<\/span> in die Regierungspolitik einbinden m\u00fcssen. Genau wie es in unserer Kampagne seit den Wahlen 2019 darum ging, die Bev\u00f6lkerung st\u00e4rker zu einen, glauben wir mehr denn je, dass die politisch bewussten Sektoren unseres Landes aktiv an der Verteidigung einer Regierung beteiligt sein m\u00fcssen, die zum ersten Mal seit vielen Jahren die Interessen der Mehrheit vor die Interessen einiger Weniger stellt. Der Erfolg der Kampagne besteht in der Schaffung von Mobilisierung und st\u00e4ndiger Unterst\u00fctzung, wodurch unser Einfluss auf die Regierung und die Institutionen steigen wird. Es gibt zu viele Institutionen, die ein Eigenleben f\u00fchren und der demokratischen und b\u00fcrgerlichen Kontrolle weit entr\u00fcckt sind, beispielsweise die Justiz und andere staatliche Verwaltungsorgane, die in bestimmten F\u00e4llen gezeigt haben, dass sie in der Lage sind, die von der demokratisch gew\u00e4hlten Regierung vereinbarten Ma\u00dfnahmen zu behindern und zu verz\u00f6gern. Dagegen kommen wir nur mit einer organisierten Bev\u00f6lkerung an.<\/p>\n<p><span style=\"color: rgb(255, 0, 0); font-weight: bold; \">Urspr\u00fcnglich ver\u00f6ffentlicht auf der <a title=\"Opens internal link in current window\" class=\"external-link-new-window\" href=\"https:\/\/www.mundoobrero.es\/pl.php?id=9172\">Website von Mundo Obreiro<\/a>&nbsp; <\/span><span style=\"color: rgb(255, 0, 0); font-weight: bold; \">(Vollversion).<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Enrique Santiago, Generalsekret\u00e4r der Kommunistischen Partei Spaniens (Partido Comunista de Espa\u00f1a, PCE) und stellvertretender Sprecher von Unidas Podemos im spanischen Parlament, kommentiert die aktuellen Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Wirtschaftskrise.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":13666,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[],"class_list":["post-23621","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23621","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23621"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23621\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23622,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23621\/revisions\/23622"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13666"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23621"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23621"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23621"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}