{"id":23632,"date":"2020-08-03T09:16:39","date_gmt":"2020-08-03T07:16:39","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/mehr-geld-weniger-zusammenhalt-wettbewerb-der-subventionen\/"},"modified":"2023-09-27T16:11:16","modified_gmt":"2023-09-27T14:11:16","slug":"mehr-geld-weniger-zusammenhalt-wettbewerb-der-subventionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/mehr-geld-weniger-zusammenhalt-wettbewerb-der-subventionen\/","title":{"rendered":"Mehr Geld \u2013 weniger Zusammenhalt: Wettbewerb der Subventionen"},"content":{"rendered":"<p>Covid-19 hinterl\u00e4sst schwere Spuren in der Realwirtschaft und gef\u00e4hrdet eine nicht abzusch\u00e4tzende Zahl von Arbeitspl\u00e4tzen. Die Mitgliedstaaten greifen daher tief in die nationalen F\u00f6rdertaschen, allen voran Deutschland: Insgesamt \u20ac 13,8 Milliarden f\u00fcr Adidas, TUI sowie die Lufthansa. Aber auch in anderen Mitgliedstaaten werden Gro\u00dfunternehmen staatlich gest\u00fctzt: KLM erhielt von der niederl\u00e4ndischen Regierung eine Subventionszusage von \u20ac 2 bis 4 Milliarden, Air France von der franz\u00f6sischen Regierung in H\u00f6he von \u20ac 7 Milliarden. Spanien schn\u00fcrte ein Rettungspaket in H\u00f6he von \u20ac 1 Milliarde f\u00fcr Vueling und IAG, f\u00fcr Alitalia steht im Rahmen der geplanten Wiederverstaatlichung ein Subventionspaket in H\u00f6he von \u20ac 3 Milliarden zur Diskussion. Auch die Industriesektoren wanken: Der franz\u00f6sische Finanzminister lie\u00df durchblicken, dass Renault die Krise ohne staatliche Beihilfen nicht \u00fcberleben wird. Eine staatliche Unterst\u00fctzung in H\u00f6he von \u20ac 5 Milliarden ist im Gespr\u00e4ch.&nbsp;<\/p>\n<p>In der Krise wird der Ruf nach staatlicher Unterst\u00fctzung wieder laut. Millionen Arbeitspl\u00e4tze in allen Sektoren, von der produzierenden Industrie \u00fcber Dienstleistungen, Tourismus und Kultur, sind gef\u00e4hrdet. Allein in Deutschland sind 7 Millionen Besch\u00e4ftigte in Kurzarbeit.&nbsp;<\/p>\n<p>Ein D\u00e9j\u00e0-vu: War vor und nach der Finanzkrise 2008 der Staat als Hemmschuh f\u00fcr unternehmerische T\u00e4tigkeiten definiert, soll er sich pl\u00f6tzlich zum Retter des Unternehmertums aufschwingen und die Verluste \u00fcbernehmen.&nbsp;<\/p>\n<h2>Lockerung des EU-Beihilfenverbots<\/h2>\n<p>Mit Ausbruch der COVID-19 Krise setzte die EU-Kommission im M\u00e4rz 2020 zur raschen Erm\u00f6glichung von Rettungsma\u00dfnahmen zugunsten der Realwirtschaft das Beihilfenverbot des Art. 107 Vertrag \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union (AEUV) vor\u00fcbergehend aus. In ihrer <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/legal-content\/DE\/TXT\/?uri=CELEX:52020XC0320(03)\" class=\"external-link-new-window\" title=\"Opens internal link in current window\">Mitteilung \u00fcber einen befristeten Rahmen zur St\u00fctzung der Wirtschaft<\/a> stellt sie f\u00fcr verschiedene Unterst\u00fctzungsinstrumente ein beschleunigtes Verfahren zur Verf\u00fcgung: Danach sind nun befristet direkte Zusch\u00fcsse bis \u20ac 800.000, verg\u00fcnstigte staatliche Garantien f\u00fcr Bankdarlehen, \u00f6ffentliche und private Darlehen mit verg\u00fcnstigten Zinss\u00e4tzen, Ma\u00dfnahmen zur Steuerstundung, Aussetzung der Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge und Lohnzusch\u00fcsse f\u00fcr ArbeitnehmerInnen sowie staatliche Rekapitalisierungsma\u00dfnahmen f\u00fcr Unternehmen zul\u00e4ssig. Zwar sieht die Kommission unter dem Titel \u201eDie Notwendigkeit einer engen Abstimmung der einzelstaatlichen Beihilfema\u00dfnahmen auf europ\u00e4ischer Ebene\u201c vor, dass die Mitgliedstaaten berichten, inwieweit die erhaltenen Beihilfen T\u00e4tigkeiten unterst\u00fctzen, die im Einklang mit den EU-Zielen hinsichtlich des \u00f6kologischen und digitalen Wandels stehen. Das ist aber nicht mehr als eine freiwillige Selbstverpflichtung. Unter dem Titel &quot;<a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/ip_20_838\" class=\"external-link-new-window\" title=\"Opens internal link in current window\">Governance<\/a>&quot; wird zwar klargestellt, dass Aktion\u00e4re keine Dividenden erhalten d\u00fcrfen, solange die staatliche Beteiligung besteht. Bonuszahlungen f\u00fcr das Management sind allerdings erst ab einem spezifischen Ausma\u00df an staatlicher Beteiligung verboten.&nbsp;<\/p>\n<p>Trotz dieser europ\u00e4ischen Milde <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/sterreich-eu-beihilfenrecht-idDEKBN2221J1\" class=\"external-link-new-window\" title=\"Opens internal link in current window\">forderte der \u00f6sterreichische Finanzminister<\/a> ein vor\u00fcbergehendes v\u00f6lliges Aussetzen des EU-Beihilfenregimes: &quot;Ich habe kein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, wenn wir mit \u00f6sterreichischem Steuergeld andere L\u00e4nder unterst\u00fctzen und daf\u00fcr im Gegenzug ein Verbot bekommen, unsere eigenen Unternehmen mit unserem eigenen Steuergeld zu unterst\u00fctzen.&quot;<\/p>\n<p>Inzwischen kommt immer klarer zutage, dass durch die Lockerung des Beihilfenregimes wirtschaftliche Ungleichheiten im Binnenmarkt auf Dauer verst\u00e4rkt werden: Mitgliedstaaten mit budget\u00e4rem Notstand k\u00f6nnen in einem solchen Beihilfenwettbewerb nicht mithalten. Sie werden aus der Krise noch geschw\u00e4chter hervorgehen, ihre Unternehmen werden aus dem Markt gedr\u00e4ngt oder \u00fcbernommen werden, w\u00e4hrend auf europ\u00e4ischer Ebene ein ad\u00e4quater Ausgleichsmechanismus fehlt, der diese \u00f6konomischen Ungleichheiten abfedern k\u00f6nnte.&nbsp;<\/p>\n<p>Im Ergebnis verst\u00e4rken die Beihilfenausnahmen wirtschaftliche Ungleichheiten, die das EU-Beihilfenverbot gerade vermeiden sollte. Selbst der liberale Pr\u00e4sident Macron gab zu, dass diese Art des Subventionswettbewerbs faire Wettbewerbsbedingungen auf dem Binnenmarkt unterminiert.&nbsp;<\/p>\n<h2>Statt &quot;Bruderkrieg&quot; der Mitgliedstaaten\u2026<\/h2>\n<p>Inzwischen belaufen sich die mitgliedstaatlichen Beihilfen, die von der EU-Kommission genehmigt wurden, auf rund \u20ac 1,5 Billionen. Insgesamt hat die EU-Kommission seit Ausbruch der Krise \u00fcber 200 Beihilfeentscheidungen zu nationalen Ma\u00dfnahmen in allen EU-Mitgliedstaaten und dem Vereinigten K\u00f6nigreich getroffen (Stand 9. Juli 2020).&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" height=\"452\" width=\"846\" src=\"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/csm_nationale_beihilfen_gemaess_art._107_97828e2d8f.png\" data-htmlarea-file-uid=\"117547\" style=\"\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p style=\"font-size: 10px; \">Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund, DGB<\/p>\n<p>Aus rechtlicher Sicht steht es allen Mitgliedstaaten frei, die neuen gelockerten EU-Regelungen in Form von sektoralen und Unternehmensbeihilfen zu nutzen, die von der EU-Kommission im Schnellverfahren genehmigt werden (s. Grafik). Hinzu kommt die M\u00f6glichkeit der Mitgliedstaaten, durch allgemeine nationale Ma\u00dfnahmen, die alle Unternehmen in Anspruch nehmen k\u00f6nnen, Beihilfen zu gew\u00e4hren. Solche Subventionen sind nicht genehmigungspflichtig. Die mitgliedstaatlichen Wirtschaftspolitiken sind h\u00f6chst unterschiedlich.&nbsp;<\/p>\n<p>Betrachtet man allein die sektoralen Unternehmensf\u00f6rderungen, so wird ein klarer Wettbewerbsvorteil der gro\u00dfen Volkswirtschaften gegen\u00fcber den kleineren deutlich: Italien, Deutschland und Frankreich vereinen \u20ac 1,2 Billionen und damit 78% der insgesamt von der Kommission genehmigten Beihilfen auf sich. Auf den Pl\u00e4tzen vier und f\u00fcnf folgen mit gro\u00dfem Abstand das Vereinigte K\u00f6nigreich und Belgien mit \u20ac 60 bzw. 54 Milliarden.&nbsp;<\/p>\n<p>Mag das vor\u00fcbergehend akzeptabel sein, um vor allem den Verlust von Millionen Arbeitspl\u00e4tzen (wie in den USA) zu vermeiden, so ist der Verlust gleicher Wettbewerbsbedingungen sch\u00e4dlich und inakzeptabel. Ein funktionierender Binnenmarkt erfordert ein \u201elevel playing field\u201c f\u00fcr Unternehmen und die von ihnen abh\u00e4ngigen Besch\u00e4ftigten.<\/p>\n<h2>\u2026gemeinsamer EU-Wiederaufbau&nbsp;<\/h2>\n<p>Statt einfach den Subventions-Hahn aufzudrehen, braucht die EU daher eine umfassende Industriestrategie, in der auch beihilferechtliche Fragen neu bewertet werden m\u00fcssen: COVID-19 hat gezeigt, dass strategisches Eigentum zu wenig gegen \u201efeindliche \u00dcbernahmen\u201c gesichert ist, dass strategisch wichtige Produktionszweige, wie die Produktion lebenswichtiger Gesundheitsg\u00fcter, nach Europa zur\u00fcckgeholt bzw. von Abwanderung abgehalten werden sollten und dass <a href=\"https:\/\/www.wsi.de\/de\/blog-17857-strategische-infrastruktur-statt-feindliche-ubernahmen-23919.htm\" class=\"external-link-new-window\" title=\"Opens internal link in current window\">Rekapitalisierungsma\u00dfnahmen <\/a>ein wichtiges Instrument zur St\u00e4rkung der europ\u00e4ischen Wettbewerbsf\u00e4higkeit sein k\u00f6nnen. Das <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/ip_20_1070\" class=\"external-link-new-window\" title=\"Opens internal link in current window\">Wei\u00dfbuch betreffend Auslandssubventionen<\/a> kann daf\u00fcr ein erster Schritt sein. Des Weiteren muss das EU-Beihilfenrecht der Zukunft nationale Beihilfen in eine Richtung steuern, die gemeinsame europ\u00e4ische Strategien unterst\u00fctzt, etwa das Erreichen der Klimaneutra-lit\u00e4t oder die Verfolgung einer gemeinsamen Luftfahrtstrategie.&nbsp;<\/p>\n<p>Eine wesentliche Neuerung muss es au\u00dferdem bei den Konditionalit\u00e4ten der Beihilfema\u00dfnahmen geben: Sie m\u00fcssen die EU-Ziele und Verpflichtungen der Mitgliedstaaten hinsichtlich des sozial\u00f6kologischen und digitalen Wandels unterst\u00fctzen und eine Besch\u00e4ftigungs- und Standortgarantie enthalten. Au\u00dferdem d\u00fcrfen Aktion\u00e4re keine Dividenden erhalten, solange eine staatliche Beteiligung (in welchem Ausma\u00df auch immer) besteht; ebenso m\u00fcssen Bonuszahlungen f\u00fcr das Management zur G\u00e4nze ausgesetzt werden. Diese Bedingungen m\u00fcssen bereits vorab in Leitlinien und nicht erst von Einzelfall zu Einzelfall festgelegt werden.<\/p>\n<p>Auch sollte eine Demokratisierung des Beihilfenrechts erwogen werden, indem wichtige Grunds\u00e4tze nicht in Form von unverbindlichen Leitlinien der EU-Kommission, sondern durch Richtlinien im Rahmen des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens festgelegt werden.<\/p>\n<p>Die EU-Mitgliedstaaten befinden sich in einer Art \u201eBruderkrieg\u201c, wie es die EU-Kommission selbst treffend in ihrer <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/info\/sites\/info\/files\/communication-eu-industrial-strategy-march-2020_en.pdf\" class=\"external-link-new-window\" title=\"Opens internal link in current window\">Industriestrategie 2020<\/a> bezeichnet. Sie betont zu Recht, dass die befristete Aussetzung des Beihilfenverbots nur eine komplement\u00e4re Ma\u00dfnahme sein kann. Unternehmen werden erg\u00e4nzende, gro\u00dfangelegte private und \u00f6ffentliche Investitionsimpulse im Rahmen der Wiederaufbauphase nach der Krise ben\u00f6tigen. Dazu bedarf es eines Wiederaufbauplans, der horizontale Ziele wie den \u201eGreen Deal\u201c durch sozialinklusive Transformation unterst\u00fctzt. Die Reform der Beihilferegelungen, insbesondere der Beihilfenleitlinien betreffend Umweltschutz und Energie, k\u00f6nnen dabei nur ein kleiner Baustein sein.&nbsp;<\/p>\n<p>Nur so kann es gelingen, vom Krisenmodus zu einem gemeinsamen europ\u00e4ischen Wiederaufbau zu kommen.&nbsp;<\/p>\n<h2>\u2026 mit gemeinsamer demokratischer Wirtschaftsplanung<\/h2>\n<p>Die Covid-19 Krise hat ein typisches Reaktionsmuster der EU und ihrer Mitgliedstaaten gezeigt: in einer tiefen Krise wird der Nationalstaat zun\u00e4chst immer zuungunsten der gemeinsamen EU-Politik gest\u00e4rkt. Das war der Fall bei der Finanzmarktkrise nach 2008 und auch bei der sogenannten Fl\u00fcchtlingskrise 2015, als einzelne Mitgliedstaaten im wahrsten Sinne des Wortes Mauern bauten. Das ist aber auch im Fr\u00fchjahr 2020 der Fall gewesen, als z.B. Frankreich, Deutschland und Tschechien Anfang M\u00e4rz begannen, <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/coronavirus-wie-die-solidaritaet-der-eu-staaten-in-der-krise-broeckelt-a-6c8ae659-d717-4f8d-91e5-223c4505ab53\" class=\"external-link-new-window\" title=\"Opens internal link in current window\">Exportverbote von lebenswichtigen G\u00fcter<\/a> zu verh\u00e4ngen. Erst wenn die Krise halbwegs analysiert ist, beginnen Debatten auf europ\u00e4ischer Ebene, ob man in Zukunft nicht vielleicht doch besser zusammenarbeiten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Diskussion \u00fcber die staatlichen Beihilfen passt in dieses Muster. Ein aktuelles Beispiel mag dies verdeutlichen: das japanische Automobilunternehmen Nissan kooperiert weltweit mit dem franz\u00f6sischen Renault. Nissan hat angek\u00fcndigt, das Werk in Barcelona zu schlie\u00dfen und damit 3000 Besch\u00e4ftigte zu entlassen. Wenn man die lokalen und regionalen Wertsch\u00f6pfungsnetzwerke einbezieht, sind bis zu 30.000 Arbeitspl\u00e4tze im wichtigsten spanischen Industriezweig, dem Automobilsektor, gef\u00e4hrdet. Es ist wohl kein Zufall, dass diese Ank\u00fcndigung gemacht wird, kurz nachdem der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident erkl\u00e4rt hatte, dass Renault nur dann 5 Milliarden Euro als franz\u00f6sische staatliche Beihilfen erh\u00e4lt, wenn es industrielle Produktionsst\u00e4tten nach Frankreich verlegen w\u00fcrde (\u201ere-shoring\u201c). Wir sehen hier also eine Politik des \u201eJeder-gegen-Jeden\u201c, und die Gewinner sind diejenigen, deren \u201eStaatss\u00e4ckel\u201c mehr direkte Unterst\u00fctzung f\u00fcr die eigene nationale Industrie erm\u00f6glichen. Es ist klar, dass eine solche Entwicklung zur weiteren Zerst\u00f6rung industrieller Strukturen&nbsp; in der europ\u00e4ischen Peripherie und damit zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaften der EU f\u00fchren wird.&nbsp;<\/p>\n<p>Eine R\u00fcckverlagerung von Wirtschaftskompetenzen auf die Nationalstaaten ist jedoch nicht so einfach \u2013 zumindest wenn man das Ziel der europ\u00e4ischen Solidarit\u00e4t im Auge hat.<\/p>\n<p>Denn die Eigentumsverflechtung, erm\u00f6glicht durch die Binnenmarktfreiheiten, ist weit fortgeschritten.&nbsp; Dies bewirkt wirtschaftlichen Einfluss der Konzerne auf die nationale <a href=\"https:\/\/www.transform-network.net\/fileadmin\/user_upload\/epaper_the_economic_response_to_the_covid-19_pandemic_in_the_czech_republic_final.pdf\" class=\"external-link-new-window\" title=\"Opens internal link in current window\">Strategieentwicklung<\/a> in Staaten Mittel- und Osteuropas. So vertritt bspw. das Management von \u0160koda in Tschechien eher die Interessen der deutschen (VW) Industrie, als sich f\u00fcr eine nationale tschechische Entwicklung einzusetzen. Dies zeigt, dass es ein Fehler w\u00e4re, dezentrale politische Entscheidungen automatisch als \u201en\u00e4her an den Problemen\u201c wahrzunehmen, da die Wertsch\u00f6pfungsketten, und damit einhergehende Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnisse \u00fcber Grenzen hinweg wirken. Wird europ\u00e4isches politisches Management zur\u00fcckgefahren, werden transnationale Kapitalabh\u00e4ngigkeiten verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Neoliberalen Regeln der EU, wie etwa der Stabilit\u00e4ts- und Wachstumspakt, sind abzulehnen. Gleichzeitig bringt die jetzige Krise aber zu Tage, dass eine St\u00e4rkung der Nationalstaaten, wie durch die Aussetzung der Beilhilferegeln, zu einer Verst\u00e4rkung des unfairen Wettbewerbs zwischen den Mitgliedstaaten f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Aus demokratischer Perspektive w\u00e4re deswegen eine Regelung zu begr\u00fc\u00dfen, die eine gemeinsame Planung der kurzfristigen Hilfen und mittelfristig anstehenden sozio\u00f6kologischen Transformation der europ\u00e4ischen Wirtschaften erm\u00f6glicht. Der richtige Akteur hierf\u00fcr w\u00e4re das Europ\u00e4ische Parlament. Dadurch w\u00fcrde verhindert, dass durch nationale Subventionschampions Mitgliedstaaten in budget\u00e4rer Bedr\u00e4ngnis noch weiter unter Druck gesetzt werden. Was wir ben\u00f6tigen, ist eine Politisierung der Diskussion \u00fcber nachhaltiges europ\u00e4isches Wirtschaften, nicht eine Entscheidung nach Geldbeutel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Covid-19 hat zu einer dramatischen Wirtschaftskrise gef\u00fchrt. Die EU hat die strengen Beihilferegeln so ge\u00e4ndert, dass Staaten nun fast nach Gutd\u00fcnken ihren nationalen Wirtschaften helfen k\u00f6nnen. Was sinnvoll klingt hat aber einen Haken, denn die Starken werden dadurch noch st\u00e4rker und lassen die \u00e4rmeren Wirtschaften hinter sich.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":13812,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[61,2458],"tags":[1573],"class_list":["post-23632","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-article","category-artikel","tag-economic-governance","person-roland-kulke-2","person-susanne-wixforth-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23632","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23632"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23632\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23638,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23632\/revisions\/23638"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13812"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23632"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23632"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23632"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}