{"id":23705,"date":"2021-11-05T12:32:41","date_gmt":"2021-11-05T11:32:41","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/blog\/unkategorisiert\/deutschland-auf-dem-weg-zur-ampel-koalition\/"},"modified":"2023-09-27T16:11:39","modified_gmt":"2023-09-27T14:11:39","slug":"deutschland-auf-dem-weg-zur-ampel-koalition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwdev-transform-network-net.sociality.gr\/de\/blog\/article\/deutschland-auf-dem-weg-zur-ampel-koalition\/","title":{"rendered":"Deutschland auf dem Weg zur Ampel-Koalition"},"content":{"rendered":"<p>Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland w\u00fcnscht sich Ver\u00e4nderungen und Kontinuit\u00e4t gleicherma\u00dfen. Klar m\u00fcsse es angesichts der Klimakrise \u00c4nderungen und vor allem Investitionen in notwendige Umbauten geben und nat\u00fcrlich sei es wichtig, den sozialen Zusammenhalt wieder zu st\u00e4rken \u2013 aber all dies mit Augenma\u00df. Genau daf\u00fcr steht Olaf Scholz als Person, als neuer Kanzler und Garant einer merkelschen Politik der ruhigen Hand.<br \/>Dementsprechend unterst\u00fctzen knapp 60 Prozent der Deutschen eine Ampelkoalition und 76 Prozent Scholz als neuen Kanzler. Das hei\u00dft die Bildung einer Ampel-Regierung aus Sozialdemokrat*innen, Gr\u00fcnen und Liberalen kann sich \u00fcber die drei Parteien hinaus auf eine breite gesellschaftliche Zustimmung st\u00fctzen.&nbsp;&nbsp; <\/p>\n<h2>Grunds\u00e4tzlich <\/h2>\n<p>Die eigentliche zentrale Konfliktlinie, die eigentliche Wegscheide vor denen diese Regierung mit unterschiedlichen Handlungsoptionen steht, findet sich im Sondierungspapier in dem ungel\u00f6sten Widerspruch zwischen einer gro\u00dfangelegten Investitionsinitiative und dem Verzicht auf Steuererh\u00f6hungen und die Einf\u00fchrung einer Verm\u00f6genssteuer sowie die Beibehaltung der Schuldenbremse.<\/p>\n<p>Ob es auch eine au\u00dfenpolitische Konfliktlinie geben wird, ist offen. Potenzial daf\u00fcr best\u00fcnde insbesondere angesichts des Verweises auf die europ\u00e4ische und globale Verantwortung Deutschlands im Sondierungspaper \u2013 eng verbunden mit Frankreich \u2013 und die Vorhaben einer verbesserten Ausstattung der Bundeswehr, der st\u00e4rkenden Zusammenarbeit nationaler europ\u00e4ischer Armeen, einer zu entwickelnden nationalen Sicherheitsstrategie und der angek\u00fcndigten Abr\u00fcstungsinitiative. <\/p>\n<h2>Was hei\u00dft das konkret?<\/h2>\n<p>Bemerkenswert ist die Rangfolge der zehn zentralen Themen, deren Konkretion und Gewichtung. Zun\u00e4chst seien die Themenfelder genannt. Das Papier beginnt mit Modernisierung des Staates (1) und Klimaschutz (2) und Arbeit (3), setzt sich fort mit sozialer Sicherheit (4), Kinder, Familie und Bildung (5), Wirtschaftspolitik (6), Bauen (7), Freiheit und Demokratie (8), Haushalt (9) und endet mit Deutschlands Verantwortung in Europa und in der Welt (10). &nbsp;Offenbar wurden vor allem die strittigen Themen ans Ende gesetzt und mit solchen Formulierungen bedacht, dass sie notfalls unterschiedlich interpretierbar sind oder R\u00e4ume f\u00fcr Verschiedenes zulassen, ohne sich bereits vor Beginn der Koalitionsverhandlungen streiten zu m\u00fcssen. <\/p>\n<h2>Die Themen im Einzelnen <\/h2>\n<ol>\n<li><b>Modernisierung des Staates, der Verwaltung:<\/b> Dazu geh\u00f6rt u.a. der St\u00e4rkung der \u00f6ffentlichen Daseinsvorsorge, vor allem im l\u00e4ndlichen Raum, es geht um ein gutes Leben mit Arbeit, Internet, guten Verkehrsanbindungen Einkaufsm\u00f6glichkeiten, Arztbesuch und Sportm\u00f6glichkeiten. <\/li>\n<li><b>Klimaschutz:<\/b> wird verbunden und verstanden als \u201esozial-\u00f6kologische Marktwirtschaft\u201c. Dazu geh\u00f6rt das klimagerechte Bauen oder Umbauen, alternative und erneuerbare Energie, der Ausstieg aus der Kohle bis 2030, Solard\u00e4cher als verpflichtend f\u00fcr Neubauten, um zwei Prozent der Fl\u00e4chen f\u00fcr Windkraft und die Schaffung eines Fonds oder einer Stiftung f\u00fcr Anpassungs- und Ausgleichsma\u00dfnahmen. Dar\u00fcber hinaus soll das Erneuerbare Energie-Gesetz (EEG) sowie das europ\u00e4ische Programm \u201eFitf\u00fcr55\u201c reformiert werden. Wie das geschehen soll, bleibt offen.  <\/li>\n<li><b>Der Schwerpunkt \u201eRespekt und Change f\u00fcr Arbeit\u201c wird erl\u00e4uternd mit den Stichworten: Sicherheit und Lernen<\/b> (f\u00fcr anstehende Ver\u00e4nderungen) eingef\u00fchrt. Die traditionelle Sozialpartnerschaft soll fortgef\u00fchrt werden. Durchgesetzt werden soll ein Mindestlohn von 12 Euro. Zugleich geht es um flexibilisierte Arbeitsmarkt-modelle mit der begrenzten M\u00f6glichkeit, bei der Tagesarbeitszeit von den gesetzlichen Regeln abweichen zu k\u00f6nnen, wenn Gewerkschaften oder Betriebsrat zustimmen \u2013 eine Regel, die angesichts des sinkenden Anteils von Tarifvertr\u00e4gen in den ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern auf betriebliche Auseinandersetzungen hinausl\u00e4uft, falls es zu diesen \u00fcberhaupt kommt. Die Mini-(Einkommen unterhalb von 450 Euro monatlich) und Midi-(Einkommen \u00fcber 450 und unter 1.300 Euro monatlich) Jobs sollen neu reguliert werden. Das bedeutet f\u00fcr Minijobs ein Minimum von 10 Stunden pro Woche zum Mindestlohn. Das, was hier angedeutet wird, l\u00e4uft auf eine Verstetigung von prek\u00e4ren Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen hinaus, zumal auch das B\u00fcrgergeld (die umbenannte Hartz-IV-Variante \u2013 siehe nachfolgend das Themenfeld soziale Sicherheit) eine \u00e4hnliche Orientierung aufweist. <\/li>\n<li><b>Soziale Sicherheit b\u00fcrgerfreundlich gestalten \u2013 allerdings ohne die bisherige Logik aufzugeben:<\/b> Es bleibt beim aktivierenden Sozialstaat, der notfalls mit Sanktionen agieren k\u00f6nnen soll. Welche Unterschiede es zwischen den bisherigen Hartz-IV-Regelungen und dem k\u00fcnftigen B\u00fcrgergeld wirklich gibt, werden die Koalitionsverhandlungen zeigen. Bisher l\u00e4uft es auf ein (allerdings bereits jetzt) erh\u00f6htes Schonverm\u00f6gen, welches nicht angerechnet wird, auf die Ausweitung der Bezieher*innengruppen unter Nutzung der Erfahrungen der Corona-Hilfen und die Erh\u00f6hung von Zuverdienstm\u00f6glichkeiten hinaus. Es bleibt jedoch alles im Rahmen der bisherigen Logik. <br \/>Immerhin soll das Rentenniveau auf 48 Prozent des fr\u00fcheren Einkommens abgesichert werden. Au\u00dferdem soll es keine Erh\u00f6hung des Renteneintrittsalters geben. Es bleibt bei einer gesetzlichen und privaten Rentenabsicherung. Neu ist der Einstieg in die kapitalgedeckte Finanzierung der gesetzlichen Rente. Ein Schwerpunkt bleibt die staatlich zu f\u00f6rdernde private Fonds-basierte Rentenversicherung, obwohl das bisherige Produkt (Riester-Rente) gescheitert ist.<br \/>Wirkliche \u00c4nderungen in der Pflege sind nicht sichtbar. Das Problem fehlender Pflegekr\u00e4fte soll durch Anwerbung aus dem Ausland. Immerhin soll es bundesweit einheitliche Standards der Personalbemessung bei der Pflege geben. Die Frage ist hier \u2013 auf welcher H\u00f6he wird eine Einigung m\u00f6glich, zumal die Krankenh\u00e4user infolge von Corona deutlich \u00fcberh\u00f6hte Schuldenberge angeh\u00e4uft haben und Gefahr laufen \u2013 wie vom neoliberalen Think-tank Bertelsmann Stiftung bereits 2019 vorgeschlagen, geschlossen oder aber privatisiert zu werden. <br \/>Keine \u00c4nderung ist bei privater und gesetzlicher Krankenversicherung vorgesehen. <\/li>\n<li><b>\u201eChancen f\u00fcr Kinder, starke Familien und beste Bildung\u201c<\/b> geh\u00f6rt ein lebenslanges Lernen, ein Thema, dass bereits beim Thema Arbeit aufgegriffen wurde. Neu ist das Zusammenlegen von Budgets zu einer Kindergrundsicherung und nach dem Scheitern 2021, die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz. Au\u00dferdem sollen die BAF\u00d6G-Regeln reformiert werden und st\u00e4rker unabh\u00e4ngig vom Einkommen der Eltern vergeben werden.&nbsp; <\/li>\n<li><b>Wirtschaftspolitik:<\/b> Festhalten wird an der Wettbewerbsf\u00e4higkeit der  deutschen Wirtschaft und hierzu ist die Erh\u00f6hung des Budgets f\u00fcr  Forschung und Entwicklung auf 3,5% des BIP geplant.<br \/>Freihandel soll regelbasiert auf der Grundlage von fairen sozialen, \u00f6kologischen und menschenrechtlichen Standards gest\u00e4rkt werden. Zugleich spricht sich Deutschland f\u00fcr eine deutsche und europ\u00e4ische Handelspolitik aus, die sich gegen Protektionismus und unfaire Handelspraktiken richtet. &nbsp;Was das konkret bedeutet, bleibt abzuwarten. Angek\u00fcndigt wird im Papier zugleich, dass gegen unfaire Wettbewerbspraktiken autorit\u00e4rer Regime der europ\u00e4ische Binnenmarkt und das europ\u00e4ische Wettbewerbsrecht gest\u00e4rkt werden soll.<\/li>\n<li><b>Bauen und Wohnen:<\/b> Dieser neuere Schwerpunkt der Ampelregierung geht auf den Druck der Bewegungen gegen Mietsteigerungen und Gentrifizierungen und auf das erfolgreiche Berliner Volksbegehren zur Enteignung der transnationalen Wohnungsunternehmen wie (Deutsche Wohnen) zur\u00fcck. Mit dem Wohnungsthema wird de facto auch DIE LINKE \u201eenteignet\u201c. Wenn wie nunmehr geplant, j\u00e4hrlich 400.000 neue Wohnungen und davon 100.000 als Sozialwohnungen gebaut werden, wird dies zur sozialdemokratischen Erfolgsgeschichte geh\u00f6ren. Weniger die Mieterschutzregelungen. Diese sollen zwar \u00fcberpr\u00fcft werden, ohne jedoch einen Mietendeckel einzuf\u00fchren. <\/li>\n<li><b>Freiheit und Sicherheit \u2013 Gleichheit und Vielfalt in der Demokratie:<\/b>  Die hierunter gefassten Stichworte umfassen das libert\u00e4res Ideenpaket,  das weithin auch von einer links-gr\u00fcnen W\u00e4hler*innenschaft vertreten  wird. Dazu geh\u00f6rt ein modernes Staatsb\u00fcrger*innenschaftsrecht, ein  modernes Einwanderungsgesetz erg\u00e4nzt um ein Punktesystem zur Gewinnung  ausl\u00e4ndischer Fachkr\u00e4fte. Dar\u00fcber hinaus geht es um die Evaluation der  Eingriffsbefugnisse des Staates und deren Neuausrichtung. Es findet sich  in diesem Abschnitt eine klare Positionierung gegen Antisemitismus,  Rassismus, Rechtsextremismus, Anti-Islamismus, Anti-Queer-Politik, aber  auch eine Abgrenzung nach Links \u2013 gegen Linksextremismus.<br \/>Das  Selbstbestimmungsrecht und auch die finanzielle Selbst\u00e4ndigkeit der  Frauen soll gef\u00f6rdert werden. Und es geht au\u00dferdem auch um die Sicherung  der Vielheit und Freiheit der Kultur sowie um das Wahlrecht ab 16  Jahre.<\/li>\n<li>Die Aussagen zum <b>Haushalt<\/b> sind bisher sehr vage, so dass sich angesichts der geplanten Investitionsoffensive, des Wohnungsneubaus, der Einf\u00fchrung des Mindestlohnes, der Beibehaltung des Rentenniveaus und der Beibehaltung der Schuldenbremse die Frage stellt, wie z.B. Investitionen im Rahmen der Schuldenbremse und ohne die Erh\u00f6hung von Steuern \u2013 abgesehen davon, dass es keine Verm\u00f6genssteuer geben wird \u2013 \u00fcberhaupt m\u00f6glich sein wird? Die Aussagen des Koalitionsvertrages werden hierzu Antworten geben m\u00fcssen.<\/li>\n<li><b>\u201eDeutschlands Verantwortung f\u00fcr Europa und die Welt\u201c:<\/b> Die ist der letzte Themenkomplex im Sondierungspapier und bleibt recht vage.<br \/>Festgehalten wird zun\u00e4chst, dass Deutschland globale Verantwortung tr\u00e4gt und Deutschlands Verantwortung darin besteht, die Europ\u00e4ische Union zu st\u00e4rken. Deutschland wird sich deshalb europ\u00e4ischer ausrichten. Im Papier wird deshalb formuliert, dass die Au\u00dfen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik wertebasiert und europ\u00e4ischer aufzustellen sei und die strategische Souver\u00e4nit\u00e4t Europas erh\u00f6ht werden m\u00fcsse. Konkret hei\u00dft es: \u201eWir werden deutsche Interessen im Lichte der europ\u00e4ischen Interessen definieren. Wir wollen eine aktive Europapolitik betreiben, entlang einer starken deutsch-franz\u00f6sischen Partnerschaft und in einer engen Zusammenarbeit im Weimarer Dreieck.\u201c Damit wird \u2013 ungeachtet aller Auseinandersetzungen \u2013 das besondere Verh\u00e4ltnis Deutschlands zu Frankreich und Polen betont.<br \/>Mit der im Sondierungspapier aufgenommenen Formulierung zu einer st\u00e4rkeren Zusammenarbeit der nationalen europ\u00e4ischen Armeen findet sich der Vorschlag von Macron, dass die ver\u00e4nderte Rolle Deutschlands als st\u00e4rkste Kraft in Europa sich auch in milit\u00e4rischer Hinsicht widerspiegeln sollte. <br \/>Der Bundeseinsatz in Afghanistan soll durch einen Untersuchungsausschuss evaluiert werden, es wird jedoch grunds\u00e4tzlich festgehalten an weiteren Auslandseins\u00e4tzen der Bundeswehr bei Verbesserung ihrer Ausr\u00fcstung.<br \/>Zugleich wollen die Parteien der Ampel eine nationale Sicherheitsstrategie f\u00fcr Deutschland vorlegen und eine Initiative zur Abr\u00fcstung setzen und hierzu eine f\u00fchrende Rolle bei der St\u00e4rkung internationaler Abr\u00fcstungsinitiativen und Nichtverbreitungsregimes einnehmen.<br \/>Der Stabilit\u00e4ts- und Wachstumspakt habe seine Flexibilit\u00e4t bewiesen. Deshalb solle auf dieser Grundlage Wachstum sichergestellt, die Schuldentragf\u00e4higkeit erhalten und f\u00fcr nachhaltige und klimafreundliche Investitionen gesorgt werden. Festhalten wird an einem Green New Deal, dessen Umsetzung in den Koalitionsverhandlungen ausgearbeitet werden m\u00fcsste. &nbsp;<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Was hei\u00dft das f\u00fcr DIE LINKE? <\/h2>\n<p>Was auch immer am Ende der Koalitionsverhandlungen herauskommen wird, es beschreibt den heutigen Stand politischer Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse in Deutschland und spiegelt zugleich auch die Wirkungen gesellschaftlichen Drucks durch Bewegungen oder Initiativen der Zivilgesellschaft und nicht zuletzt den nicht zu untersch\u00e4tzenden Einfluss der Wirtschafts-, Finanz- und Versicherungslobby sowie Unternehmerverb\u00e4nde. Eines jedoch wird bereits jetzt klar: diese Ampel ist von Sozialdemokrat*innen, Gr\u00fcnen und Liberalen gewollt. Es geht nun um den Preis, den jede Partei zu zahlen hat. <\/p>\n<p>Das sich ank\u00fcndigende Regierungsprogramm erscheint gr\u00fcner und sozialer, ohne Br\u00fcche zu den bisherigen Praxen oder zur bisherigen Logik. Modernit\u00e4t, Digitalisierung und \u00fcberhaupt technologische Fortschritte als Motor zur L\u00f6sung gesellschaftlicher Herausforderungen pr\u00e4sentiert.&nbsp; <\/p>\n<p>Allein die Kritik der Linken daran und der Vorwurf, nicht konsequenter nachhaltiger, klimaschonender, sozialer zu sein, wird nicht reichen. Im Gegenteil, die Konzentration des Sondierungspapiers auf einige soziale Verbesserungen wie die Erh\u00f6hung des Mindestlohnes auf 12 Euro oder die Verteidigung der Rente sowie die Konzentration auf den Wohnungsbau mit 400.000 Wohnungen inklusive 100.000 Sozialwohnungen wird gerade den Sozialdemokrat*innen helfen, sich als durchsetzungsf\u00e4hige Partei f\u00fcr soziale Gerechtigkeit unter schwierigen Bedingungen zu behaupten. Komplement\u00e4r hierzu werden sich die Gr\u00fcnen \u2013 offen f\u00fcr soziale Fragen \u2013 als lebensweltlich alltagstaugliche Partei gegen Klimawandel und Umweltzerst\u00f6rung pr\u00e4sentieren. Das muss die LINKE als Partei f\u00fcr soziale Gerechtigkeit und einen sozial-\u00f6kologischen Wandel ernst nehmen. Sie muss sich darauf einstellen, dass Sozialdemokrat*innen und Gr\u00fcne eine wie auch immer geartete sozial\u00f6kologische Ausrichtung ihrer Politik vornehmen und so den Platz f\u00fcr eine radikale Linke in Deutschland ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>DIE LINKE muss ihre eigene alternative Erz\u00e4hlung, ihre gesellschaftliche Vision glaubhaft zusammen mit Menschen vor Ort und in sozialen Bewegungen und Initiativen entwickeln und erz\u00e4hlen k\u00f6nnen. Dazu reicht es nicht, nur in den St\u00e4dten stark und wirksam zu sein und aus der Perspektive der St\u00e4dte Politikangebote zu formulieren. DIE LINKE muss in Stadt und Land vor Ort, also in den Kommunen, im Alltag verankert und wirksam werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bildung einer Ampel-Regierung kann sich \u00fcber die drei Parteien hinaus auf eine breite gesellschaftliche Zustimmung st\u00fctzen. 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